Zoster

Zusammenfassung

  • Definition:Der Zoster (Gürtelrose/Herpes zoster) ist eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) infolge erneuter endogener Virusaktivierung auftritt.
  • Häufigkeit:Bei ca. 4/1.000 Personen pro Jahr.
  • Symptome:Zunächst lokalisierte brennende Schmerzen; nach einigen Tagen Auftreten eines bläschenförmigen Hautausschlags und evtl. Fieber und Schlappheit.
  • Befunde:Einseitiger bläschenförmiger Hautausschlag im Bereich eines oder mehrerer Dermatome.
  • Diagnostik:Zusatzuntersuchungen sind nur selten erforderlich.
  • Therapie:Lokale, adstringierende, schmerz- und juckreizstillende Maßnahmen. In der akuten Phase ist in der Regel eine Schmerztherapie notwendig. Inwieweit eine suffiziente Schmerztherapie in der akuten Phase hilfreich ist, einer Post-Zoster-Neuralgie vorzubeugen, bleibt weiterhin kontrovers diskutiert. Zusätzlich kann eine spezifische antivirale Therapie durchgeführt werden, insbesondere wenn Komplikationen drohen (Augen-, Ohren- oder ZNS- Beteiligung, Immundefizienz). Die Wirksamkeit der antiviralen Therapie bei immunkompetenten Patienten wird jedoch sowohl für die akute Phase des Zosters als auch für die präventive Wirkung auf die Post-Zoster-Neuralgie überschätzt.
  • Prävention:Einen präventiven Effekt auf das Vorkommen des Zoster und der Post-Zoster-Neuralgie verspricht man sich von den zur Verfügung stehenden Impfungen gegen Windpocken (Kindesalter) und Zoster (2 Impfstoffe für Erwachsene ab 50. Lebensjahr verfügbar). Da weder die frühe Schmerztherapie noch die antivirale Therapie einen gesicherten präventiven Effekt auf die Post-Zoster-Neuralgie haben, rücken die Impfstoffe vermehrt in den Fokus.  

 

Allgemeine Informationen

Definition

  • Der Zoster ist eine virale Erkrankung der sensiblen Nerven und der korrespondierenden Hautareale (Dermatome).2
  • Ein Zoster entsteht durch die endogene Reaktivierung einer Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (VZV), das nach einer meist jahre- bis jahrzehntelang zurückliegenden Primärinfektion in den sensiblen Spinal- und/oder Hirnnervenganglien persistiert und dort vom Immunsystem kontrolliert wird.3
    • Die Erstinfektion mit dem VZV führt zu Windpocken.
    • Unter bestimmten Umständen, die mit einer zumindest partiellen Schwächung des zellulären Immunsystems einhergehen, kann es zu einer Reaktivierung der VZV kommen, dann entsteht ein Zoster.
    • Eine erhöhte Inzidenz von Malignomen bei Zoster-Patienten wurde dagegen nicht festgestellt4, ein Screening auf Malignome bei Vorliegen eines Zosters ist somit obsolet (es sei denn, es liegen andere Hinweise auf eine maligne Grunderkrankung vor).
  • Synonyme
    • Im Alltagsgebrauch spricht man von einer Gürtelrose, wobei der Zoster sich niemals gürtelförmig auf beiden Seiten der Wirbelsäule manifestiert, sondern immer auf ein (oder selten mehrere) Dermatom einer Seite beschränkt ist.
      Zoster: Die Hautläsionen heilen meist innerhalb von 2–3 Wochen ab, können jedoch Narben oder Pigmentveränderungen hinterlassen. Bestehen mehr als 3 Monate nach der Infektion weiterhin Schmerzen, hat sich eine Post-Zoster-Neuralgie entwickelt. Diese Schmerzen können über Monate oder Jahre persitieren.
      Zoster, thorakal
    • Gängig ist auch heute noch der Begriff „Herpes zoster“, da das VZV zu den humanen Herpesviren gezählt wird. Um eine Abgrenzung von einer Herpes-simplex-Infektion zu gewährleisten, sollte jedoch nur noch vom „Zoster“ gesprochen werden.
  • Kommt es zur endogenen Reaktivierung, vermehren sich die VZV im Spinalganglion und wandern entlang dem korrespondierenden Nerven über das ganze entsprechende Dermatom.
  • Der Zoster manifestiert sich dann in gruppiert stehenden Bläschen entlang dieses Dermatoms, der Bläscheninhalt ist virushaltig und infektiös.
    • Anders als bei den Windpocken mit sehr hoher aerogener Infektiosität, ist beim Zoster nur der direkte Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit ansteckend.
  • Parallel und auch schon vor dem Auftreten der Zosterbläschen kann ein Nervenschmerz auftreten.
    • Entwickeln sich nur wenige oder selten gar keine Bläschen, ist die Differenzialdiagnose zu einem Schmerz anderer Genese, z. B. einer Interkostalneuralgie, manchmal schwierig.
    • Der Nervenschmerz kann lange nach Abheilen der dermatologischen Manifestationen persistieren, man spricht dann von der Post-Zoster-Neuralgie, die eine therapeutische Herausforderung darstellen kann.
    • Die Schmerzen können über Wochen oder Monate, gelegentlich auch über viele Jahre anhalten.5
  • Persistieren die VZV im Spinalganglion des 1. Astes des N. trigeminus (5. Hirnnerv), dem Nervus ophthalmicus, so kann sich der Zoster im Bereich des Auges mit einer Hornhautbeteiligung manifestieren.
    • Bei nicht sachgerechter Behandlung kann eine Erblindung drohen.
      Befällt der Zoster das Dermatom im Augenbereich, kann dies zum Verlust des Sehvermögens führen, und die Erkrankung erfordert die Behandlung durch einen Augenarzt.
      Befällt der Zoster ein Dermatom im Augenbereich, kann dies zum Verlust des Sehvermögens führen.
    • Siehe auch den Artikel Zoster ophthalmicus.
  • Seltener sind Beteiligungen des N. facialis und N. acusticus (Ramsay-Hunt-Syndrom, Zoster oticus), des N. glossopharyngeus sowie weitere ZNS-Manifestationen (meningeale Reizung, Meningoenzephalitis, granulomatöse Angiitis mit kontralateraler Hemiplegie sowie die aufsteigende Myelitis mit motorischen Paralysen).2

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen

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