Selbstuntersuchung der Brust

Das Brustgewebe fühlt sich beim Abtasten oft uneben, eventuell auch etwas höckrig und knotig an. Dies ist in der Regel kein Grund zur Besorgnis, häufig handelt es sich um Milchdrüsen, Narben von früheren Brustentzündungen oder dergleichen.

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Ab dem 30. Lebensjahr werden im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung vom Frauenarzt die Brüste abgetastet. Im Rahmen der Brustkrebs-Früherkennung werden zudem alle Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren in regelmäßigen Abständen von 24 Monaten zur Mammografie eingeladen.

Ergänzend dazu können Sie einmal im Monat Ihre Brust selbst abtasten, da in den meisten Fällen ein Tumor der Brust von der betroffenen Frau selbst entdeckt wird.

Die Selbstuntersuchung der Brust wird von den Fachgesellschaften empfohlen, der Nutzen ist aber nicht abschließend bewiesen: Studien konnten bislang nicht zeigen, dass die Selbstuntersuchung der Brust die Sterblichkeit an Brustkrebs reduziert, wiesen jedoch nach, dass hierdurch mehr gutartige Befunde entdeckt werden, welche zu Ängsten und unnötigen Biopsien bei den Betroffenen führen.

Wenn Sie sich für die Selbstuntersuchung entscheiden, führen Sie diese am besten eine Woche nach dem Beginn der letzten Periode durch, da die Brust dann weich und gut zu beurteilen ist. Gegen Ende des Zyklus wird die Brust durch den Hormoneinfluss oftmals härter und knotiger. Sollten Sie sich bereits in den Wechseljahren befinden, können Sie die Untersuchung jederzeit durchführen, da die Brust keinen hormonellen Schwankungen mehr unterliegt.

Wundern Sie sich bei der ersten Selbstuntersuchung nicht, wenn Ihre Brüste, die äußerlich so glatt erscheinen, Ihnen beim Abtasten uneben und ggf. „knubbelig" vorkommen. Insbesondere bei jungen Frauen, die ein sehr ausgeprägtes Brustdrüsengewebe haben, ist das zumeist normal. Frauen nach den Wechseljahren haben oftmals weichere Brüste, da sich bei Ihnen das Brustdrüsengewebe zurückbildet und teils durch Fettgewebe ersetzt wird. Um die Brustwarze herum fühlt sich die Brust oftmals etwas härter an. 

Wenn Sie die Selbstuntersuchung der Brust regelmäßig durchführen und mit Ihren Brüsten vertraut sind, fallen Ihnen Veränderungen am besten auf. 

Betrachten Sie Ihre Brüste im Spiegel. Heben Sie Ihre Arme langsam über den Kopf und beobachten Sie Ihre Brüste.

Bewegen sich Ihre Brüste gleichmäßig, haben sie ihre übliche Form? Ist die Haut eben, hat sie ihre normale Farbe? Sehen die Brustwarzen normal aus?

Tasten Sie Ihre Brüste ab. Sie können die Selbstuntersuchung im Sitzen oder im Stehen (z. B. unter der Dusche, wenn die Haut eingeseift ist) und optimalerweise zusätzlich im Liegen durchführen. Untersuchen Sie Ihre Brüste mit System, damit sie jeden Teil der Brust beurteilen können. Üben Sie mit zwei ausgestreckten Fingern (zumeist Zeige- und Mittelfinger) zunächst leichten Druck, dann stärkeren Druck aus. Spüren Sie mit wenig Druck, wie sich Ihre Brust unmittelbar unter der Haut anfühlt und danach mit etwas mehr Druck, wie sich die Brust in der Tiefe anfühlt. Tasten Sie auch den Rand der Brust und - möglichst bei gesenktem Arm - die Achselhöhle ab.

Lassen sich irgendwelche Veränderungen oder Verhärtungen ertasten? Sind die Brüste ungefähr gleichgroß und genauso fest wie sonst?

Drücken Sie Ihre Brustwarze zusammen. Achten Sie darauf, ob Flüssigkeit austritt. Wenn ja, welche Farbe hat diese?

Wenn Sie verdächtige Knoten ertasten, Brustschmerzen oder ähnliche Beschwerden haben, konsultieren Sie Ihren Frauenarzt. Ihr Arzt wird Sie klinisch untersuchen und bei Bedarf einen Ultraschall durchführen bzw. Ihnen ggf. eine Überweisung zur Mammografie ausstellen. Gibt es familiäre Fälle von Brustkrebs, sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren und sich erkundigen, ob schon früher spezielle Früherkennungsmaßnahmen erforderlich sind.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Julia Trifyllis, Dr. med., Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Münster/W.