Vaginalring

Der Vaginalring ist ein kleiner Kunststoffring, der direkt in die Vagina eingesetzt wird. Dort sondert er die Hormone Östrogen und Gestagen ab. Hierbei handelt es such um die gleichen Hormone, die die kombinierte Antibabypille ebenfalls enthält.

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Wirkungsmechanismus

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  • Der Vaginalring ist ein kleiner Kunststoffring, der direkt in die Vagina eingesetzt wird. Dort sondert er die gleichen Hormone ab, wie die kombinierte Antibabypille.
  • Er verhindert den Eisprung.
  • Die Gebärmutterschleimhaut wird weniger empfänglich für eine befruchtete Eizelle.
  • Das Sekret des Gebärmutterhalses wird für Spermien weniger durchlässig.

Vorteile

  • Der Ring ist sehr wirksam, wenn er richtig angewendet wird. Die Sicherheit ist vergleichbar mit der Sicherheit der kombinierten Antibabypille.
  • Die Anwendung ist einfach.
  • Es kommt zu regelmäßigen und verhältnismäßig sparsamen Blutungen in der Woche, in der der Ring herausgenommen wird.
  • Vermindert oder unterbindet im Allgemeinen Menstruationsschmerzen.
  • Kann verwendet werden, um die Menstruation zu verschieben.
  • Bei langwieriger Anwendung vermindert sich das Risiko für die Entwicklung von Krebs der Eierstöcke und der Gebärmutter.

Nachteile

  • Muss in die Vagina eingesetzt werden und kann herausfallen.
  • Der Ring schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten.
  • Es kann zu Stimmungsschwankungen, positiven wie negativen, kommen, oder eine Migräne verschlimmern. Das Risiko für diese Nebenwirkungen ist aber geringer als bei der Antibabypille. Andere Nebenwirkungen können unregelmäßige Blutungen sein und Zwischenblutungen.
  • Das Risiko für Blutgerinnsel kann sich wie bei der Antibabypille erhöhen. Er sollte deshalb nicht von Frauen verwendet werden, die selbst ein Blutgerinnsel (Thrombose) hatten oder in deren Verwandtschaft ersten Grades eines vorgekommen ist bzw. eine erbliche Anlage für Blutgerinnsel vorliegt.
  • Aufgrund des Risikos für Blutgerinnsel werden Antibabypille/Vaginalring/Hormonpflaster (kombinierte hormonelle Methode) nicht bei Frauen empfohlen, die rauchen und über 35 Jahre alt sind.
  • Aufgrund eines erhöhten Thromboserisikos sollte die Anwendung kombinierter hormoneller Methoden zwei Wochen vor einem chirurgischem Eingriff unterbrochen oder eine prophylaktische Behandlung gegeben werden:
    • Bei kleinen Operationen, die weniger als 30 Minuten dauern und das Bett nach dem Eingriff schnell wieder verlassen werden kann, müssen kombinierte hormonelle Methoden nicht unterbrochen werden.
  • Während des Stillens werden sie nicht empfohlen, weil das Östrogen dazu führen kann, dass sich die Milchmenge verringert.
  • Kosten.

Praktisch in der Anwendung, da diese nicht jeden Tag erinnert werden muss.

  • Der Ring wird einmal im Monat von der Frau selbst eingesetzt.
  • Der erste Vaginalring wird zwischen Tag eins und fünf des Menstruationszyklus in die Vagina eingesetzt und wird in drei (oder vier) aufeinanderfolgenden Wochen verwendet.
  • Nach einer Unterbrechung von einer Woche ohne Ring, in der eine menstruationsähnliche Abbruchblutung einsetzt, wird ein neuer Ring am gleichen Wochentag und ungefähr zur selben Zeit in die Vagina eingesetzt.
  • Zusätzliche mechanische Verhütungsmethoden sollen in den ersten sieben Tagen des ersten Zyklus verwendet werden.
  • Der Ring wirkt, unabhängig davon wie er in der Vagina platziert ist. Es bedarf keines besonderen Geschicks, um den Ring einzusetzen bzw. diesen zu entfernen.

Wenn der Ring herausfällt

  • Wenn der Ring herausfällt, sollte er gereinigt werden und so schnell wie möglich erneut eingesetzt werden. Auch kann der Ring für maximal drei Stunden absichtlich entfernt und danach wieder eingesetzt werden, wenn er zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr als störend empfunden wird.
    • Wenn der Ring länger als drei Stunden außerhalb der Vagina war, sollte an den kommenden sieben Tagen eine Barrieremethode zur sicheren Verhütung verwendet werden.

Verschieben der Blutung

  • Sie können die Blutung verzögern, indem sie einen neuen Ring einsetzen sofort nachdem sie den alten entfernt haben. Danach machen sie normal weiter. Beachten Sie, dass das Risiko für Zwischenblutungen steigt, wenn sie zwei oder mehrere Ringe unmittelbar ohne Unterbrechung aufeinander folgen lassen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W