Hautpflege

Die richtige Pflege der Haut ist ein wichtiger Teil der Behandlung bei chronischen Hauterkrankungen und kann Rückfälle vermeiden. Trockene Haut verstärkt Juckreiz und Hautausschlag meist, und bei der Hautpflege sollte darum insbesondere darauf geachtet werden, dass die Haut nicht austrocknet.

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Allgemeine Grundlagen

Neben der Versorgung mit Feuchtigkeit in Form von Feuchtigkeitscremes und Ölen, ist es wichtig, ein unnötiges Austrocknen der Haut zu vermeiden. Die Haut trocknet aus, wenn Sie sich zu oft waschen, vor allem mit warmem Wasser, und Seife verwenden.

Einem Austrocknen der Haut kann entgegengewirkt werden, indem Sie das Händewaschen und Duschen beschränken und die Wassertemperatur senken. Seife und Duschgel sollten einen niedrigen pH-Wert, vorzugsweise etwa 5,5, haben. Diese Seifen schäumen in der Regel nicht so stark, reinigen die Haut aber dennoch und sind schonender. Einigen synthetischen Seifen wurde Fett zugesetzt, sodass die Haut beim Waschen zurückgefettet wird. Auf Öl basierende Reinigungsmittel können für sehr trockene Haut genauso gut sein wie synthetische Seifen.

Beim Abwaschen oder Saubermachen sollten Sie immer Plastikhandschuhe tragen, damit die Hände nicht in direkten Kontakt mit dem warmen Wasser und dem Renigungsmittel kommen.

Statt einer Dusche sollten Sie lieber ein Bad mit Badeöl nehmen. Müssen Sie duschen, sollten Sie am Ende ein wenig Badeöl über den Körper verteilen. Ein lauwarmes oder temperiertes Ölbad versorgt die äußere Hautschicht (Hornschicht) mit Feuchtigkeit und schließt die Poren der Haut, sodass die Feuchtigkeit in der Haut zurückgehalten wird. Nach dem Ölbad oder der Öldusche dürfen Sie das Öl nicht mit dem Handtuch abtrocknen. Sie können die Wirkung verstärken, indem Sie die Haut nach dem Baden oder Duschen mit einer fetthaltigen Hautcreme eincremen. Dies geht schneller, wenn die Haut noch feucht ist. Durch die Feuchtigkeitscreme wird der natürliche Fettfilm ersetzt, den die Haut verloren hat.

Feuchtigkeitsprodukte

Es ist eine Vielzahl verschiedener Feuchtigkeitsprodukte erhältlich. Preis und Inhaltsstoffe unterscheiden sich erheblich, aber für die Hautpflege ist der Fettanteil am wichtigsten.

Das meiste Fett ist in Salben und Ölen enthalten, die einen Fettanteil von 90–100 % haben können. Das Fett bildet einen schützenden Ölfilm auf der äußeren Hautschicht und verhindert ein Austrocknen der Haut. Sie werden daher auch okkludierende Mittel genannt.

Fettcremes, Nachtcremes und Lipogele versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und enthalten 20–70 % Fett.

Eine Reihe von Cremes und Lotionen hat einen Fettgehalt von 10–25 % und enthält neben feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften auch wasserbindende Komponenten.

Hydrogel spendet Feuchtigkeit und enthält wasserbindende Komponenten, aber kein Fett.

Wasserbindende Komponenten

Viele Feuchtigkeitscremes enthalten wasserbindende Komponenten. Diese Stoffe dringen in die äußerste Hautschicht (Hornschicht) ein und binden Wasser.

Harnstoff ist ein wasserbindender Stoff, der häufig verwendet wird. Das Mittel hat eine gute Wirkung, kann aber auf der Haut brennen. Empfindliche Haut verträgt nur niedrige Konzentrationen des Stoffs, insbesondere in sauren Präparaten. Harnstoff kann auch Hautschuppen lösen.

Ein weiterer wasserbindender Stoff zur Hautpflege ist Glyzerin. Glyzerin wird zusammen mit Wasser verwendet und bindet Feuchtigkeit aus der Luft.

Weitere Beispiele für wasserbindende Komponenten sind Milchsäure, Aminosäuren, Hyaluronsäure und Natriumchlorid, die natürlich in der Haut vorkommen. Aloeextrakt bildet einen wässrigen Film und wird häufig in Kosmetika verwendet.

 

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln