Zervixzytologie

Allgemeine Informationen

  • Seit den 50er Jahren wird die Zervixzytologie zur Abklärung von Vorstadien von Gebärmutterhalskrebs benutzt, damals entwickelt als konventioneller Abstrich (Papanicolaou-Test bzw. Pap-Test), der weiterhin als Standardtest Anwendung findet und in der Regel beim niedergelassenen Gynäkologen erfolgt.
  • Es wird empfohlen, dass bei Frauen ab dem 20. Lebensjahr in regelmäßigen Abständen ein Zervixzytologie-Screening durchgeführt wird. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt bislang die Kosten dafür.
    • Es gibt keinen Beleg, dass ein zytologisches Screening mit 1-jährigem Intervall dem 2-jährigen Intervall überlegen ist.1
    • Solange das organisierte Screening (s. u.) nicht etabliert ist, d. h. bis mindestens im Jahr 2024, haben Frauen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren weiterhin Anspruch auf eine jährliche zytologische Untersuchung.1-3
  • Das zytologische Screening erfolgt mittels Pap-Test.
    • Der Pap-Test ist eine einfache zytologische Untersuchung vom Gebärmutterhals, die Aufschluss über das Vorliegen von Krebsvorstufen oder eines Zervixkarzinoms geben kann.
      • Daneben können Aussagen zu dem Vorliegen von Entzündungen (Granulozyten), Infektionen, z. B. mit Pilzen (z. B. Candida), Chlamydien (paranukleäre Vakuolen mit Einschlusskörperchen), Gardnerella vaginalis (Clue Cells), Herpes simplex (Milchglaskerne), einer stark ausgeprägten floriden HPV-Infektion (Koilozyten) und zum Hormonstatus getroffen werden.
      • Für die Beurteilung der Zervixzytologie gilt in Deutschland die Münchner Nomenklatur III. Diese ist in das internationale Bethesda-System übersetzbar.
  • Das Verfahren hat zu einem deutlichen Rückgang der Zervixkarzinom-Inzidenz geführt.
    • Im Jahr 1971 war das invasive Zervixkarzinom das häufigste Karzinom bei Frauen, im Jahr 2010 nur noch das zwölfthäufigste.4
    • Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkrankten im Jahre 2010 4.660 Frauen in Deutschland neu an einem Zervixkarzinom, 1.524 Patientinnen verstarben daran.4
    • Die Altersverteilung des Zervixkarzinoms zeigt einen Gipfel zwischen 40 und 59 Jahren, das mittlere Alter bei Erstdiagnose hat sich in den letzten 25 Jahren um 15 Jahre verringert und liegt bei derzeit 53 Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter für Vorstufen des Zervixkarzinoms liegt bei 34 Jahren.4
    • Die Prognose des Zervixkazinoms hat sich deutlich verbessert, die Sterberaten sind in den letzten 35 Jahren deutlich zurückgegangen.5 Insgesamt stirbt in Deutschland derzeit ca. 1 von 340 Frauen an einem Zervixkarzinom, vor 30 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele.4
  • Diese Vorsorgestrategie wird als opportunistisches Screening bezeichnet, von lat. opportunitas, Gelegenheit. So sollen Karzinome in frühen Stadien und prämaligne Vorläuferläsionen erkannt werden, die kurativ behandelt werden können.

Transformationszone

Indikationen

Kontraindikationen

Testeigenschaften

Fehlerquellen

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen