Gynäkologische Untersuchung

Die Gynäkologie ist die Lehre von Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane. Sie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Krankheitsanzeichen und Erkrankungen der Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, des Gebärmutterhalses, der Vagina und des Bereichs um die Vaginalöffnung herum befasst. In Deutschland behandelt der Frauenarzt ebenfalls Erkrankungen der Brust.

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Was ist die Gynäkologie?

Untersuchung der Gebärmutter
Untersuchung der Gebärmutter

Die Gynäkologie ist die Lehre von Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Sie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Krankheitsanzeichen und Erkrankungen der Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, des Gebärmutterhalses, der Brust, der Scheide (Vagina) und des Bereichs um die Vaginalöffnung herum befasst. Erkrankungen können Entzündungen, Tumoren, Blutungsstörungen oder Harninkontinenz sein.

Gynäkologische Untersuchung

Die Untersuchung umfasst eine ausführliche Anamnese (Vorgeschichte der Erkrankung nach den Angaben der Patientin), die körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und Bilddiagnostik.

Anamnese

Bei Erhebung der Anamnese wird der Gynäkologe Ihnen folgende Fragen stellen: Welche aktuellen Beschwerden haben Sie? Wie äußern sich die Symptome und wie entwickeln sie sich? Häufige Symptome können Schmerzen, Blutungsstörungen, Vorfallgefühl und Schwellungen, Harninkontinenz, Beschwerden in den Wechseljahren (Klimakterium) und nach der Menopause oder Blutungen nach der Menopause sein.

Der Arzt wird Sie im Verlauf des Gesprächs fragen, wann die Beschwerden begonnen haben, worin sie bestehen, wie sie sich entwickelt haben, was diese verschlechtert, was diese lindert, ob Ihre Menstruation regelmäßig ist, wie es Ihnen momentan geht, ob Sie frühere Krankheiten hatten, welche Medikamente Sie einnehmen oder eingenommen und wie diese gewirkt haben, wie es Ihnen bei der Arbeit und/oder im Alltag geht und weitere noch detailliertere Fragen, die mit Ihren Beschwerden zusammenhängen.

Denken Sie über diese Fragen nach, bevor Sie einen Arzt aufsuchen. Die Antworten fallen Ihnen dann leichter und Sie können genauere Angaben machen. Dadurch helfen Sie dem Arzt, die richtige Diagnose und Behandlung zu finden.

Körperliche Untersuchung

Der Frauenarzt untersucht die äußeren Geschlechtsorgane, um Anzeichen für mögliche Krankheiten zu erkennen. Danach wird ein sogenanntes Spekulum (Scheidenspiegel) in die Vagina eingeführt. Das Spekulum ermöglicht dem Arzt, in die Vagina hineinzuschauen. Besonders wichtig ist, dass der Arzt den Gebärmutterhals sehen kann, weil hier in der Regel Zellproben für den Pap-Abstrich entnommen werden. Nachdem die Proben entnommen wurden, wird das Spekulum entfernt, und der Arzt tastet Ihren Unterleib ab. Dies erfolgt teilweise dadurch, dass der Arzt zwei Finger in die Vagina einführt oder ggf. einen Finger in die Vagina und einen Finger in den Enddarm. Der Arzt tastet die Gebärmutter ab: Hat sie eine normale Form, Lage, Größe, Beweglichkeit, Schmerzhaftigkeit? Der Arzt tastet die Eierstöcke und das Gewebe rund um die Gebärmutter ab: Gibt es Empfindlichkeiten, vergrößerte Eierstöcke oder Tumoren, wie ist die Beweglichkeit? 

Oftmals wird vor oder nach der gynäkologischen Untersuchung auch die Brust untersucht. Hierzu tastet der Arzt die Brüste nach eventuellen Veränderungen ab. Auch werden die Achselhöhlen auf veränderte Lymphknoten untersucht.

Laboruntersuchungen

Bluttests können bei der Untersuchung von Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane von Nutzen sein. Die Untersuchung des Urins gehört auch dazu. Zellproben des Gebärmutterhalses und Bakterienproben aus der Scheide und dem Gebärmutterhals sind von großer Bedeutung. Es können auch Gewebeproben aus der Gebärmutter entnommen werden.

Bilddiagnostik

Die genaue Diagnose einer Erkrankung der inneren weiblichen Geschlechtsorgane erfordert häufig bildgebende Untersuchungen. Ultraschall ist oft die erste und wichtigste Untersuchung: Dabei wird der Ultraschallkopf entweder auf dem Unterbauch bewegt, meistens aber wird der Ultraschallkopf – sofern die Frau bereits vaginalen Geschlechtsverkehr hatte – in die Vagina eingeführt. Selten sind Röntgenuntersuchungen nützlich. In einigen Fällen sind fortschrittlichere Technologien wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich. Andere Untersuchungen können ebenfalls angezeigt sein, abhängig davon, worunter Sie leiden. Zur bildgebenden Untersuchung der Brust stehen Ultraschall, Mammografie und, wenn erforderlich, MRT zur Verfügung. Selten werden die Milchgänge mittels Kontrastmittel dargestellt.

Autor

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Dr. med. Julia Trifyllis, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.