Arzneimittelinduzierte Hautreaktionen

Zusammenfassung

  • Definition: Nebenwirkung eines Medikaments in Form von Hautreaktionen.
  • Häufigkeit:Bei etwa 10–20 % der Patienten, die sich in stationärer Behandlung befinden, und bei etwa 1–5 % der Patienten, die in einer Hausarztpraxis behandelt werden, lösen Medikamente erhebliche Nebenwirkungen aus.
  • Symptome:Äußert sich in Hautausschlag und Juckreiz in milden Formen. Seltener sind schwere Verlaufsformen und systemische Beteiligungen. 
  • Befunde:Makulopapulöse Ausschläge in milden Formen, Blasenbildung und Erythrodermie in schweren Formen.
  • Diagnostik:Mögliche apparative Diagnostik: Tryptasespiegel im Serum, spezifisches IgE, Hautbiopsie und ggf. Allergietests abhängig von Klinik und vermuteter Pathogenese.
  • Therapie:Absetzen des auslösenden Medikaments, ggf. Antihistaminika bei Juckreiz. Stationäre, ggf. intensivmedizinische Behandlung bei schweren Verrlaufsformen notwendig.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Nebenwirkung eines Medikaments in Form von Hautreaktionen, häufig in Form von Urtikaria als Form von Sofort-Typ-Reaktionen oder Exanthemen als Ausdruck einer immunologischen Spätreaktion1
  • Von einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) T88.7 spricht man, wenn ein indikationsgerecht verabreichtes Arzneimittel in korrekter Dosierung eine unvorhersehbare Reaktion z. B. an der Haut hervorruft.
  • Die Pathogenese dieser Hautreaktionen ist nicht immer sicher zu klären, neben immunologischen Sofort-Typ-Reaktionen (IgE, allergische Reaktionen) gibt es eine Vielzahl von Reaktionen der Haut auf eingenommene Medikamente, die teils immunologisch (nicht IgE-vermittelt) oder nicht-immunologisch bedingt sind.
    • Siehe auch den Artikel Arzneimittelinduzierte allergische Reaktionen.
    • Der Mechanismus der nicht-allergischen Arzneimittelhypersensitivität ist meist unbekannt.2
    • Zudem gibt es vorhersehbare pharmakologische Nebenwirkungen (z. B. photochemische Reaktionen), toxische und kumulativ-toxische Effekte.
    • Viele Reaktionen an der Haut scheinen auf einer gestörten T-Zell-vermittelten Immunität zu beruhen. Dafür spricht auch, dass Hautreaktionen häufig durch eine Koinzidenz einer Virusinfektion mit einer Medikamenteneinnahme auftreten.
  • Da sich arzneimittelinduzierte Hautreaktionen ähnlich anderen Erkrankungen der Haut äußern können, lässt das äußere Erscheinungsbild eines Ausschlags zunächst häufig nicht eindeutig auf ein Medikament als Ursache schließen.
  • Weiter erschwert wird die Abklärung arzneimittelinduzierter Hautreaktionen dadurch, dass das gleiche Arzneimittel verschiedene Reaktionen hervorrufen und die gleiche Reaktion durch verschiedene Arzneimittel verursacht sein kann.
  • Die Vielzahl der Pathomechanismen und die Vielzahl der klinischen Erscheinungsformen erschwert die Diagnostik.
  • Wichtig ist vor allem die klinische Einteilung in milde und schwere Verlaufsformen, um eine adäquate Therapie einzuleiten, und die Unterscheidung in allergisch oder nicht-allergische Genese, da bei allergischen Reaktionen eine erneute Exposition fatale unmittelbare Folgen haben könnte.1

Diagnostik

Klinische Formen

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen

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