Schuppen

Schuppen sind ein sehr häufig auftretendes Problem und betreffen die meisten Menschen – in unterschiedlichem Ausmaß. Schuppen sind weder ansteckend noch gefährlich, aber sie können als unangenehm und störend erlebt werden, wenn man zu viele davon hat.

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Was sind Schuppen?

Schuppen äußern sich durch Juckreiz und Abschuppungen abgestorbener Hautzellen von der Kopfhaut, was gut sichtbar ist, wenn Sie dunkle Kleidung tragen (Schuppen haben eine grau-weiße Farbe). Kopfschuppen können trocken oder fettig sein. Die Stärke der Schuppen kann variieren, aber in den meisten Fällen können Schuppen mit einfachen Mitteln kontrolliert werden. Manchmal sind Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder ein seborrhoisches Ekzem für die Schuppen verantwortlich. Dann ist eine etwas stärkere Behandlung nötig.

Ursachen

Viele Faktoren wurden in der Vergangenheit als Ursache von Schuppen genannt, wie z. B. trockene Kopfhaut, fettige Haut, zu häufiges oder seltenes Waschen mit Shampoo, ungesunde Ernährung, Stress oder zu viel Einsatz von Haarpflegeprodukten. Obwohl diese Faktoren dazu beitragen können, die Schuppen zu verschlimmern, ist der fettentziehende Hefepilz Malassezia furfur die häufigste Ursache. Dies ist ein Pilz, den die meisten Menschen auf der Kopfhaut tragen, der aber nicht notwendigerweise Probleme verursacht. Manchmal sind zu viele Pilze auf der Kopfhaut, sodass sich die Abschuppung der Hautzellen erhöht.

Es ist normal, dass Hautzellen sterben und durch neue, junge Hautzellen ersetzt werden. In der Regel dauert dieser Vorgang ein paar Monate. Wenn dieser Austausch der Kopfhautzellen in einem normalen Tempo stattfindet, sind die Schuppen so gering, dass es kaum sichtbar ist. Bei einem stärkeren Aufblühen des Malassezia-Pilzes kann dies innerhalb von wenigen Tagen passieren. Dann sterben so viele Hautzellen gleichzeitig, dass sie sich beim Abschuppen mit Fett und Haaren verklumpen und damit leichter sichtbar werden. Was ein solch übermäßiges Wachstum des Hefepilzes auf der Kopfhaut verursacht, ist nicht ganz klar.

Als Erklärung dienen viele der bisher vermuteten Ursachen für Schuppen: erhöhte Öl-/Fett-Produktion aus den Drüsen der Kopfhaut, hormonelle Veränderungen, Stress, bestimmte Erkrankungen, Schwächung des Immunsystems, zu seltene Haarwäsche oder bei manchen Menschen vererbte Empfindlichkeit für den Malassezia-Pilz.

Schuppen sind nicht immer die Erklärung

Für viele Betroffene ist eine juckende und schuppende Kopfhaut nur ein Zeichen für eine Überproduktion von Hefepilzen, für manche können aber andere zugrunde liegende Probleme beteiligt und entscheidend sein.

  • Trockene Haut ist insbesondere in der kalten Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Der Wechsel zwischen warmer und kalter Luft ist eine Belastung für die Haut. Auch zu häufiges Haarewaschen kann die Haut austrocknen. Die Abschuppung von trockener Haut kann leicht mit anderen Schuppen verwechselt werden. Die Hautschuppen sind aber in der Regel kleiner und auch nicht so ölig/fettig glänzend wie durch Hefepilze verursachte Schuppen.
  • Auch ein atopisches Ekzem kann zu trockener Kopfhaut und Schuppen führen.
  • Eine andere häufige Ursache für die erhöhte Schuppenbildung ist das sogenannte seborrhoische Ekzem. Es äußert sich durch rote, gereizte Haut in Bereichen mit vielen Talgdrüsen – nicht nur auf der Kopfhaut (Augenbrauen, Nasenflügel, die Rückseite der Ohren, Oberkörper, Leiste und in einigen Fällen auch unter den Achseln). Die gereizte Haut glänzt häufig fettig und ist in der Regel mit weißen oder gelben Schuppen bedeckt, die sich ablösen.
  • Schuppenflechte (Psoriasis) führt zu rotem Hautausschlag mit weißen Schuppen. Hier ist auch ein schnelles Wachstum – und Absterben – der Hautzellen das Problem. Typischerweise sammelt sich abgestorbene Haut an Orten wie Ellenbogen und Knie, sie kann aber auch an anderen Stellen am Körper und auf der Kopfhaut vorkommen. Wenn die Kopfhaut betroffen ist, dann können sich die trockenen Bereiche bis auf die Stirn und den Hals ausbreiten.
  • Ringelflechte auf der Kopfhaut ist ein kleiner Pilz, der einen Hautausschlag in Form eines roten Rings verursacht. Ein anderer Name der Erkrankung ist Tinea capitis, sie ist ansteckend und kommt häufig bei Kindern unter zehn Jahren vor. Die Infektion betrifft zunächst nur ein Haar – entweder auf der Kopfhaut oder an den Augenbrauen/Wimpern – und breitet sich innerhalb weniger Tage ringförmig von diesem Punkt aus. Das Haar in dem betroffenen Bereich bricht oft direkt an der Oberfläche und fällt ab. Die Ringelflechte unterscheidet sich von einfachen Schuppen außerdem durch eine gerötete und gereizte Kopfhaut in dem betroffenen Bereich.
  • Eine andere Erklärung für eine rote, gereizte, juckende und schuppige Kopfhaut kann ein Kontaktekzem sein. Dies kann beispielsweise nach dem Färben der Haare oder der Verwendung von Haarpflegeprodukten auftreten, auf die die Kopfhaut reagiert. Bei einem akuten Kontaktekzem ist die betroffene Hautfläche rot und geschwollen, dazu kommen mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und eine spätere Schuppung der Haut. Chronische Ekzeme führen zu einer trockenen, rissigen und verdickten Haut mit Juckreiz.

Wer ist besonders anfällig für Schuppen?

Obwohl alle Erwachsenen Schuppen bekommen können, gibt es einige, die anfälliger sind als andere. Einige der begünstigenden Faktoren sind:

  • Alter: Schuppenprobleme treten oft erstmals in der Pubertät auf, gleichzeitig mit Pickeln und Hautunreinheiten. Allgemein können Hormonschwankungen Schuppen verursachen. Ältere sind aber nicht immun gegen Schuppen. Es kann ein Problem sein, das das ganze Leben lang besteht.
  • Geschlecht: Von Kopfschuppen sind rund 30 % der Frauen und 20 % der Männer zumindest zeitweise betroffen. Fettige Schuppen kommen bei Männern häufiger vor, weswegen das männliche Geschlechtshormon verdächtigt wird, eine Rolle bei der Schuppenbildung zu spielen. Männer haben außerdem größere Drüsen, die einen fettreichen Schweiß produzieren, was einen besseren Nährboden für den Hefepilz Malassezia bietet.
  • Fettige Haut und fettiges Haar: Diese bieten, wie oben erwähnt, bessere Wachstumsbedingungen für Malassezia, wodurch Betroffene besonders anfällig für Schuppenbildung sind.

Behandlung

In der Regel ist es nicht notwendig, wegen Schuppen eine Arztpraxis aufzusuchen. Wenn aber vernünftige Versuche nicht helfen, die Schuppen loszuwerden, kann es sinnvoll sein, ärztlichen Rat einzuholen. Seborrhoische Ekzeme können Schuppen ähneln, müssen aber in der Regel mit rezeptpflichtigen Medikamenten behandelt werden. Ärzte können leicht feststellen, ob ein seborrhoisches Ekzem vorliegt.

Schuppen sind oft ein hartnäckiges Problem, aber wenn Sie ein wenig standhaft und geduldig sind, kann es fast immer kontrolliert werden. Wenn das Problem nicht zu groß ist, kann es ausreichen, die Haare täglich mit einem milden Shampoo zu waschen, um die Schuppen in Schach zu halten. Wenn dies nicht reicht, gibt es eine Reihe von Schuppen-Shampoos, die Sie ohne Rezept kaufen können. Die Shampoos haben alle eine etwas andere Zusammensetzung, und es kann nötig sein, verschiedene auszuprobieren, bis Sie ein Shampoo finden, mit dem Sie zufrieden sind. Häufig enthalten diese Shampoos einen Inhaltsstoff, den der Malassezia-Pilz nicht verträgt, sodass sein Wachstum aufgehalten wird.

Es gibt auch Shampoos, die eine noch stärkere antimykotische Wirkung haben, aber einige von ihnen sind nur auf Rezept erhältlich, und diese Shampoos eignen sich nicht für den täglichen Gebrauch.

Ein weiterer Wirkstoff von Schuppen-Shampoos ist Salicylsäure, die die Kopfhaut aufweicht und bewirkt, dass trockene Schuppen beim Waschen abgerieben werden. Bei trockener Kopfhaut sollten Sie die Haare nicht zu häufig und mit einem milden Shampoo waschen. Auch eine Lotion oder Öl kann dabei helfen, dass die Kopfhaut weniger austrocknet und die Schuppenmenge verringern.

Nach dem Einseifen mit einem Spezial-Shampoo ist es vorteilhaft, mit dem Ausspülen wenige Minuten zu warten, damit die Wirkstoffe Zeit zur Entfaltung haben. Es ist wichtig, die Haare gut auszuspülen, vor allem nach der Verwendung von starken Shampoos. Verwenden Sie medizinische Shampoos im Wechsel mit einem normalen, hautfreundlichen Shampoo.

Lebensstil und Prävention

Es ist leider nicht möglich, Schuppenbildung zu verhindern. Aber es gibt einige Dinge, mit denen Sie eine mögliche Belastung durch Schuppen verringern können:

  • Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Stress wirkt sich auf die Gesundheit aus und möglicherweise auch auf die Schuppenbildung.
  • Waschen Sie Ihre Haare regelmäßig mit Shampoo. Tägliches Einseifen mit Shampoo verringert die Öl-/Fettstoffe, die sich normalerweise auf der Kopfhaut befinden, und damit die Wachstumsgrundlage für Pilze, die Schuppen verursachen. Dadurch vermindert sich auch die Schuppenbildung.
  • Haarpflegeprodukte wie Haarspray, Haargel, Haarwachs und Mousse können Ihre Haare öliger/fettiger und somit attraktiver für Hefepilze machen. Einige Menschen entwickeln sogar allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte. Versuchen Sie deshalb, solche Produkte so wenig wie möglich zu gebrauchen.
  • Eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse scheint auch eine positive Wirkung sowohl auf Schuppenbildung als auch auf die Gesundheit im Allgemeinen zu haben!
  • Auch die Sonne wirkt positiv und vermindert die Schuppenmenge. Es lohnt sich also, viel an der frischen Luft zu sein! Denken Sie aber daran, dass übermäßige Sonnenbestrahlung das Risiko für Hautkrebs erhöht.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Kopfhautveränderungen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Altmeyer P. Online Enzyklopädie Dermatologie, Kapitel L21.0: Pityriasis simplex capillitii. Springer-Verlag. Zugriff: 15.3.2016. www.enzyklopaedie-dermatologie.de