Karzinom des Hypopharynx (unterer Rachen)

Bei einem Karzinom des Hypopharynx treten Tumoren in der Schleimhaut des unteren Teils des Rachens auf. Die Erkrankung sollte nicht mit einem Karzinom der Stimmbänder (Larynxkarzinom) verwechselt werden.

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Was ist der Hypopharynx?

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Der Hypopharynx bezeichnet den Bereich des Rachens, der unterhalb der Epiglottis liegt. Die häufigsten Erkrankungen in diesem Bereich sind Infektionen; bösartige Tumoren (Krebs, Fachbegriff Karzinom) sind deutlich seltener. Ein Karzinom des Hypopharynx ist ein Tumor, der in diesem Bereich entsteht. Es wird zwischen einem Hypopharynxkarzinom und Krebs im Bereich der Stimmbänder, dem Larynxkarzinom, unterschieden.

Ursachen

Es liegen nur begrenzte Kenntnisse über die Ursachen vor. Verschiedenen Ergebnissen zufolge entsteht Krebs in diesem Bereich vor allem im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch und dem Rauchen. Asbeststaub, Kunststoffe und Nickel sowie eine chronische Entzündung in diesem Bereich scheinen ebenfalls das Risiko für diesen Krebs zu erhöhen. Ein bestimmter Virustyp, das häufig vorkommende Humane Papillomavirus, ist Studien zufolge neben anderen Karzinomen auch mit Krebs im Hypopharynx assoziiert. Das Hypopharynxkarzinom ist häufiger unter der älteren Bevölkerung; bei der Erstdiagnose sind die Patienten durchschnittlich 64 Jahre alt, Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Symptome

In den frühen Phasen können wenige oder auch gar keine Symptome auftreten, was es schwierig machen kann, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Die ersten Symptome können das Gefühl eines „Kloßes im Hals“ und einige Schwierigkeiten beim Schlucken sein. Später können Schmerzen beim Schlucken, Heiserkeit, Schweratmigkeit und möglicherweise eine schmerzlose Schwellung im Hals durch einen vergrößerten Lymphknoten auftreten.

Diagnostik

Spiegeluntersuchung des unteren Rachens.

Die Anamnese weist auf die Erkrankung hin. Durch eine Spiegeluntersuchung des unteren Teils des Halses, evtl. auch durch eine Endoskopie, kann der Arzt den Tumor nachweisen. Während der Untersuchung wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen und die Diagnose durch eine mikroskopische Untersuchung dieser Probe ermittelt.

Andere Untersuchungen, die meist vor der Therapie durchgeführt werden, sind CT, MRT und/oder PET und Endoskopie. Solche Untersuchungen sind entscheidend für die Therapie und um eine Vorstellung von der Prognose zu erhalten.

Therapie

Zum Zeitpunkt der Diagnose haben sich 85 % dieser Tumoren auf die Lymphknoten oder entferntere Teile des Körpers ausgebreitet. In frühen Stadien von Krebserkrankungen ist Bestrahlung die bevorzugte Therapie. Ansonsten wird häufig eine Operation mit Strahlentherapie kombiniert. Einige Patienten können mit einer Chemotherapie behandelt werden. In einigen Fällen kann es nötig sein, sehr ausgedehnt zu operieren, und Sie können den Verlust des natürlichen Sprachvermögens riskieren. Dies klingt zwar drastisch, aber die meisten Patienten lernen, die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel zu verwenden, sodass sie sich im alltäglichen Leben gut verständigen können.

Komplikationen und Prognose

Die Behandlung von Krebs ist grundsätzlich eine große Belastung für den Körper. Leider wirkt sich die Behandlung nicht nur auf die Krebszellen aus, sodass man auch Probleme im Zusammenhang mit der Behandlung selbst bekommen kann. Solche Nebenwirkungen können in unterschiedlichem Maß auftreten, und wie Sie sie erleben, ist im Voraus schwer zu sagen.

Da die Diagnose häufig zu einem Zeitpunkt gestellt wird, an dem sich die Krebserkrankung bereits ausgebreitet hat, ist die Prognose nicht die beste, aber dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich, und nur der behandelnde Arzt kann etwas Genaueres zur Prognose sagen.

Weiterführende Informationen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hypopharynxkarzinom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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