Verhütung, Zyklusmethode

Die „Zyklusmethode“ als Verhütungsmethode beruht darauf, nur dann Geschlechtsverkehr zu haben, wenn keine Eizelle bereit ist befruchtet zu werden.

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Theorie

  • Ab dem fünften Tag vor dem Eisprung bis zu dem Tag nach dem Eisprung ist die Wahrscheinlichkeit am größten, schwanger zu werden.
  • Da der Zeitpunkt des Eisprungs auch bei Frauen mit sehr regelmäßigen Menstruationen variieren kann, gibt es keine "sicher unfruchtbare Phasen“. Das bedeutet, dass die Zyklusmethode keine sichere Verhütungsmethode ist.
  • Es kann aber nützlich sein, den Zeitraum zu kennen, in dem die Chance zur Befruchtung am größten ist, wenn man schwanger werden möchte.

Wann geschieht der Eisprung?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Zeitpunkt des Eisprungs zu bestimmen:

  1. Kalendermethode: Bei regelmäßigen Menstruationen findet der Eisprung bei den meisten Frauen 12 bis 14 Tage vor dem Beginn der nächsten Menstruation statt.
  2. Temperaturmessung: Der Zeitpunkt des Eisprungs kann nachträglich bestimmt werden, indem die Körpertemperatur gemessen wird. Normalerweise steigt die Temperatur nach dem Eisprung um ca. 0,5 Grad. Die Temperatur muss morgens immer zur selben Zeit vor dem Aufstehen und dem Frühstück kontrolliert werden. Diese Methode ist allerdings aufwendig und unsicher.
  3. Urintest: Es gibt Schnelltests, die in der Apotheke und Drogerie gekauft werden können. Diese messen Hormone im Urin und stellen darüber den Zeitpunkt des Eisprungs fest.

Vorteile der Zyklusmethode

  • Keine Anwendung von Hormonen oder Fremdkörpern
  • Die beschriebenen Methoden können allerdings zum Zyklusmonitoring genutzt werden, um den Zeitpunkt des Eisprungs zu ermitteln, wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird.

Nachteile

  • Die Methode ist sehr unsicher und wird deshalb nicht als Verhütungsmethode empfohlen.
  • Sie können niemals sicher sein, wann die nächste Menstruation kommt. Viele Umstände können den Zeitpunkt für Eisprung und Menstruation beeinflussen. „Sicher unfruchtbare Phasen“ zur sicheren Verhütung gibt es deshalb nicht.
  • Die Temperaturmessung erfordert eine große Genauigkeit und ist zum Beispiel bei Erkältungen sowie bei der Nachtarbeit nicht zuverlässig.
  • Urintests zu Bestimmung des Zeitpunkts des Eisprungs sind gut, wenn Sie schwanger werden möchten, funktionieren aber nicht sicher als Verhütungsmethode. Sie wissen erst im Nachhinein, wann die fünf Tage vor dem positiven Test waren. Zudem ist die Methode teuer.

Allgemeines

  • Die Methode eignet sich allenfalls in einer stabilen Lebenssituation mit Kinderwunsch.
  • Die Sicherheit kann erhöht werden, wenn in den veremeintlich fruchtbaren Phasen Barrieremethoden zur Verhütung eingesetzt werden. Die Wirksamkeit bleibt aber dennoch gering.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W