Menstruationsverschiebung

Mithilfe der sogenannten Antibabypille lässt sich die Menstruation verschieben. Welche Tabletten eingenommen und ausgelassen werden müssen, hängt dabei vom jeweiligen Präparat ab. Auch ohne Verhütung mittels Pille kann die Periode medikamentös verschoben werden.

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Einphasen-Pillen zeichnen sich durch die gleiche Hormonmenge in allen Tabletten aus. Sie lassen sich am einfachsten handhaben, um die Menstruation zu verschieben. Dazu müssen Sie lediglich die tablettenfreie Woche überspringen und direkt mit dem nächsten Tablettenstreifen (Blister) beginnen. Verwenden Sie einen Tablettenstreifen mit 28 Tabletten, handelt es sich bei den letzten sieben Tabletten des Streifens um so genannte Placebotabletten, die Sie überspringen müssen. 

Dreiphasen-Pille

Bei den Dreiphasen-Pillen variiert die Hormonmenge in den Tabletten. Dies wird zumeist durch verschiedene Farben auf dem Tablettenstreifen angezeigt. Die Dreiphasen-Pillen können Ethinylestradiol und Drospirenon, Ethinylestradiol und Levonorgestrel oder Ethinylestradiol und Norethisteron (Norethindron) enthalten.

Werden Antibabypillen mit Ethinylestradiol und Norethisteron (Norethindron) verwendet, sind nur die weißen Tabletten des Streifens einzunehmen, um die Menstruation zu verschieben. Somit wird statt mit der tablettenfreien Woche oder der Placebotablettenwoche (die letzten sieben Tabletten in 28-Stück-Packungen) direkt mit den weißen Tabletten des nächsten Streifens begonnen.

Bei der Einnahme der Antibabypille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel sind nur die gelben Tabletten zu schlucken. Lassen Sie also die tablettenfreie Woche oder die letzten weißen Placebotabletten aus und beginnen Sie sofort mit der Einnahme der gelben Tabletten auf dem nächsten Streifen. Die restlichen Tabletten des Streifens sind als Medikamentenreste in der Apotheke zu entsorgen.

Die Farben können je nach Präparat abweichen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Frauenarzt beraten.

Verhütungsschutz bei verschobender Periode

Bei der Menstruationsverschiebung kann es hin und wieder zu Schmierblutungen kommen, insbesondere in der Zeit, in der die Blutung normalerweise eingetreten wäre. Stellen Sie sich also darauf ein, dass es selbst bei korrekter Antibabypillen Einnahme evtl. zu Schmierblutungen kommen kann, wenn Sie die Menstruation verschieben. Sollten Sie die Dreiphasen-Pille verwenden und die Menstruation mehrfach pro Jahr überspringen wollen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen, ob ein Wechsel zu einem Einphasen-Präparat möglich ist.

Verschieben Sie die Menstruation auf die o. g. Weise unter Verwendung einer Antibabypille, sind Sie vor einer Schwangerschaft genauso gut geschützt, als wenn Sie diese auf übliche Weise einnehmen. Möglicherweise können Sie die Menstruation mehrere Monate verzögern. Bei längeren Zeiträumen sollten Sie ärztliche Rücksprache halten.

WENN SIE KEINE ANTIBABYPILLE VERWENDEN

Verwenden Sie derzeit keine Antibabypille, möchten aber die Menstruation verschieben, dann können Sie sich ein bis zwei Monate vor der Menstruationsverschiebung Einphasen-Präparate verschreiben lassen. Diese sind gemäß der o. g. Beschreibung zu verwenden und wunschgemäß abzusetzen.

Haben Sie weniger Zeit, können Sie sich von ärztlicher Seite Tabletten mit dem synthetisch hergestellten Gelbkörperhormon (Gestagen) Norethisteron (Norethindron) verschreiben lassen. Diese sind mindestens drei Tage vor erwartetem Menstruationsbeginn zu verwenden. Nehmen Sie 14 Tage lang zweimal täglich eine Tablette. Die Menstruation setzt wieder zwei bis drei Tage nach der letzten Einnahme ein. Durch das Gelbkörperhormon kann es hin und wieder zu Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) und Brustspannen (Mastodynie) kommen.

Weiterführende Informationen

Autor

  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W