Halsentzündung durch Streptokokken

Eine eitrige Mandelentzündung ist eine Infektion in Hals und Rachen, die in der Regel durch Bakterien vom Typ der beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A hervorgerufen wird.

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Fakten

  • Eine bakterielle Infektion in Hals und Rachen wird durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A hervorgerufen.
  • Durch die Streptokokken-Infektion kommt es zu starken Halsschmerzen und Beschwerden beim Schlucken. Häufig treten auch kloßige Sprache, geschwollene und schmerzempfindliche Lymphknoten am Hals, Fieber (38–40 °C) und Kopfschmerzen auf.
  • Die Gaumenmandeln sind bei der Untersuchung rot und geschwollen und zeigen häufig einen weißen Belag oder weiße Flecken.
  • Die Streptokokken verbreiten sich in der Regel durch Tröpfcheninfektion.
  • Antibiotika (Penicillin) führen häufig zu einer schnellen Besserung der Beschwerden.

Hintergrund

Die meisten Halsentzündungen werden von Viren verursacht. Eine bakterielle Mandelentzündung (Tonsillitis) entsteht am häufigsten durch eine Infektion mit Streptokokken. Häufige Symptome sind Fieber (38–40 °C), Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Schmerzen können bis zu den Ohren hin ausstrahlen. Die Sprache wird kloßig, als ob die Betroffenen eine heiße Kartoffel im Hals hätten. In der Regel sind auch die Lymphknoten an der Außenseite des Halses geschwollen und schmerzempfindlich. 

Bei Kleinkindern können die Symptome diffuser sein. Sie können abgeschlagen wirken und keinen Appetit oder Bauchschmerzen haben, oft mit Erbrechen. Ohrenschmerzen können auftreten, Husten ist dagegen selten. Insbesondere Kinder können durch die Streptokokken-Infektion auch an Scharlach erkranken. Dann tritt zusätzlich ein roter Hautausschlag auf.

Die Erkrankung ist häufig. Bei Kindern werden 15–30 % der akuten Mandelentzündungen durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A verursacht, bei Erwachsenen 5–10 %. Die Krankheit bricht oft im Herbst und Winter aus.

Ursachen

Eine bakterielle Mandelentzündung wird in den meisten Fällen durch eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A verursacht. 

Die Streptokokken verbreiten sich in der Regel durch Tröpfcheninfektion. Sind Personen in Ihrer Umgebung erkrankt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Streptokokken-Tonsillitis. Besonders in Familien mit Kindern ist das Risiko hoch, dass weitere im Haushalt lebende Familienmitglieder erkranken. Bei bis zu 20 % der Bevölkerung ist der Rachenraum mit Streptokokken besiedelt, ohne dass Symptome auftreten. Sie können sich auch bei solchen symptomfreien Keimträgern anstecken.

Stress und eine herabgesetzte Immunabwehr machen anfälliger für Streptokokken-Infektionen.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt 1–3 Tage.

Diagnostik

Halsschmerzen werden häufig durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Eine Mandelentzündung durch Streptokokken zeigt jedoch so typische Symptome, dass die Diagnose in der Regel schnell gestellt wird. Bei einer Streptokokkeninfektion sind die Gaumenmandeln (Tonsillen) rot und geschwollen und zeigen häufig einen weißen Belag oder weiße Flecken. Eventuell sind die Lymphknoten an der Außenseite des Halses geschwollen.

Die Diagnose kann mit einem Streptokokken-A-Antigen-Schnelltest bestätigt werden. Die Ärztin oder der Arzt nimmt einen Rachenabstrich und kann in nur wenigen Minuten und mit hoher Sicherheit überprüfen, ob es sich um eine Streptokokken-Infektion handelt. Der Rachenabstrich kann auch zur Kultivierung an ein Labor geschickt werden.

Blutuntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich. Sie können aber durchgeführt werden, um andere Erkrankungen (z. B.  Pfeiffer-Drüsenfieber) auszuschließen.

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Streptokokkeninfektion

Therapie

Ziel der Thearpie ist es, die Symptome zu lindern, die Ansteckungsgefahr zu mindern, den Krankheitsverlauf zu verkürzen und mögliche Komplikationen zu verhindern.

Ruhe und Entspannung sind wichtig. Bei Bedarf können Sie fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen für 2–3 Tage einnehmen. Lutschtabletten und Nasentropfen tragen zur Linderung der Beschwerden bei, der Krankheitsverlauf wird dadurch jedoch nicht abgekürzt. Sie können auch mit Kochsalzlösung gurgeln, um Schluckbeschwerden zu lindern.

Wenn die Erkrankung durch Streptokokken verursacht wird, verschreiben Ärzte in den meisten Fällen das Antibiotikum Penicillin für 7 Tage. Bei der Einnahme von Penicillin ist es wichtig, dass Sie die Therapie bis zum Ende durchführen, damit alle krankheitserregenden Bakterien abgetötet werden. Bei stark geschwollenen Mandeln kann in Ausnahmefällen auch Kortison verabreicht werden.

Eine durch andere Bakterien oder durch Viren verursachte Mandelentzündung führt nur selten zu einem ausgeprägten Krankheitsbild. In den meisten Fällen kann das körpereigene Immunsystem die Infektion bekämpfen, und Antibiotika werden nicht empfohlen.

Vorbeugend sollten Sie engen Kontakt mit erkrankten Personen meiden. Trinken Sie nicht aus demselben Glas oder Becher. Regelmäßiges Händewaschen schützt vor Ansteckung.

Verlauf

In der Regel zeigen Antibiotika (Penicillin) eine schnelle und gute Wirkung. Schlägt die Antibiotikatherapie nach 3–5 Tagen nicht an, sollten Sie erneut Ihre Ärztin/Ihren Arzt aufsuchen. Wenden Sie sich auch an Ihre Ärztin/Ihren Arzt, wenn es Ihnen schlechter geht. Dies ist der Fall, wenn das Fieber steigt, eine Schwellung am Hals auftritt oder Sie Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes haben: Dies könnte auf einen Rachenabszess (Peritonsillarabszess) hindeuten. Dabei bildet sich ein Eitergeschwür im Gewebe um die Gaumenmandeln, das eröffnet werden muss.

Früher wurden auch rheumatisches Fieber und Nierenentzündungen auf unbehandelte Streptokokkeninfektionen zurückgeführt (siehe Spätfolgen von Tonsillitis). Diese Erkrankungen sind heutzutage jedoch selten, da die Bakterienstämme, die diese Komplikationen verursachen können, seltener auftreten. Ein wichtiger Grund für den Rückgang dieser Erkrankungen ist wahrscheinlich auch die Tatsache, dass die meisten Streptokokkeninfektionen heute mit Antibiotika behandelt werden.

Eine bakterielle Mandelentzündung kann mehrmals im Jahr auftreten. Wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten mehr als fünf eitrige Mandelentzündungen diagnostiziert und antibiotisch behandelt worden sind, sollte eine operative Entfernung der Mandeln in Erwägung gezogen werden.

Kindergarten/Tagesbetreuung

Einen Tag nach begonnener Therapie besteht keine Infektionsgefahr mehr. Kinder können den Kindergarten/die Tagesbetreuung wieder besuchen, sofern kein Fieber über 38 °C besteht oder der Allgemeinzustand beeinträchtigt ist.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Streptokokkeninfektion des Halses. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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