Abbildung: Colourbox

Rachenentzündung

Der Rachen erstreckt sich vom Nasenrachen bis hinunter zum Schlundrachen mit Luft- und Speiseröhre. Der Rachen wird in den oberen, mittleren und unteren Rachenraum unterteilt.

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Im hinteren Bereich der Mundhöhle sind rechts und links vom Gaumensegel größere Lymphdrüsen, die Tonsillen, angeordnet, die im Volksmund als Mandeln bezeichnet werden. Der Rachen erstreckt sich vom hinteren Bereich der Nase und des Mundes bis hinunter zur Luft- und Speiseröhre. Wenn wir atmen, fließt die Luft auf dem Weg in die Lungen und zurück auch durch den Rachen. Wenn wir schlucken, wird die Nahrung in die Speiseröhre transportiert, während der Kehldeckel (Epiglottis) die Luftröhre verschließt. Die Stimmbänder, im Kehlkopf (Larynx), im unteren Teil des Rachens straffen und entspannen sich, während die Luft hindurchströmt, wodurch der Mensch Laute bilden und sprechen kann.

Blick in den geöffneten Mundraum
Nase mit Conchae und Nebenhöhlen
Nasen- und Mundraum mit Übergang in den Rachen; seitliches Schnittbild
Spiegeluntersuchung des oberen Teils des Rachens.
Mit einer Lichtquelle und einem Spatel kann die Ärztin Mund und Rachen untersuchen (Spiegelung)
Stimmbaender offen.jpg
Kehlkopfspiegelung: Blick weit in den Rachenraum auf den Kehlkopf mit Stimmbändern

 

Erkrankungen im Rachen

Meist handelt es sich bei Erkrankungen im Rachen um Infektionen. Typisch ist die "Mandelentzündung", die Angina tonsillaris, die meist mit starken Halsschmerzen einhergeht. Sind die Mandeln sehr häufig entzündet, können sie deutlich an Größe zunehmen; in solchen Fällen ist manchmal eine Entfernung dieser Drüsen sinnvoll. Die früher häufige Diphtherie, eine sehr schwere Infektion des Rachens durch bestimmte Bakterien, tritt heutzutage infolge der Impfungen kaum noch auf. Auch die Strukturen des Kehlkopfs sind recht oft entzündet, bei Kindern ist hier vor allem der Krupp-Husten zu nennen. Gefahr droht, wenn im Rahmen einer allergischen Reaktion Schleimhaut des Rachens und Kehlkopfs anschwillt, da dadurch der Betroffene ersticken kann. Eine sofortige Behandlung ist hier unbedingt nötig. In der Regel harmlos hingegen, aber störend, sind Knötchen an den Stimmbändern, die sich durch Entzündungen bzw. hohe Beanspruchung ausbilden können (Sängerknötchen).

Viel seltener als die geannnten Krankheiten treten Krebserkrankungen im Rachenraum auf. Diese sind aber in der Regel schwierig zu behandeln, weil sie häufig erst spät diagnostiziert werden und das Tumorgewebe sich dann bereits recht weit ausbreitet hat. Außerdem ist der Bereich des Rachens bei Operationen schlecht zugänglich, und viele wichtige Strukturen wie Blutgefäße, Nerven sowie auch manche Bereiche des Gehirn liegen in der Nähe, was das Risiko bei operativen Eingriffen stark erhöht.

Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Medizinjournalistin, Bremen