Behandlung von Akne

Bei der Akne-Behandlung kommt es darauf an, die Komedonenbildung (weiße und schwarze Mitesser) zu reduzieren und auf andere ungünstige Bedingungen der Haut einzuwirken.

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Bei der Akne-Behandlung kommt es darauf an, die Komedonenbildung (weiße und schwarze Mitesser) zu reduzieren und andere ungünstige Bedingungen der Haut zu beeinflussen. Die medikamentöse Akne-Behandlung richtet sich gegen alle Faktoren, die eine Akne verursachen:

  • erhöhte Talgproduktion der Talgdrüsen
  • Komedonenbildung (Talgpfropfen)
  • Hautentzündung
  • Bakterienansammlung im Ausgang der Talgdrüsen

Bei allen Aknemitteln kann man meist erst nach einigen Wochen klare Ergebnisse sehen. Häufig wird die Haut erst einmal schlechter, bevor sich ihr Zustand verbessert.

Es gibt verschiedene Cremes und Tabletten gegen Akne. Insbesondere die Tabletten haben teilweise Nebenwirkungen, die es zu beachten gilt. Hier müssen Arzt und Aknepatient gemeinsam abwägen und eine Entscheidung treffen. Akne ist keine gefährliche Erkrankung, kann aber aufgrund der Hauterscheinungen zu Scham, Angst und depressivem Verhalten beitragen. Die Betroffenen vermeiden oft soziale Kontakte und es kann sogar bis hin zur sozialen Isolation kommen. Dies trifft insbesondere jugendliche Patienten, die schon aufgrund der Umstellungen in der Pubertät selbstunsicher sind. Eine Akne lässt sich heute jedoch in aller Regel gut behandeln und eine erfolgreiche Behandlung trägt wesentlich zum psychischen Wohlbefinden bei. 

Was können Sie selbst tun?

  • Waschen Sie die Haut zweimal täglich mit sauberem Wasser und einer hautfreundlichen Seife (pH ca. 6,5) – ebenso nach körperlicher Belastung mit viel Schwitzen.
    • Vermeiden Sie das Kratzen oder Ausdrücken der Pickel.
    • Pickel und Mitesser dürfen nicht zu stark irritiert werden, da sie sich sonst noch mehr entzünden. 
  • Komedonen können in einer kosmetischen, ggf. hautärztlichen Behandlung entfernt werden.
  • Natürliche Sonne kann die Akne etwas bessern. Sonnenbrand muss vermieden werden.
  • Fetthaltige Hautpflegemittel führen zur Verstopfung der Ausgänge (erhöhte Komedonenbildung) und sollten vermieden werden.
  • Kosmetika sollten auf Wasser basieren und nach deren Verwendung sollte die Haut gereinigt werden.
  • Eine Ernährungsumstellung mit Meiden von viel Zucker und/oder Milch kann versucht werden.  Es gibt jedoch keine klaren Regeln zur Ernährung bei Akne!

Allgemeines zur Behandlung

Behandlungsprinzipien

  • Akne im Gesicht
    • Meist reichen Salben oder Cremes zur Behandlung aus.
    • Es gibt Cremes mit verschiedenen Wirkstoffen, die teilweise auch gut kombiniert werden können. 
  • Umfang
    • Die Haut sollte an allen Stellen behandelt werden, wo sich die Akne befindet bzw. üblicherweise auftritt. Die erfolgreiche Behandlung kann das Risiko des Auftretens neuer Pickel reduzieren.
  • Antibiotika
    • Stark ausgeprägte Akne und Akne mit Neigung zur Narbenbildung sollte anfangs medikamentös mit Tabletten behandelt werden, zusätzlich zur lokalen Behandlung mit Cremes. Nach einer Weile versucht man dann, die Akne nur noch mit einer lokalen Behandlung zu kontrollieren.
  • Retinoide
    • Sind sehr wirksam.
    • Können als Creme oder als Tablette verschrieben werden. Wenn Tabletten eingenommen werden, muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen sein, da diese Präparate ein Baby schwer schädigen können. Jungen Frauen und Mädchen werden diese Wirkstoffe daher in der Regel nicht verordnet. 
    • Es gibt Berichte zu psychischen Nebenwirkungen. Das Ausmaß ist jedoch unklar, da Aknepatienten häufig schon durch die Erkrankung seelisch leiden und eine erfolgreiche Behandlung psychischen Druck auch deutlich lindern kann. Auf jeden Fall ist bei diesen Wirkstoffen erhöhte Vorsicht geboten.
  • Hormonpräparate
    • Bei Mädchen/Frauen kann es sinnvoll sein, eine Antibabypille zu nehmen. Bestimmte Kombinations-Antibabypillen erhöhen allerdings deutlich das Risiko für Blutgerinnsel. Zur Behandlung der Akne sind bestimmte Pillen daher nur noch verschreibungsfähig, wenn andere Maßnahmen ohne Erfolg geblieben sind und diese Frauen gleichzeitig auch verhüten möchten. 
  • Dauer
    • Die meisten Behandlungsprogramme sollten mindestens zwölf Wochen angewendet werden, um die Wirksamkeit beurteilen zu können und evtl. einen Wechsel zu einer anderen Behandlungsmethode zu prüfen.

Medikamentengruppen

  • Es gibt vier Arten lokal wirkender Medikamentengruppen und drei Medikamentengruppen für eine Behandlung mit Tabletten.
  • lokal wirkend:
    1. Benzoylperoxid
    2. Retinoide
      • Evtl. Kombination von (1) und (2)
    3. Azelainsäure
    4. lokal wirkendes Antibiotikum
  • Tablettenbehandlung
    1. Antibabypille, die den Anteil der männlichen Geschlechtshormone senkt
      • nur für Frauen und Mädchen mit gleichzeitigem Verhütungswunsch und vorher erfolgloser anderer Aknetherapie
    2. Antibiotika: Verschiedene Tetracyclin-Zusammensetzungen. Im Falle eines Behandlungsbedarfs während der Schwangerschaft kann mit Erythromycin im zweiten oder dritten Trimester behandelt werden.
    3. Retinoide in Tablettenform: z. B. Isotretinoin – nur bei ausgeprägter Akne erforderlich und unter besonderer Berücksichtigung der Nebenwirkungen (siehe oben). 

Medikamentöse Behandlung

Bei leichten Formen von Akne kann eine Eigenbehandlung ausreichen. Schwerere Formen sollten jedoch ärztlich behandelt werden, da die Hauterscheinungen der Akne eine zwar ungefährliche Erkrankung sind, jedoch zu erheblichem seelischen Leid beitragen können.  

Um eine individuelle Behandlung zu gewährleisten, ist es ratsam, sich ausführlich mit seinem Haus- und/oder Hautarzt zu besprechen und Folgetermine zur Therapiekontrolle wahrzunehmen. Die Aknebehandlung ist manchmal langwierig und muss auf jeden Patienten genau abgestimmt werden, um einen zufriedenstellenden Therapierfolg zu gewährleisten. 

Anfängliche Therapieschwierigkeiten sollten einen von einer fortgeführten Therapie nicht abhalten, da heutzutage eine Behandlung gut möglich ist und eine erfolgreiche Therapie das seelische Gleichgewicht deutlich günstig beeinflusst.

Bei Patienten mit fettiger Haut eignen sich Lösungen oder Gels auf Wasserbasis am besten. Patienten mit trockener Haut sollten dagegen Cremes, Lotionen oder Salben bekommen. Alle lokalen Mittel können Irritationen auf der Haut verursachen. In einem solchen Fall sollten die Mittel dünner und seltener aufgetragen werden, bis die Präparate evtl. besser toleriert werden.

Bei leichter Akne ist Benzoylperoxid die erste Wahl, wenn Pickel mit Eiter dominieren. Retinoide sind die erste Wahl bei Pickeln ohne Eiter. Beide Medikamentengruppen können kombiniert und zeitlich unbegrenzt genommen werden. Sie haben außerdem eine vorbeugende Wirkung, wenn die Pickel verschwunden sind.

Bei mäßiger Akne wird eine Kombination aus Benzoylperoxid am Morgen und Retinoid am Abend empfohlen, oder ein Kombinationsprodukt einmal täglich. Eine Alternative für Retinoide ist Azelainsäure. Wenn diese lokale Behandlung nach sechs bis acht Wochen nur wenig Wirkung zeigt, wird die Zugabe eines lokal wirkenden Antibiotikums empfohlen. Wenn dies innerhalb von drei Monaten weiterhin zu keiner Verbesserung führt, sollten Antibiotika in Tablettenform gegeben werden.

Bei ausgeprägter Akne werden Antibiotika in Tablettenform und zusätzlich eine Kombination von Benzoylperoxid und Retinoid empfohlen, wie für die mäßige Akne beschrieben. Antibiotika sollten in der Regel nicht länger als drei Monate genommen werden. Wenn die Wirkung nach drei Monaten zufriedenstellend ist, wird die Antibiotikabehandlung beendet. Die lokale Behandlung wird aber fortgesetzt. Wenn nach drei Monaten mit Antibiotika keine Wirkung eintritt, sollte man die Möglichkeit der Behandlung mit Isotretinointabletten prüfen.

Retinoide (Isotretinoin) sind sehr wirksam, die Nebenwirkungen müssen aber bedacht werden (siehe auch oben). 

Andere Behandlungen

Eine Akne conglobata äußert sich durch größere Aknepickel und -abzsesse, die meist bei Jungen oder jungen Männern auftreten, oft am Rücken. In solchen Fällen kann es neben der üblichen Therapie notwendig sein, in die einzelnen entzündlichen Veränderungen Kortison zu injizieren. Bei einer massiv ausgeprägten Akne (Akne fulminans) ist die Behandlung mit Kortisontabletten notwendig.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Aknenarben zu behandeln. Die verschiedenen kosmetischen Vorgehen, die angewandt werden, sind Hautabschabungen, Kollageninjektionen und Laserbehandlung. Das Abschälen beschädigter Haut erfolgt mithilfe von Chemikalien oder durch Einfrieren der Haut. Die Methoden eignen sich auch für oberflächliche Narben. Beim Abhobeln der Haut, z. B. bei besonders starker Narbenbildung, wird die obere Schicht der Haut entfernt. Auch die Laserbehandlung entfernt die äußerste Schicht der Haut. Wenn Sie zur Narbenbildung neigen (Keloid), können diese Behandlungen jedoch noch ausgeprägtere Narben verursachen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Akne. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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