Morbus Ménière

Zusammenfassung

  • Definition: Eine durch wiederkehrende Episoden von Schwindel, Hörverlust und Tinnitus gekennzeichnete Erkrankung (Ménière-Trias). Die Genese ist unklar, ein endolymphatischer Hydrops wird postuliert.
  • Häufigkeit: Die Prävalenz liegt zwischen 50–250 pro 100.000. Uneinheitliche Diagnosestellungen erschweren genaue statistische Angaben.
  • Symptome: Zu Beginn häufig atypisch, weil sie isoliert auftreten. Dies kann z. B. ein plötzlicher Anfall von Schwindel sein. In anderen Fällen können es ausschließlich Hörprobleme sein.
  • Befunde: Klinische Befunde während eines Anfalls sind Drehschwindel und Hörverlust sowie ein horizontaler Nystagmus, ggf. mit rotatorischer Komponente.
  • Diagnostik: Ein Audiogramm ist für die Diagnostik notwendig. Zum Ausschluss eines Akustikusneurinoms kann eine MRT durchgeführt werden.
  • Therapie: Akutbehandlung mit Antiemetika und Antivertiginosa. Maßnahmen zur Anfallsprävention werden kontrovers diskutiert.
  • Prognose: Der Morbus Ménière verläuft progredient, jedoch unvorhersehbar. Spontanremissionen sind häufig. Bei 80 % der Fälle nimmt die Häufigkeit und Intensität der Anfälle ab, doch das Hörvermögen wird mit jedem Anfall schrittweise reduziert. Schwindel und Tinnitus können sehr beeinträchtigend sein. Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit sind möglich.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Morbus Ménière oder Ménière-Krankheit
  • Eine Erkrankung, die durch wiederkehrende Episoden einer Symptomentrias gekennzeichnet ist: (1) Schwindel, (2) Hörverlust und (3) Tinnitus. Viele haben auch ein Gefühl der Enge oder Druck im Ohr.1-2
    • Die Erkrankung kann uni- oder bilateral auftreten.
    • Ein akuter Hörsturz mit oder ohne Schwindel und Tinnitus tritt dagegen meist einseitig auf.3
  • Der Morbus Ménière ist schwierig zu diagnostizieren, vor allem in frühen Stadien, in denen noch nicht alle Symptome auftreten.
  • Bei einem Drehschwindel, der Minuten bis Stunden anhält und begleitet wird von Schwindel, Tinnitus, Ohrdruck und manchmal Migräne ist der M. Ménière eine der häufigsten Ursachen in der Hausarztpraxis.2
  • Die Erkrankung wurde nach Prosper Ménière benannt, der im Jahre 1861 die  Krankheit erstmalig beschrieben hat.4
    • Der M. Ménière ist eine Erkrankung des Innenohres, bei der der Druck der Innenohrflüssigkeiten (Endolymphe) anfallsweise erhöht ist.
    • Die Ursache dieser plötzlichen Drucksteigerung ist bisher nicht bekannt.
    • Möglicherweise spielt hier das vegetative Nervensystem eine ursächliche Rolle.
    • Als Auslöser für Ménière Anfälle kommen nicht selten psychische Erregung oder Stresssituationen in Frage.
  • Die genaue Ursache des M. Ménière ist weiterhin nicht eindeutig geklärt, entsprechend der möglichen Kausalität beim akuten Hörsturz. Beide Krankheitsbilder zeigen Gemeinsamkeiten, eine Differenzierung ist nicht immer exakt möglich.3

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen