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Nasennebenhöhlen-Karzinom (Krebs)

Beim Karzinom (Krebs) der Nasennebenhöhlen handelt es sich um eine seltene Erkrankung. Da zu Beginn nur wenige Symptome auftreten, wird die Diagnose häufig in einem relativ weit fortgeschrittenem Stadium gestellt. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch eine Operation und Bestrahlungen.

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Was sind die Nasennebenhöhlen?

Nebenhöhlen – Übersicht

Bei den Nasennebenhöhlen oder einfach Nebenhöhlen handelt es sich um Hohlräume in den Gesichtsknochen, die mit einer Schleimhaut ausgekleidet sind. Die wichtigsten sind die Kieferhöhlen (Sinus maxillaris), die Stirnhöhlen (Sinus frontalis), die Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) und die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis). Alle Nebenhöhlen sind über je eine Öffnung mit der Nase verbunden.

Ein Karzinom dieser Strukturen geht meist auf veränderte Schleimhautzellen zurück (Plattenepithelkarzinom), kann aber auch durch Veränderungen anderer Zelltypen verursacht sein. Die Erkrankung kann in verschiedenen Formen vorliegen, die aber alle ähnlich verlaufen.

Die Nebenhöhlen sind relativ selten von einer Karzinomerkrankung betroffen. In Schweden wurde 2009 bei rund 80 Personen ein Karzinom der Nasennebenhöhlen diagnostiziert. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Symptome

Es handelt sich um eine fortschreitende Erkrankung, die zu Beginn nur wenige Symptome verursacht. Mit der Zeit äußern sich die Symptome deutlicher. Patienten können z. B. das Gefühl haben, dass eine Zahnprothese nicht mehr richtig sitzt. Andere mögliche Symptome sind Empfindungsstörungen im Gesicht, Sehstörungen (ggf. Doppeltsehen), Schmerzen, Nasenbluten, einseitig verstopfte Nase oder nicht heilende Nebenhöhlenentzündung. Ausgelöst werden diese Symptome durch einen Tumor, dessen Wachstum Druck auf das benachbarte Gewebe ausübt.

Am häufigsten treten Karzinome der Nasennebenhöhlen in den Kieferhöhlen auf (Sinus maxillaris), die unter den Augen liegen.

Diagnostik

In der hausärztlichen Praxis werden zunächst Nase und Rachen untersucht. Obwohl diese Untersuchung meist ergebnislos verläuft, kann die Anamnese, also die Krankengeschichte, einen entsprechenden Verdacht begründen. In diesem Fall kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz, um einen ggf. vorliegenden Tumor festzustellen. Bei positivem Befund werden Nase und Nebenhöhlen in einer Hals-Nasen-Ohren-Klinik endoskopisch untersucht und eine Gewebeprobe des Tumors entnommen (Biopsie).

Therapie

Die Therapie hängt davon ab, welches Erkrankungsstadium vorliegt und aus welcher Art von Zellen der Tumor besteht. Die meisten Patienten werden mit einer Operation und Bestrahlungen behandelt. In jüngster Zeit kommen zudem verstärkt Chemotherapien zum Einsatz. Der Therapieplan wird dabei stets auf den Einzelfall zugeschnitten.

Prognose

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto günstiger ist die Prognose. Karzinome der Nasennebenhöhlen werden allerdings häufig spät erkannt. Wenn keine lokalen Lymphknoten beteiligt sind, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei rund 50 %. Wenn eine Beteiligung der Lymphknoten vorliegt, geht die Erkrankung mit einer deutlich ungünstigeren Prognose einher.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Nebenhöhlenkarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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