Hautkrebs: Vorbeugen und früh erkennen

Die Haut ist das größte Organ unseres Körpers. Sie schützt uns vor vielen Dingen wie Verletzung, Krankheitserregern und UV-Strahlen. Manchmal verändern sich die Zellen der Haut. Aus einigen Veränderungen kann Krebs entstehen. Was Experten zum Schutz vor Hautkrebs empfehlen und was Früherkennung bringt, lesen Sie in dieser Information.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Auf einen Blick: Hautkrebsprävention

  • Experten empfehlen, starke Sonne zu meiden, sich durch passende Kleidung zu schützen und, wenn nötig, Sonnencreme zu verwenden.
  • Hautkrebsfrüherkennung wird für Versicherte ab 35 Jahren angeboten. Sie soll Krebs frühzeitig entdecken, damit er erfolgreich behandelt werden kann:
    • Ob sich damit Todesfälle durch Hautkrebs verhindern lassen, wurde bislang nicht in hochwertigen Studien untersucht.
    • Es kann sich dabei ein Krebsverdacht ergeben, der sich später als falsch herausstellt. Möglicherweise wird auch Hautkrebs entdeckt, der sonst nie aufgefallen und gefährlich geworden wäre.

Hautkrebs – immer gefährlich?

Es gibt hellen und schwarzen Hautkrebs. Der helle kommt häufiger vor, ist aber nur sehr selten bedrohlich: Er führt bei 1 von 550 Erkrankten zum Tode. Der schwarze Hautkrebs (Melanom) dagegen ist seltener, aber gefährlicher: Etwa 1 von 7 Erkrankten stirbt daran.

Wie häufig ist Hautkrebs?

Sichere Zahlen gibt es für schwarzen Hautkrebs: Etwa 20 von 1.000 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens. Für hellen Hautkrebs gibt es keine zuverlässigen Daten.

Wann entsteht Hautkrebs?

Meist kommen mehrere Ursachen zusammen, wenn Hautkrebs entsteht. Ein erhöhtes Risiko besteht bei:

  • hellem Hauttyp
  • häufiger Belastung durch UV-Strahlen (Sonnenbrände, Anzahl der Sonnenstunden)
  • früherer Hautkrebserkrankung
  • Hautkrebs in der Familie
  • häufigem Kontakt mit Stoffen wie Teer, Arsen oder mit radioaktiven Strahlen sowie Röntgenstrahlung.

Wie können Sie sich vor Hautkrebs schützen?

Hautkrebs lässt sich nicht hundertprozentig verhindern. Aber einige Verhaltensweisen können dazu beitragen, das eigene Erkrankungsrisiko zu senken. Die wichtigste Empfehlung von Experten lautet, sich vor übermäßiger Belastung durch UV-Strahlung zu schützen. Sie raten dabei zu einem dreistufigen Vorgehen:

  • Starke Sonne meiden: Bewegung an der frischen Luft ist wichtig und tut gut. Deshalb bedeutet „Sonne meiden“ nicht, dass Sie den ganzen Tag „drinnen hocken“ sollen. Aber bei starker Sonnenstrahlung ist es empfehlenswert, die Mittagssonne zu meiden oder den Schatten zu suchen. Vom Besuch eines Solariums raten Experten ab.
  • Schutz durch Kleidung: Leichte, lange Kleidung, Sonnenbrille und Kopfbedeckung sind hilfreich. Kleidung blockt Sonne aber nicht vollständig ab.
  • Sonnencreme für ungeschützte Hautstellen: Wichtig sind ein angemessener Sonnenschutzfaktor, eine wasserfeste Creme sowie ein Lippenschutz. Für das Eincremen des ganzen Körpers braucht ein Erwachsener etwa 30 Milliliter Creme. Dies entspricht etwa der Größe eines Tischtennisballs.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A, Beta-Karotin oder Selen schützen nicht vor Hautkrebs.

Hautkrebs früh erkennen

Es gibt eine besondere Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs. Nur speziell ausgebildete Haut und Hausärzte dürfen sie durchführen. Die Ärztin oder der Arzt begutachtet die gesamte Haut und sucht sie mit dem bloßen Auge nach auffälligen Veränderungen ab. Dazu gehören auch die Kopfhaut, der Schambereich, das Zahnfleisch, die Zehenzwischenräume und die Fußsohlen. Wird eine verdächtige Stelle gefunden, wird sie genauer untersucht. Möglicherweise wird die Stelle herausgeschnitten und im Labor untersucht. In vielen Fällen bestätigt sich der Krebsverdacht nicht.
Gesetzliche Krankenkassen zahlen diese Untersuchung alle 2 Jahre für Versicherte ab 35 Jahren.

Was bringt die Untersuchung?

Nutzen

Die Untersuchung soll Hautkrebs frühzeitig erkennen, damit er erfolgreich behandelt und Schlimmeres verhindert werden kann. Der Nutzen der Früherkennung von Hautkrebs wurde bislang nicht in aussagekräftigen Studien untersucht. Das heißt: Ob sich so Todesfälle durch Hautkrebs verhindern lassen, weiß man bislang nicht.

Schaden

Auch hier fehlen aussagekräftige Studien. Sicher ist, dass in Folge der Untersuchung auch Hautstellen herausgeschnitten werden, die sich später als harmlos herausstellen. Wie häufig das vorkommt, ist aber nicht klar: In den vorhandenen Studien schwanken die Angaben von 3 bis zu 180 Fehlalarmen pro bestätigtem Hautkrebsverdacht. Die Hautstelle kann wehtun, und es können sich Narben bilden.
Möglicherweise wird durch die Untersuchung auch Hautkrebs entdeckt, der ohne Früherkennung nie aufgefallen wäre und zeitlebens keine Beschwerden bereitet hätte. Dann erhalten Betroffene unnötig eine Angst machende Krebsdiagnose und eine nicht notwendige Behandlung. Es ist zudem denkbar, dass Hautkrebs trotz sorgfältiger Prüfung übersehen wird. Sie nehmen verdächtige Stellen dann vielleicht nicht ernst genug, weil Sie sich zu sehr auf die Untersuchung verlassen.

Weitere Informationen

Selbsthilfeorganisation

  • Wo Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen): www.nakos.de

Quellen

  • Diese Patienteninformation beruht auf der aktuellen ärztlichen S3-Leitlinie „Hautkrebsprävention“ und deren Patientenversion des Leitlinienprogramms Onkologie. Das Programm wird getragen von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft.
  • Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Gemeinsames Institut von BÄK und KBV – Patienten-Information.de