Lichtdermatosen

Zusammenfassung

  • Definition: Eine Lichtdermatose ist eine im weitesten Sinne durch optische Strahlung (Tageslicht, UV-Strahlung und/oder Infrarot-Strahlen) ausgelöste oder aggravierte, akute oder chronische, entzündliche Hauterkrankung, die auf genetischen, (auto)immunologischen, allergischen (Photoallergie), toxischen (Phototoxizität) oder degenerativen Pathomechanismen beruht. Dieser Artikel behandelt die polymorphe Lichtdermatose (PLD, umgangssprachlich Sonnenallergie, Sonnenekzem), die Dermatitis solaris (Sonnenbrand) sowie phototoxische und photoallergische Ekzeme. 
  • Häufigkeit:Die Prävalenz der PLD wird in verschiedenen Studien mit 5–20 % angegeben. Einen Sonnenbrand erleiden rund 41 % aller Deutschen einmal im Jahr. Phototoxische und -allergische Reaktion sind seltener, mit zunehmendem Medikamenten- und Kosmetikagebrauch jedoch häufiger.
  • Symptome: In Abhängigkeit von der Ursache und evtl. weiterer Sonneneinstrahlung entwickelt sich der Ausschlag innerhalb von einigen Stunden bis zu einem Tag nach der Exposition und dauert mehrere Tage, bis zu einer Woche oder länger an.
  • Befunde:Ekzemausprägung in Abhängigkeit von der Ursache. Bei der polymorphen Lichtdermatose (PLD,Sonnenekzem) äußern sich die Veränderungen individuell sehr unterschiedlich, jedoch laufen erneute Episoden bei den Betroffenen stets gleich ab. 
  • Diagnostik:In den meisten Fällen sind keine zusätzlichen Untersuchungen notwendig.
  • Therapie:Glukokortikoide extern, in schweren Fällen intern. Antihistaminika bei Juckreiz. Evtl. Kühlung. Sonnenschutz. Bei der PLD kann eine Lichtgewöhnung mittels Photo(chemo)therapie erfolgversprechend sein. Bei phototoxischen und -allergischen Reaktionen Meiden des Auslösers.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine Lichtdermatose ist eine im weitesten Sinne durch optische Strahlung (Tageslicht, UV-Strahlung und/oder Infrarot-Strahlen) ausgelöste oder aggravierte, akute oder chronische, entzündliche Hauterkrankung, die auf genetischen, (auto)immunologischen, allergischen (Photoallergie), toxischen (Phototoxizität) oder degenerativen Pathomechanismen beruht.1
  • Lichtdermatosen können nach ihrer Ätiologie oder nach dem zeitlichen Verlauf ihrer Erscheinung im Zusammenhang mit einer Sonnenexposition eingeteilt werden. 
  • Ätiologische Einteilung1
    • (auto)immunologisch-vermittelte Lichtdermatosen (früher idiopathische Formen); hierzu gehören: polymorphe Lichtdermatose, Hydroa vacciniforme, Lichturtikaria, aktinische Prurigo, chronische aktinische Dermatitis.
    • medikamentös- oder chemisch-induzierte Lichtdermatosen (endogen, exogen)
    • Erkrankungen mit defekter DNA-Reparatur (Genophotodermatosen) sowie
    • photoaggravierte Erkrankungen
  • Einteilung nach zeitlichem Verlauf1
    • Sofortreaktionen (Minuten bis wenige Stunden nach der Lichtexposition)
      • Lichturtikaria (selten, IgE vermittelt)
      • Protoporphyria erythropoetica
      • phototoxische Dermatitis 
      • Xeroderma pigmentosum (erblich)
    • verzögerte Reaktionen (Stunden bis wenige Tage nach der Lichtexposition)
      • phototoxische Dermatitis 
      • polymorphe Lichtdermatose (PLD) 
      • Dermatitis solaris 
      • Ekzem, photoallergisches 
      • Hydroa vacciniforme
      • phototoxische Arzneimittelreaktionen
    • verzögerte Reaktionen mit chronischem Verlauf (nach Tagen bis Wochen, über Monate oder Jahre persistierend)
      • photoallergische Arzneimittelreaktionen 
      • aktinische Prurigo
      • chronische aktinische Dermatitis
      • Lupus erythematodes
      • Dermatomyositis
      • Pemphigus erythematosus
      • Dyskeratosis follicularis (M. Darier)
      • Pellagra (Hautmanifestation sekundär, Vitaminmangel)
  • Eine Vielzahl von Erkrankungen der Haut steht somit mit einer Sonnenexposition in Verbindung, was die Differenzialdiagnose erschweren kann.
  • Andauernde und dadurch kumulativ hohe UV-Dosen lassen die Haut vorzeitig altern und führen zu Schäden wie Sonnenbrand und Hautkrebs.2
    • Diese Veränderungen werden überwiegend durch den mittelwelligen Bereich (UVB, 290–320 nm) verursacht und können bei entsprechend hoher UV-Belastung bei jedem auftreten.
  • Abnorme UV-Reaktionen hingegen werden vorwiegend durch UVA-Strahlung (320–400 nm) ausgelöst und betreffen nicht jeden.
    • Diese Erkrankungen werden als die eigentlichen Lichtdermatosen verstanden.2
    • Die Dermatitis solaris (Sonnenbrand) ist dagegen ein UVB-induzierter Hautschaden.3
  • In diesem Artikel werden der Übersichtlichkeit halber nur einige wenige, für die Hausarztpraxis relevante Lichtdermatosen besprochen:
    1. die polymorphe Lichtdermatose (PLD, „Sonnenallergie", „Sonnenekzem“, starker Juckreiz, häufiger im Frühling, Ätiologie unbekannt, vermutlich (auto-)immunologisch)
    2. die Dermatitis solaris („Sonnenbrand")
    3. die phototoxische Dermatitis (durch interne oder externe Phototoxine induziert, akut bis chronisch, z. B. nach Tetrazyklinen, ohne vorausgegangene Sensibilisierung, entspricht den phototoxischen Arzneimittelreaktionen) 
    4. das photoallergische Ekzem (durch intern oder extern applizierte phototoxische Substanzen, nach vorausgegangener spezifischer Sensibilisierung, entspricht den photoallergischen Arzneimittelreaktionen).
  • Zu phototoxischen und photoallergischen Reaktionen siehe auch die Artikel Arzneimittelinduzierte Hautreaktionen und Kontaktekzem.

Diagnostik

Therapie

Verlauf und Komplikationen 

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