Pustulosis palmoplantaris

Bei der Pustulosis palmoplantaris treten Bläschen an den Handflächen und Fußsohlen auf.

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Was ist Pustulosis palmoplantaris?

Bei der Pustulosis palmoplantaris treten 3–10 mm große, sterile Bläschen (Pusteln) an den Handflächen und Fußsohlen auf. Die Erkrankung wird überwiegend als besondere Form der Schuppenflechte (Psoriasis) angesehen. Etwa 10–15 % der Patienten mit Psoriasis haben Hautauschlag an Handflächen und Fußsohlen. Anderen Angaben zufolge handelt es sich um eine eigenständige, wenngleich verwandte Krankheit.

Die Haut an Fußsohlen und Handflächen ist gerötet und häufig rissig. Die Bläschen sind zunächst gelb, später verändert sich die Farbe und es bildet sich ein bräunlicher Schorf, der schließlich abfällt. Die Patienten leiden häufig unter Juckreiz, Brennen oder Schmerzen. Zusätzlich können sich Psoriasis-Symptome an anderen Stellen zeigen.

Abgesehen vom Zusammenhang mit Psoriasis ist wenig über die Ursachen von Pustulosis palmoplantaris bekannt. Vermutlich können Umweltfaktoren wie Rauchen, Stress, Infektionen und bestimmte Medikamente zur Erkrankung beitragen. Häufig wird eine pustulöse Psoriasis durch das Absetzen von Kortisontabletten ausgelöst. Eine spezielle Variante der Pustulosis palmoplantaris tritt nach einem akuten Streptokokken-Infekt auf.

Diagnose

Ihre Ärztin kann die Diagnose anhand der typischen Hautveränderungen und deren Lokalisierung an Händen und Füßen stellen. Informationen oder Befunde, die gleichzeitig auf eine Schuppenflechte (Psoriasis) hinweisen, können zur Absicherung der Diagnose beitragen, aber bei weitem nicht alle Betroffenen leiden an gewöhnlicher Psoriasis.

In der Regel werden die Patienten an eine Hautarztpraxis überwiesen.

Therapie

Eine wirksame Behandlung, mit der die Krankheit vollständig geheilt werden kann, steht nicht zur Verfügung. Die Therapie ist daher darauf ausgerichtet, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf abzukürzen. Pustulosis palmoplantaris wird ähnlich behandelt wie Schuppenflechte (Psoriasis).

Sie sollten auf eine sorgfältige Hautpflege mit einer Feuchtigkeitscreme und die Entfernung etwaiger Schuppen achten. Vermeiden Sie Reizstoffe, die die Erkrankung verschlimmern könnten.

Der Ausschlag kann mit einer starken Kortisonsalbe behandelt werden und für bessere Wirksamkeit mit Folie oder einem Verband abgedeckt werden. Die Therapie sollte nach Abklingen der Beschwerden noch eine Woche fortgesetzt werden. Meist ist eine Behandlungsdauer von 3–6 Wochen ausreichend.

Gelegentlich erweist sich die Behandlung dieser Erkrankung als schwierig. In schweren Fällen werden Medikamente gegen Psoriasis eingesetzt. Eine andere Therapieoption ist eine spezielle Lichttherapie mit Psoralen und UVA-Strahlen (PUVA).

Prognose

Pustulosis palmoplantaris ist eine chronische Erkrankung, die mehrere Jahre fortbestehen kann, wobei sich beschwerdefreie Zeiträume mit Phasen einer Krankheitsverschlimmerung abwechseln. Mit den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten können die Symptome jedoch deutlich reduziert werden.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Pustulosis palmoplantaris. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Altmeyer P. Psoriasis palmaris et plantaris. Enzyklopädie Dermatologie. Springer 2017. www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  2. Brunasso AM, Puntoni M, Aberer W, et al. Clinical and epidemiological comparison of patients affected by palmoplantar plaque psoriasis and palmoplantar pustulosis: a case series study. Br J Dermatol 2013; 168:1243. PubMed
  3. Morrison AO. Pustular Psoriasis. emedicine.medscape, 5.11.2015. emedicine.medscape.com
  4. de Waal AC, van de Kerkhof PC. Pustulosis palmoplantaris is a disease distinct from psoriasis. J Dermatolog Treat 2011; 22:102. PubMed
  5. Altmeyer P. Pustulöses Bakterid Andrews. Enzyklopädie Dermatologie. Springer 2017 www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  6. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Therapie der Psoriasis vulgaris. AWMF Leitlinie Nr. 013-001. S3. Stand 2017. www.awmf.org
  7. Marsland AM, Chalmers RJ, Hollis S, et al. Interventions for chronic palmoplantar pustulosis. Cochrane Database Syst Rev 2006; CD001433. The Cochrane Library