Kompressionsstrümpfe

Es gibt verschiedene Arten von Kompressionsstrümpfen für die tägliche Anwendung. Sie unterstützen die Therapie bei Beschwerden wie Krampfadern, Thrombosen oder Lymphödemen.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Was sind Kompressionsstrümpfe?

Es gibt verschiedene Arten von Kompressionsstrümpfen für die tägliche Anwendung. Sie unterstützen je nach Stärke die Therapie bei Krankheitsbildern wie KrampfadernThrombosen oder Lymphödemen. Stützstrümpfe sorgen für den geringsten Kompressionsgrad. Sie sind in Apotheken und Sanitätshäusern erhältlich. Strümpfe, die einen höheren Kompressionsgrad bieten, werden als Kompressionsstrümpfe bezeichnet. Sie werden in vier Klassen angeboten, wobei Klasse I den niedrigsten Kompressionsgrad und Klasse IV den höchsten Kompressionsgrad darstellt.

Damit die Kompressionsstrümpfe richtig sitzen, werden sie durch eine Pflegekraft oder Mitarbeiter eines Sanitätshauses professionell angepasst. Das erfolgt möglichst morgens, wenn die Beine weniger geschwollen sind. Starke Schwellungen müssen möglicherweise zunächst einige Tage oder Wochen mit einem Kompressionsverband gelindert werden, bevor die richtige Anpassung der Kompressionsstrümpfe erfolgen kann.

Verschiedene Arten von Kompressionsstrümpfen

Elastische Strümpfe werden in die Kompressionsklassen I–IV eingeteilt. Eine starre Zuordnung einer Kompressionsklasse zu einer Diagnose gibt es nicht. Ziel der Kompressionstherapie ist die Besserung des klinischen Befundes.

Bei einer Varikose (Krampfadern) ohne ausgeprägte Ödembildung kann auch eine Kompressionsklasse I zur Beseitigung der Beschwerden führen, während bei fortgeschrittenen Ödemen und Hautveränderungen höhere Kompressionsklassen erforderlich sind (z. B. bei einem postthrombotischen Syndrom nach tiefer Venenthrombose). Bei einem beginnenden Lymphödem (Stadium 1) reicht meist eine Kompressionsklasse II, während im Stadium 3 häufig ein höherer Anpressdruck der Kompressionsklasse IV notwendig ist.

Vor Beginn einer Behandlung mit Kompressionsstrümpfen der Klasse I–IV sollte die arterielle Durchblutung mit Doppler-Sonografie gemessen werden.

Neben der Therapie können Kompressionsstrümpfe auch zur Prophylaxe verwendet werden. Sie werden häufig bei langen (Flug-)Reisen getragen, wenn andere Risikofaktoren wie Schwangerschaft, eine vorhergehende Thrombose oder eine kürzlich stattgefundene Operation vorliegen.

Praktische Informationen zum Anziehen von Kompressionsstrümpfen

  • Zum leichteren Anziehen von Kompressionsstrümpfen können Hilfsmittel wie z. B. Gleitstrümpfe zum Einsatz kommen.
  • Mit Gummihandschuhen (Spülhandschuhen) lassen sich die Strümpfe einfacher greifen.
  • Es gibt auch weitere Hilfsmittel zum Anziehen der Strümpfe.
  • Wenn sich ein sehr straffer Strumpf nicht hochziehen lässt, können auch zwei Strümpfe mit niedrigerem Kompressionsgrad übereinander angezogen werden.

Kompressionsstrümpfe müssen über Nacht immer ausgezogen und vor dem Aufstehen morgens angezogen werden. Die Strümpfe nutzen sich durch Gebrauch und Waschen ab und sollten daher nach ca. 6 Monaten ausgetauscht werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Markus Plank, Msc Bsc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien