Basalzellkarzinom

Zusammenfassung

  • Definition:Maligner, aber lokal begrenzt wachsender Tumor, der aus der Basalzellschicht der Epidermis hervorgeht. Hauptursache ist eine häufige und langwierige Exposition gegenüber Sonneneinstrahlung bei heller Haut. Immunsuppressive Therapien erhöhen das Risiko.
  • Häufigkeit:Häufigste Form von Hautkrebs.
  • Symptome:Zeigt sich als langsam wachsende Knötchen oder Geschwür an gegenüber der Sonne exponierten Hautstellen.
  • Befunde:Erscheint zumeist wie eine nicht heilende Wunde. Evtl. als leicht gerötete Schwellung mit glatter/glänzender Oberfläche.
  • Diagnostik:Die Diagnose wird zumeist klinisch gestellt und mittels einer Biopsie bestätigt.
  • Therapie:Die Therapie besteht im Wesentlichen in der operativen Entfernung. Alternativen bieten die photodynamische Therapie, immunstimulierende Medikamente sowie eine Kryo- oder Strahlentherapie. Die Prognose ist sehr gut.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Maligne Veränderung von Basalzellen der Epidermis
  • Das Basalzellkarzinom zählt zu den nicht-melanozytären Hautkrebsarten.2
  • Wird auch als Basaliom, Epithelioma basocellulare oder „weißer Hautkrebs“ bezeichnet.
  • Der Tumor wächst lokal und metastasiert nur äußerst selten über die Lymphe oder das Blut in andere Organe.

Prävalenz

  • Das Basalzellkarzinom stellt weltweit die häufigste Krebsart unter Menschen europäischer Abstammung dar.3
  • Das Basalzellkarzinom macht 80 % aller Fälle von weißem Hautkrebs aus.4
  • In Deutschland beträgt die Inzidenz ca. 170 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern pro Jahr.5
  • Es gibt erhebliche geografische Unterschiede in der Häufigkeit, wobei hellhäutige Menschen in besonders sonnenreichen Gebieten am häufigsten betroffen sind.
  • Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren.
  • Männer sind ca. 2-mal häufiger betroffen als Frauen.3
  • Bei fast 40 % der von einem Basalzellkarzinom Betroffenen treten innerhalb von 5 Jahren Rezidive auf.

Ätiologie und Pathogenese

  • Die Hauptursache liegt in einer kumulativen UV-Belastung durch Sonneneinstrahlung im Freien.6
  • Prädilektionsstellen sind der Kopf und der Hals, da diese häufig und lange der Sonne ausgesetzt sind.
  • Länger andauernde immunsuppressive Therapien, wie z. B. nach einer Organtransplantation, erhöhen das Risiko beträchtlich.
  • Röntgenstrahlung und chronische Arsen-Exposition sind weitere bekannte Risikofaktoren.
  • Eine Metastasierung ist extrem selten mit einer geschätzten Inzidenz von 0,0028–0,55 %.7
  • Durch das invasive Wachstum können jedoch Knorpel- und Knochengewebe zerstört sowie lebenswichtige Strukturen erreicht werden.
  • Pathogenese
    • Die Sonnenstrahlen dringen in die Basalzellen der Haut und der Hautanhangsorgane ein und schädigen dort die genetische Struktur (DNA). Dies kann zu einem unkontrollierten Wachstum und zur Tumorbildung führen.
    • Möglicherweise sind auch Schädigungen der Stammzellen in der Haut Ausgangspunkt für die Tumorbildung.8
  • Es werden mehrere histologische Subtypen unterschieden.4
    • Am häufigsten ist mit 50 % das solide (noduläre) Basalzellkarzinom.
    • Sklerodermiforme  und mikronoduläre Basalzellkarzinom wachsen infiltrativ (25 %).
    • multizentrisch-oberflächliches Basalzellkarzinom (Rumpfhautbasaliom) (25 %)
    • pigmentiertes Basalzellkarzinom (mit 1 % sehr selten)
    • Ulcus terebrans, Ulcus rodens sind weitere sehr seltene, verwilderte ulzerierend-destruierend wachsende Subtypen.

Prädisponierende Faktoren

  • Das Risiko, an einem Basaliom zu erkranken, steigt mit dem Alter und dem Grad der Exposition gegenüber Sonneneinstrahlung.9
  • Weitere Risikofaktoren sind:
    • Helle Haut, die anfällig für Sonnenbrand ist.
    • häufige und wiederholte Sonnenbrände als Kind
    • Die Nutzung von Solarien, die zu einem um 25–50 % erhöhten Risiko führen kann.10
    • Immunsuppression nach einer Organtransplantation
    • eine frühere Arsenbehandlung oder Strahlentherapie
    • langfristige Exposition gegenüber karzinogenen Stoffen, wie z. B. Ruß, Teer und Kohlenwasserstoffe11
    • Alkohol
    • Einnahme von photosensibilisierenden Medikamenten12
    • Einige seltene genetisch bedingte Hauterkrankungen (z. B. Gorlin-Goltz-Syndrom, Xeroderma pigmentosum) disponieren für ein Basaliom.

ICPC-2

  • S77 Bösartige Neubildung Haut

ICD-10

  • C44 Sonstige bösartige Neubildungen der Haut
    • C44.9 Bösartige Neubildung der Haut, nicht näher bezeichnet

Diagnostik

  • Meist reicht eine Inspektion der Patienten ohne Hilfsmittel aus, um eine eine klinische Verdachtsdiagnose zu stellen.5
  • Auflichtmikroskopie
    • Bei Verdacht auf Vorliegen eines Basalioms sollte das gesamte Hautorgan untersucht werden.
  • Histologisch erfolgt dann die Bestätigung.
  • CT oder MRT
    • Bei sehr großen destruierenden Tumoren, um das Ausmaß der Infiltration festzustellen.

Differenzialdiagnosen

Anamnese

  • Hautveränderung, langsam wachsende Geschwüre oder Tumoren an Stellen der Haut, die der Sonne ausgesetzt sind.
  • Evtl. leichtblutende Geschwüre bzw. nicht verheilende Wunden
  • Etwa 80 % der Basaliome treten am Kopf oder am Hals auf.

Klinische Untersuchung

  • Basalzellkarzinome können das Gesicht, den Nacken, die Ohren und den oberen Bereich des Rumpfes, seltener auch die Handrücken befallen.

Unterschiedliche Typen

  • Nodulär und ulzerierend
    Basaliom mit zentraler Ulzeration
    Basaliom mit zentraler Ulzeration
     
    • Entwickelt im Laufe der Zeit eine zentrale Ulzeration mit einem festen, zirkulären, wallförmig aufgetriebenen, perlenschnurartigen Randsaum und Infiltration der umliegenden Haut.
    • Das klinische Bild mit einer zentralen Ulzeration wird auch Ulcus rodens genannt.
      Noduläres Basaliom
      Noduläres Basaliom
    • Der Tumor kann zeitweise weiterwachsen, ohne zu ulzerieren, und wird dann knotig oder zystisch mit einer charakteristischen perlmuttartig glänzenden Oberfläche mit Teleangiektasien.5
  • Diffus infiltrierend oder sklerosierend
    • Eine scharfe Grenze fehlt, und das Basaliom erscheint als weiß bis gelb-rötlich infiltrierte narbenartige Plaque.
    • Nach und nach bilden sich Ulzerationen und Verschorfungen.
  • Basaliom, superfiziell
    Basaliom, superfiziell
    Superfiziell oder multifokal
    • Finden sich für gewöhnlich am Rumpf.
    • Derartige Läsionen entwickeln sich langsam zu erythematösen, leicht schuppenden, mitunter multiplen dünnen Plaques, die mehrere Zentimeter im Durchmesser haben können.
    • Die Patienten hatten meist schon über mehrere Jahre hinweg Hautläsionen, die fälschlich für Ekzemflecke oder eine Psoriasis gehalten werden können.
  • Pigmentierte Varianten
    • Sind selten und klinisch nur schwer von malignen Melanomen zu unterscheiden.

Ergänzende Untersuchungen 

  • Dermatoskopie und Lasermikroskopie können bei der Diagnose hilfreich sein oder zur Therapiekontrolle verwendet werden.5
  • Die Sonografie kann bei der Bestimmung der Ausbreitung des Tumors helfen.
  • Bei periorbitalen Tumoren kann eine CT oder MRT zum Ausschluss der Infiltration der Orbita notwendig sein.5
  • Die Diagnose sollte immer histologisch verifiziert werden.
    • Die Stanzbiopsie sollte aus dem klinisch am stärksten infiltrierenden Bereich genommen werden.
    • Der Befund soll neben der Diagnose auch die Tumordicke (vertikaler Tumordurchmesser) sowie  Angaben zu den Resektionsrändern enthalten.5 

Checkliste zur Überweisung

Hautkrebs

  • Zweck der Überweisung
    • Diagnostik oder Therapie?
  • Anamnese
    • Seit wann besteht die Hautveränderung? Verlauf und Entwicklung?
    • Lokalisierung und Ausbreitung? Beschwerden?
    • Andere relevante Krankheiten?
  • Klinische Untersuchung
    • Hautstatus: Lokalisation, Größe, Beschreibung?
    • Allgemeinzustand

Therapie

Therapieziel

  • Entfernung des Tumors und Heilung der Erkrankung

Allgemeines zur Therapie

  • Operation
    • Basalzellkarzinome werden in der Regel operativ entfernt.
  • Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei nicht operablen Befunden oder nicht operationsfähigen Patienten
    • Die photodynamische Therapie (PDT) kommt in wachsendem Umfang zur Anwendung.
    • Die Strahlentherapie kommt bei größeren Basaliomen zum Einsatz oder wenn die Lokalisation eine Operation nicht zulässt.
    • In fortgeschrittenen Stadien und bei metastasierenden Basalzellkarzinomen ist eine antineoplastische Therapie (Vismodegib) möglich.
    • topische Anwendungen

Operation

  • Anzustreben ist eine möglichst vollständige Exzision, was zugleich die histologische Untersuchung der Resektionsränder miteinschließen sollte.5
    • Es wird ein Sicherheitsabstand von mindestens 3–10 mm empfohlen.
    • Basaliome sind am häufigsten bei älteren Patienten, und etwaige Narben verwachsen sich in der Regel ohne kosmetische Einschränkungen; das gilt auch im Gesicht.
  • Alternative Verfahren
    • Einige Basaliome eignen sich u. U. für eine Ausschabung des Tumors, indem die Kürettage mit einer Kryo-, Laser- oder Elektrotherapie an den Grenzen zum gesunden Gewebe kombiniert wird (Flachexzision oder Shave-Exzision).
    • Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie erlaubt einen geringeren Sicherheitsabstand und kommt somit besonders im Gesicht zum Einsatz.
  • Nutzen
    • Die Heilungsraten bei einer Operation liegen bei 95 % oder darüber.13
  • Unvollständig  exzidierte BZK sollen als Therapie der ersten Wahl nachexzidiert werden.5

Photodynamische Therapie (PDT)

  • Die photodynamische Therapie ist eine nichtinvasive Behandlung von Basalzellkarzinomen, die sich durch ein geringes Komplikationsrisiko auszeichnet.
  • Kommt bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen in den Fällen zur Anwendung, in denen eine Operation zu entstellenden Narben oder Konturveränderungen führen würde.
  • Der größte Nachteil ist die Schmerzhaftigkeit des Verfahrens.5
  • Die beste Wirkung erzielt die Phototherapie bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen (Dicke < 1 mm); zudem hinterlässt die Behandlung keine Narben.
    • Die Erfolgsquote betrug in einer norwegischen Studie 3 Monate nach der Behandlung 88 %.
    • Das Ansprechen der nodulären und der sklerosierenden Formen auf die Therapie war mit ca. 50 % weniger erfolgreich.
    • Bei sklerosierenden Basalzellkarzinomen, bei denen die operative Entfernung die Therapie der Wahl darstellt, ist die photodynamische Therapie nicht angeraten. Eine Biopsie vor der Behandlung ist daher wichtig.
  • Als Teil der Behandlung wird die Hautläsion mit 20%iger 5-Aminolävulinsäure eingerieben und für 3–4 Stunden okkludiert.
    • 5-Aminolävulinsäure wird selektiv von den Tumorzellen aufgenommen und zu lichtsensibilisierenden Konzentrationen von Protoporphyrin IX metabolisiert.
    • Der Bereich wird dann mit Rotlicht bestrahlt.
    • Einige Patienten reagieren hierauf mit Schmerzen, weshalb oft eine Lokalanästhesie zum Einsatz kommt.
    • Die Behandlung muss 2-mal pro Behandlungszyklus durchgeführt werden.

Medikamentöse Behandlung

  • Nachteil aller topischen Behandlungen ist die fehlende histologische Kontrolle und die geringe Eindringtiefe.
  • Imiquimod 5 %
    • Ist als Therapie zugelassen und wird bei kleinen oberflächlichen Basaliomen verwendet.14-16
    • Eine im Vorfeld vorgenommene Biopsie, die Auskunft über die Infiltrationstiefe gibt, wird vorausgesetzt.
    • Zum Zweck der Therapie wird die betroffene Hautstelle 6 Wochen lang an 5 Tagen in der Woche einmal täglich eingerieben.
    • Die Therapie erfordert ein hohes Maß an Compliance vonseiten der Patienten, und es sind zusätzliche Kontrolluntersuchungen erforderlich.
    • In ca. 10 % der Fälle kommt es zur Rezidivbildung, was eine operative Behandlung erforderlich macht.
  • 5-Fluorouracil-Salbe 5 %
    • Soll 2-mal täglich für 4 Wochen aufgetragen werden.5
    • Nebenwirkungen sind Entzündungsreaktionen im Anwendungsgebiet mit Rötung, Schwellung, Schuppung, Blasenbildung bis hin zur Ulzeration sowie Schmerzen.5
  • Antineoplastische Therapie mit Hedgehog-Inhibitoren (Sonidegib, Vismodegib)17
    • Ist indiziert bei einem symptomatischen, metastasierenden Basalzellkarzinom oder bei einem lokal fortgeschrittenen Tumor, der sich nicht operativ oder mit Bestrahlung behandeln lässt.
    • Das Präparat wirkt als Inhibitor des Hedgehog-Signalwegs, der wichtig für die Proliferation, das Überleben und die Differenzierung der Tumorzellen ist.
    • Die Dosierung ist eine Kapsel täglich. Die Behandlung ist kostspielig (200 € pro Tag)
    • Nebenwirkungen sind insbesondere Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Haarausfall oder Geschmacksverlust.

Strahlentherapie

  • Kommt in erster Linie bei dicken Basaliomen zum Einsatz, bei denen eine Operation aufgrund der Lokalisation schwierig ist.
  • Kontraindiziert bei Erkrankungen, die mit erhöhter Strahlenempfindlichkeit einhergehen, z. B. Gorlin-Goltz-Syndrom und Xeroderma pigmentosum.5
  • Eine korrekt durchgeführte Strahlentherapie ergibt eine fast ebenso hohe Heilungsrate wie die Operation (90 %)18; zudem fällt das Resultat in kosmetischer Hinsicht meistens gut aus.
  • Eine Bestrahlung kann die Therapie der Wahl oder eine notwendige Zusatzbehandlung sein, wenn die Tumoren im zentralen Gesichtsbereich, auf der Nase, an den Augen, am Mund, an den Ohren oder über der Speicheldrüse liegen.
  • Die Behandlung ist relativ ressourcenaufwändig mit vielen Behandlungsreihen.

Prävention

  • Vermeiden Sie übermäßige Exposition gegenüber Sonnenlicht, und verzichten Sie auf den Besuch von Solarien.
    • Der gesundheitlicher Nutzen bei Vermeidung direkter Sonnenbestrahlung hinsichtlich der Hautkrebs-Inzidenz ist gegen den Schaden bezüglich des Knochenstoffwechsels und des psychischen Wohlbefindens individuell aufzurechnen.19
  • Ausreichende Verwendung von Sonnenschutzmittel und Kopfbedeckungen
  • Sonnenbrillen tragen.
  • Als Sekundärprophylaxe ist das frühzeitige Erkennen von Rezidiven bzw. neuen Tumoren am wichtigsten.
  • Regelmäßiges Hautkrebsscreening
    • durch routinemäßige Selbstuntersuchung der Haut auf Veränderungen, insbesondere blutende und nässende Läsionen
    • durch strukturiertes Hautkrebsscreening2
      • visuelle Ganzkörperinspektion der Haut durch speziell geschulte Ärzte alle 2 Jahre
      • gesetzlich Krankenversicherte im Alter von 35 Jahren und älter
      • Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) bewertet die Evidenz
        für den Nutzen eines generellen Hautkrebs-Screenings als unzureichend.2

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlauf

  • Basalzellkarzinome können über mehrere Jahre hinweg klein bleiben und nur eine geringe Neigung zum Wachstum zeigen, insbesondere bei älteren Menschen; sie können in manchen Fällen aber auch schnell wachsen.
  • Sie metastasieren so gut wie nie.
  • Patienten, die einmal von einem Basalzellkarzinom betroffen waren, haben ein erhöhtes Risiko für neue Basaliome wie auch für andere maligne Erkrankungen.
    • Das kumulative Risiko über 3 Jahre für ein neues Basaliom liegt bei 33–77 %.20
    • Das Risiko, ein malignes Melanom zu entwickeln, ist 2- bis 6-mal höher21 – wahrscheinlich als Folge der erhöhten Exposition gegenüber UV-Strahlung. Das absolute Risiko, an anderen Krebsarten zu erkranken, ist gering.

Prognose

  • Die Prognose ist bei Basaliomen gut.
    • Bei frühzeitiger Behandlung sind 95–99 % der Patienten nach 5 Jahren rezidivfrei.
    • Auch Rezidive haben mit einer über 90%igen Heilungschance eine gute Prognose.
  • Erhöhtes Rezidivrisiko bei einem Durchmesser > 2 cm und 22
    • Lokalisation am Kopf (OR 9,7)
    • Tiefe über das subkutane Fettgewebe hinaus. (OR 3,1)

Verlaufskontrolle

  • Bei Patienten, die von großen oder vielen Tumoren betroffen waren, sollte die Nachsorge durch fachärztlich überwachte klinische Kontrollen erfolgen.
  • Das Risiko für das Auftreten eines neuen Hautkrebses liegt bei 35 % nach 3 Jahren und bei 50 % nach 5 Jahren.23
  • Kontrollieren Sie Anzeichen von Rezidiven.
    • Im Gesicht  liegen höhere Rezidivraten vor als in anderen Regionen.5

Patienteninformationen

Worüber sollten Sie die Patienten informieren?

  • Eine Form von Hautkrebs, die nur äußerst selten metastasiert und deren Behandlung bei fast allen Patienten zur Genesung führt.
  • Eine Rezidivbildung oder das Auftreten neuer Tumoren sind zwar nichts Ungewöhnliches, aber die Behandlungsergebnisse bleiben auch dann immer noch gut.
  • Eine wichtige Funktion kommt der Eigenkontrolle zu, um Rezidive frühzeitig zu erkennen.
  • Regelmäßiges Hautkrebsscreening

Anerkennung als Berufskrankheit

  • Tritt ein Basalzellkarzinom im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit mit Ruß, Rohparaffin, Teer, Anthrazen, Pech oder ähnlichen Stoffen auf, kann diese Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden.24
  • Zuständig hierfür sind die gesetzlichen Unfallversicherungsträger.
  • Der Verdacht auf eine Berufskrankheit muss dort gemeldet werden (Meldebogen25).
  • Es wird eine ausführliche Arbeits- und Gefährdungsanamnese erhoben und ein Gutachten entscheidet über die Anerkennung als Berufskrankheit.
  • Dann können bestimmte Maßnahmen auf Kosten der GUV durchgeführt werden:
    • spezielle therapeutische Maßnahmen
    • Einstellung der gefährdenden Tätigkeit
    • Minderung der Erwerbsfähigkeit bis zur Zahlung einer Rente.26
  • Manchmal muss die Tätigkeit erst vollständig aufgegeben werden, damit die Anerkennung als Berufskrankheit erfolgen kann.

Patienteninformationen in Deximed

Weitere Informationen

Illustrationen

Basalzellkarzinom, Frühstadium. Das Basalzellkarzinom ist weltweit die häufigste Krebsart bei Menschen europäischer Abstammung.
Basalzellkarzinom, Frühstadium. Das Basalzellkarzinom ist weltweit die häufigste Krebsart bei Menschen europäischer Abstammung.
Basalzellkarzinom vom superfiziellen Typ. Entwickelt sich langsam zu erythematösen, leicht schuppenden, ggf. multiplen dünnen Plaques mit einem Durchmesser von bis zu mehreren Zentimetern
Basalzellkarzinom vom superfiziellen Typ. Entwickelt sich langsam zu erythematösen, leicht schuppenden, ggf. multiplen dünnen Plaques mit einem Durchmesser von bis zu mehreren Zentimetern.
Noduläres Basalzellkarzinom. Ein Basalzellkarzinom kann auch ohne zu ulzerieren wachsen. Es wird dann nodulär oder zystisch mit einer charakteristischen perlmuttartig glänzenden Oberfläche mit Teleangiektasien.
Noduläres Basalzellkarzinom. Ein Basalzellkarzinom kann auch ohne zu ulzerieren wachsen. Es wird dann nodulär oder zystisch mit einer charakteristischen perlmuttartig glänzenden Oberfläche mit Teleangiektasien.
Basalzellkarzinom mit zentraler Ulzeration und einem festen, zirkulär wallförmig aufgetriebenen, perlenschnurartigen Randsaum und Infiltration in die Umgebung.
Basalzellkarzinom mit zentraler Ulzeration und einem festen, zirkulär wallförmig aufgetriebenen, perlenschnurartigen Randsaum und Infiltration in die Umgebung.
Basalzellkarzinome kommen bei dunkelhäutigen Menschen nur selten vor. Die Zahl der Erkrankungen steigt mit dem Alter und ist bei Männern fast 30 % höher als bei Frauen. Schätzungsweise gibt es etwa 12.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Norwegen.
Basalzellkarzinome kommen bei dunkelhäutigen Menschen nur selten vor. Die Zahl der Erkrankungen steigt mit dem Alter und ist bei Männern fast 30 % höher als bei Frauen.
Das Basalzellkarzinom ist eine wichtige Differenzialdiagnose bei venösen Beingeschwüren, die auch auf optimale Behandlung nicht ansprechen. Biopsie entnehmen!
Das Basalzellkarzinom ist eine wichtige Differenzialdiagnose bei venösen Beingeschwüren, die auch auf optimale Behandlung nicht ansprechen. Biopsie entnehmen!
Noduläres Basalzellkarzinom mit großer Ulzeration (Ulcus rodens). Charakteristisch saumartiger Rand mit Teleangiektasien. Basaliome metastasieren in der Regel nie.
Noduläres Basalzellkarzinom mit großer Ulzeration (Ulcus rodens). Charakteristisch saumartiger Rand mit Teleangiektasien. Basaliome metastasieren in der Regel nie.
Unscharf begrenztes Basalzellkarzinom, ein narbiger Tumor vom sog. Morphea-Typ.
Unscharf begrenztes Basalzellkarzinom, ein narbiger Tumor vom sog. Morphea-Typ.
Basalzellkarzinom vom superfiziellen Typ. Pigmentierte Makula mit geringer Infiltration und leichter Schuppenbildung, makroskopisch relativ gut abgegrenzt. Wichtige Differenzialdiagnose bei einem lokalisiertes Ekzem, das auf Steroidbehandlung nicht anspricht. Biospie entnehmen!
Basalzellkarzinom vom superfiziellen Typ. Pigmentierte Makula mit geringer Infiltration und leichter Schuppenbildung, makroskopisch relativ gut abgegrenzt. Wichtige Differenzialdiagnose bei einem lokalisiertes Ekzem, das auf Steroidbehandlung nicht anspricht. Biospie entnehmen!
Basalzellkarzinom am Auge. Hauptursache ist eine kumulative UV-Belastung durch häufige und lange Sonnenexposition im Freien. Die Prognose ist gut.
Basalzellkarzinom am Auge. Hauptursache ist eine kumulative UV-Belastung durch häufige und lange Sonnenexposition im Freien. Die Prognose ist gut.

Quellen

Leitlinien

  • Deutsche Krebsgesellschaft. Prävention von Hautkrebs. AWMF-Leitlinie Nr. 032-052OL. S2, Stand 2014. www.awmf.org
  • Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Basalzellkarzinom der Haut. AWMF-Leitlinie Nr. 032-021. S2k, Stand 2018. www.awmf.org

Literatur

  1. Lohnstein M, Eras J, Hammerbacher C. Der Prüfungsguide Allgemeinmedizin - Aktualisierte und erweiterte 3. Auflage. Augsburg: Wißner-Verlag, 2018.
  2. Deutsche Krebsgesellschaft. Prävention von Hautkrebs. AWMF-Leitlinie Nr. 032-052OL, Stand 2014. www.awmf.org
  3. Bader RS. Basal cell carcinoma. Medscape, last updated Mai 2018 emedicine.medscape.com
  4. Berking C, Hauschild A, Kölbl O, Mast G, Gutzmer R: Basal cell carcinoma—treatments for the commonest skin cancer. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 389–95. www.aerzteblatt.de
  5. Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Basalzellkarzinom der Haut. AWMF-Leitlinie Nr. 032-021, Stand 2018 www.awmf.org
  6. Stulberg DL, Crandell B, Fawcett RS. Diagnosis and treatment of basal cell and squamous cell carcinomas. Am Fam Physician 2004; 70: 1481-8. PubMed
  7. McCusker M, Hou J, Wang L, Yue H, Hauschild A. Metastatic basal cell carcinoma: Differences in survival by site of spread [abstract]. J Clin Oncol 2012;30(Suppl.):8585. www.ejcancer.com
  8. Sellheyer K. Basal cell carcinoma: cell of origin, cancer stem cell hypothesis and stem cell markers. Br J Dermatol 2011; 164: 696-711. PubMed
  9. Corona R, Dogliotti E, D'Errico M, Sera F, Iavarone I, Baliva G, et al. Risk factors for basal cell carcinoma in a Mediterranean population. Arch Dermatol 2002;137: 1162-8. PubMed
  10. Wehner MR, Shive ML,l Chren M-M. Indoor tanning and non-melanoma skin cancer: a systematic review and meta-analysis. BMJ 2012; 345: e5909. BMJ (DOI)
  11. Gallagher RP, Bajdik CD, Fincham S, Hill GB, Keefe AR, Coldman A, et al. Chemical exposures, medical history and risk of squamous and basal cell carcinoma of the skin. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 1996;5: 419-24. PubMed
  12. Robinson SN, Zens MS, Perry AE, Spencer SK, Duell EJ, Karagas MR., Photosensitizing agents and the risk of non-melanoma skin cancer: a population-based case-control study. J Invest Dermatol. 2013 Aug;133(8):1950-5. doi: 10.1038/jid.2013.33. Epub 2013 Jan 23. www.ncbi.nlm.nih.gov
  13. Brownell I. Nodular basal cell carcinoma: when in doubt, cut it out. J Drugs Dermatol. 2007 Dec. 6(12):1245-6. www.ncbi.nlm.nih.gov
  14. Marks R, Gebauer K, Shumack S, Amies M, Bryden J, Fox TL, et al. Imiquimod 5% cream in the treatment of superficial basal cell carcinoma: results of a multicentre 6-week dose-response trial. J Am Acad Dermatol 2001;44: 807-13. PubMed
  15. Geisse J, Caro I, Lindholm J, Golitz L, Stampone P, Owens M. Imiquimod 5% cream for the treatment of superficial basal cell carcinoma: Results from two phase III, randomized, vehicle-controlled studies. J Am Acad Dermatol 2004; 50: 722-33. PubMed
  16. Karve SJ, Feldman SR, Yentzer BA, et al. Imiquimod: a review of basal cell carcinoma treatments. J Drugs Dermatol 2008; 7: 1044-51. PubMed
  17. Tang JY, Mackay-Wiggan JM, Aszterbaum M et al. Inhibiting the hedgehog pathway in patients with the basal-cell nevus syndrome. N Engl J Med 2012; 366: 2180-8. www.nejm.org
  18. Mc Loone NM, Tolland J, Walsh M, et al. Follow-up of basal cell carcinomas: an audit of current practice. J Eur Acad Dermatol Venereol. Jul 2006. 20(6):698-701. www.ncbi.nlm.nih.gov
  19. Egidi G. Chenot J-F. Empfehlungen zum Hautkrebsscreening in der S3-Leitlinie „Prävention von Hautkrebs“ – Kritik der DEGAM Teil 1 2015 www.online-zfa.de
  20. Marcil I, Stern RS. Risk of developing a subsequent nonmelanoma skin cancer in patients with a history of nonmelanoma skin cancer. Arch Dermatol 2000;136: 1524-30. PubMed
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  23. Karagas MR, Stukel TA, Greenberg ER, et al. Risk of subsequent basal cell carcinoma and squamous cell carcinoma of the skin among patients with prior skin cancer. Skin Cancer Prevention Study Group. JAMA 1992; 267: 3305-10. PubMed
  24. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dortmund. Merkblätter und wissenschaftliche Begründungen zu den Berufskrankheiten der Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV), zuletzt aktualisiert durch die Dritte Verordnung zur Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung vom 22. Dezember 2014. Zugriff 24.1.2017. www.baua.de
  25. DGVU Formtexte für Ärzte: Ärztliche Anzeige bei Verdacht auf eine Berufskrankheit. www.dguv.de
  26. Mehrtens, G. Valentin, H. Schönberger, A. Arbeitsunfall und Berufskrankheit : rechtliche und medizinische Grundlagen für Gutachter, Sozialverwaltung S.878ff. Berlin: Erich Schmidt Verlag 9: Auflage, 2017.

Autoren

  • Monika Lenz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Neustadt am Rübenberge
  • Morten Dalaker, avtalespesialist i hudsykdommer, Trondheim Hudlegesenter, Carl Johans gt 3, 7010 Trondheim
  • Sylvi Torvund, spesialist i allmennmedisin, Nidarvold legesenter, Trondheim
  • Kristin Ryggen, overlege, Hudavdelingen, Regionsykehuset i Trondheim