Milde Rosazea (Foto)

Rosazea

Rosazea ist eine chronische Entzündung, die zur Rötung der Haut im Gesicht führt. Die Erkrankung setzt ein mit Erröten und evtl. Flushing mitten im Gesicht. 3–5 % der Bevölkerung entwickeln Rosazea.

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Was ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronische Entzündung, die zur Rötung der Gesichtshaut führt, oft verbunden mit anfallartigem Erröten (Flushing). Unter Umständen wird die Haut der Stirn, der Nase und der Wangen zunehmend dauerhaft rot und schwillt leicht an. Das Auftreten erweiterter Blutgefäße in der Haut ist nicht ungewöhnlich. Bei manchen Betroffenen bilden sich auch kleine Pickel im geröteten Bereich, jedoch bilden sich keine Mitesser (Komedonen), wie z. B. bei Akne. Die Haut der Augenlider ist oft rot und gereizt, während die Partien rund um Augen und Mund selten betroffen sind.

Hautveränderungen treten häufig in Schüben auf, die durch starke Sonnenstrahlung und vereinzelt auch durch heißes Essen und heiße Getränke, kräftige Gewürze und Alkohol ausgelöst werden können. Viele sind nur leicht betroffen und benötigen keine Behandlung, während andere mit mildem bis mittlerem Schweregrad die Erkrankung mit Medikamenten in Schach halten müssen.

Rosazea tritt häufig zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Frauen sind ein wenig häufiger betroffen als Männer. 3–5 % der Bevölkerung entwickeln Rosazea.

Unterarten

Eine Rosazea kann auf unterschiedliche Weise verlaufen. Bei einigen bleibt die Erkrankung mild, wogegen sich Rosazea bei anderen zu einer sehr lästigen Hauterkrankung mit starken Hautveränderungen entwickeln kann. Die Erkrankung ist in Abhängigkeit der Erscheinungsform in vier verschiedene Subtypen unterteilt.

Rosazea
Rosazea
Rhinophym
Rhinophym

Beim Subtyp 1 besteht eine Tendenz zu leichtem Erröten, im Verlauf können aber die zentralen Bereiche des Gesichts, d. h. Wangen, Nase und Stirn, dauerhaft erröten. Verursacht wird dies durch eine Entzündung und Erweiterung der Blutgefäße, die sich nahe der Hautoberfläche befinden. Die kleinen Blutgefäße auf Nase und Wangen können sich weiten und sichtbar werden (die sogenannten Teleangiektasien), auch kann die Haut sehr empfindlich sein.

Beim Subtyp 2 können zusätzlich zu den Rötungen und kleinen sichtbaren Blutgefäßen kleine Knoten oder eitrige „Pickel“ im Bereich des roten Ausschlags vorkommen. Bei einigen Betroffenen sind es nur wenige, während sich bei anderen sehr viele Knoten bilden können und es bei ihnen außerdem zu Schwellungen im entsprechenden Bereich kommen kann.

Der Subtyp 3 tritt am häufigsten bei älteren Menschen auf: Die Talgdrüsen und die Haut auf der Nase verdicken, sodass die Nase größer wird und an der Oberfläche verbeult. Dies wird Rhinophym genannt. Zu einem Rhinophym kann es auch kommen, ohne dass Rosazea an anderen Hautbereichen des Gesichts auftritt. Dieser Subtyp ist oft auf der Nase, der Stirn oder an den Ohren anzutreffen.

Der 4. Subtyp wird „Ophthalmo-Rosazea“ genannt und befällt die Augen. Mehr als die Hälfte der von Rosazea Betroffenen haben Reizungen in und um die Augen. Es kann zu Entzündungen der Innenseite der Augenlider (Konjunktivitis) oder die Augenlidränder kommen (Blepharitis).

Ursachen

Die Ursache von Rosazea ist unbekannt, doch die Forscher glauben, dass die Krankheit in einer Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren wurzelt. Eine Theorie besagt, dass eine Krankheit der Blutgefäße bewirkt, dass die Blutgefäße im Gesicht anschwellen. Eine andere Theorie lautet, dass der Körper auf harmlose und normal vorkommende Hautbakterien reagiert und Antikörper bildet. Einige Forscher verweisen darauf, dass kleinen, in den Talgdrüsen lebenden Milben eine Rolle zukommen kann, indem sie den Ausgang der Drüsen verstopfen. Viele von Rosazea betroffene Menschen haben sonnengeschädigte Haut, weshalb vermutet wird, dass dies zur Entstehung der Krankheit beitragen kann. Keine der Theorien ist jedoch bewiesen. Alkoholgenuss kann die Symptome bei einigen verschlimmern, doch ist Alkohol nicht die Ursache der Krankheit.

Zahlreiche Faktoren können die Erkrankung auslösen oder verschlechtern. Die Durchblutung an der Oberfläche des Gesichts kann verstärkt werden, u. a. durch:

  • Heiße Speisen oder Getränke oder stark gewürztes Essen
  • Alkohol
  • Extreme Temperaturen, Sonneneinstrahlung
  • Stress
  • Gefäßerweiternde Medikamente, darunter auch einige Blutdruckmedikamente.

Diagnostik

Die Hautveränderungen sind für diese Krankheit typisch. Man muss keine Blut- oder andere Tests durchführen, um die Diagnose zu stellen.

Behandlung

Obwohl keine Möglichkeit zur vollständigen Beseitigung der Rosazea besteht, kann eine effektive Behandlung die Symptome lindern. Meistens ist eine Kombination verschreibungspflichtiger Medikamente und bestimmter Maßnahmen erforderlich, die die Betroffenen selbst steuern können. In Situationen, die ursächlich mit einem Ausbruch verbunden waren, sollten sich die Betroffenen nur sehr vorsichtig begeben oder sie vollständig meiden.

Medikamente

Bei ausschließlich vorliegender Rötung der Haut ist im Jahr 2014 ein neues Arzneimittel auf den Markt gekommen, das ausprobiert werden kann: Brimonidin-Gel.

Bei milder oder mittelschwerer Rosazea, die auch pickelähnliche Phänomene aufweist, wird eine lokale Behandlung mit Metronidazol oder Azelainsäurepräparaten (Creme oder Gel) empfohlen. Eine Creme ist bei dieser Erkrankung oft schonender für die Haut.

Wenn eine lokale Behandlung nicht zum Ziel führt, ist eine Behandlung mit Antibiotika in Tablettenform angezeigt. Verschiedene Formen von Tetrazyklinpräparaten sind Mittel der ersten Wahl. Für Schwangere im 2. oder 3. Trimester und Stillende sollte Erythromycin gewählt werden.

Wenn der Ausschlag allein aus Rötungen und erweiterten Blutgefäßen besteht und keine Pickel vorhanden sind, wird von einer Behandlung mit lokalen Mitteln abgeraten. Beschwerden in oder um die Augen können mit einer Augensalbe behandelt werden, die Tetrazyklin enthält.

In schweren Fällen von Rosazea und bei einem Rhinophym wird die Überweisung an einen Hautarzt oder plastischen Chirurgen empfohlen. Bestehen die Augenbeschwerden weiter oder treten Sehstörungen auf, wird die Überweisung an einen Augenarzt empfohlen. Dauerhafte Blutgefäßveränderungen können mit einer Lasertherapie oder durch Elektrochirurgie behandelt werden. Vergrößerte Talgdrüsen der Nase können mittels kosmetischer Chirurgie entfernt werden.

Kortisonhaltige Creme sollte nicht verwendet werden – sie verschlimmert die Erkrankung!

Prognose

Die Krankheit wirkt sich nicht auf die Lebenserwartung aus, aber da die Erkrankung offen sichtbar ist, fühlen sich viele von ihr in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Der Krankheitsverlauf ist wechselhaft mit wiederholten Verschlimmerungen. Mit einer Behandlung sind die langfristigen Aussichten besser. Die Beschwerden werden abgemildert und die unangenehmsten Phasen vermieden oder verkürzt.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Rosazea. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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