Windeldermatitis (Windelekzem, Windelausschlag)

Bei der Windeldermatitis handelt es sich um eine Entzündung der Haut im Windelbereich. Diese Entzündung ist in der Regel eine Reaktion auf den Kontakt mit Reizstoffen.

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Was ist Windeldermatitis?

Bei der Windeldermatitis handelt es sich um eine Entzündung der Haut im Windelbereich. Diese Entzündung ist in der Regel eine Reaktion auf den Kontakt mit Reizstoffen. Auf der gereizten Haut kann eine Infektion entstehen. Die Windeldermatitis tritt in erster Linie bei Säuglingen auf, sie kann aber auch bei Erwachsenen vorkommen, die Windeln tragen müssen.

Rote, fleckige Veränderungen oder nässender Hautausschlag sind typische Symptome dieser Reizung. Der Ausschlag infolge der Verwendung von Windeln befindet sich auf den Hautstellen, die in Kontakt mit der Windel kommen. Breitet sich der Ausschlag in die Hautfalten aus, deutet dies in der Regel auf eine Infektion hin. Eine Infektion kann durch Pilze (Hefepilz Candida albicans) oder Bakterien hervorgerufen werden.

Die Hälfte aller Säuglinge haben vorübergehende Hautbeschwerden im Windelbereich, und bei 5 % ist die Haut sichtbar entzündet. Ein Teil dieser Kinder hat wahrscheinlich eine genetische Veranlagung für Ekzeme. 20–30 % aller Patienten mit Harninkontinenz neigen zu Hautreizungen.

Ursache

Windeldermatitis mit Pilzbefall. Ausschlag in den Hautbereichen mit Kontakt zur Windel.
Windeldermatitis mit Pilzbefall. Ausschlag in den Hautbereichen mit Kontakt zur Windel.

Kinder/Menschen mit Windeln benötigen viel Pflege, was zu einer übermäßigen Reinigung mit Seife führen kann. Bei der Verwendung von engen Windeln spalten Bakterien Harnstoff in Ammoniak auf. Dies führt zu einem hohen pH-Wert, infolge dessen sich die äußere Hautschicht auflöst. Eine ständig feuchte oder nasse Haut löst sich leichter auf, und es kommt zu einem erhöhten Risiko für eine Pilzinfektion. Der Hefepilz Candida kann bei einem Drittel aller Säuglinge im Stuhl nachgewiesen werden.

Verschiedene Faktoren können das Risiko für eine Windeldermatitis erhöhen:

  • häufiger, dünnflüssiger Stuhl
  • mangelnde Reinigung des Gesäßbereichs
  • ständige Feuchtigkeit in engen Windeln
  • zugrunde liegende Hauterkrankung wie Schuppenflechte oder Ekzeme
  • Studien konnten keinen Unterschied zwischen der Verwendung von Stoffwindeln und herkömmlichen Wegwerfwindeln feststellen.

Therapie

Werden Windeln verwendet, müssen sie oft gewechselt werden, damit die Haut trocken bleibt. Nutzen Sie dabei unbedingt moderne Windeln, die die Flüssigkeit gut aufnehmen. Stuhl muss sofort entfernt werden. Wenn möglich, sollte sich das Kind zeitweise ohne Windeln bewegen, sodass die Haut „belüftet" wird.

Verwenden Sie keine basische Seife (hoher pH-Wert). Ist die Reinigung mit Wasser nicht ausreichend, können Sie ein Reinigungsprodukt auf Ölbasis verwenden. Anschließend sollten Sie den Windelbereich gut abtrocknen und evtl. trocken föhnen. Nach der Reinigung kann eine wasserabweisende Salbe/Schutzcreme, z. B. Zink- oder Silikonsalbe, aufgetragen werden. Zink hemmt die Produktion von Ammoniak, hat eine Schutzfunktion und fördert die Wundheilung.

Medikamentöse Behandlung

  • Die Entzündung kann mit einer milden Kortisonsalbe, eventuell mit einer antiseptischen Komponente, die sowohl Bakterien als auch Pilze abtötet, behandelt werden. Eine solche Salbe sollte jedoch jeweils nicht länger als eine Woche verwendet werden.
  • Erschwerende Pilzinfektionen sollten lokal mit einer antimykotischen Salbe behandelt werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Windeldermatitis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Altmeyers Enzyklopädie Fachbereich Dermatologie www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  2. Tietz H. Mykosen im Kindesalter. Consilium Themenheft 2015. www.aeksh.de
  3. S1-Leitlinie Diagnose und Therapie von Candida-Infektionen: Gemeinsame Empfehlungen der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft (DMYKG) und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG). AWMF-Leitlinie Nr. 082/005, Stand 2016. www.awmf.org