Vergrößerte Talgdrüsen

Haarfollikel sind winzige Beutel, die sich überall in der Haut befinden und aus denen Haare wachsen können. Um die Haarfollikel herum befinden sich Talgdrüsen, die Talg (Sebum) aussondern, welcher sowohl das Haar als auch die Haut schmiert. Wenn dieser Talg nicht nach draußen gelangt, verstopft die Drüse und es bildet sich ein Knoten unter der Haut, das sogenannte Atherom.

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Was sind Haarfollikel und Talgdrüsen?

Querschnitt der Haut

In der Haut befinden sich die sogenannten Haarfollikel. Sie sind kleine, beutelförmige Teile der Haut, die man – mit Ausnahme von Lippen, Handflächen und Fußsohlen – überall am Körper findet. Aus jedem Haarfollikel kann ein Haar wachsen. Der Haarfollikel wird in einer tieferen Hautschicht gebildet, sitzt fest in der Unterhaut und verläuft durch die oberen Hautschichten bis an die Hautoberfläche.

Die Talgdrüsen befinden sich außerhalb der Haarfollikel und sondern einen Talg namens Sebum ab. Dieser Talg wird im Haarfollikel abgesondert und schmiert sowohl das Haar als auch die umgebende Haut. Der Talg schützt vor Reibung und macht Haut und Haar etwas „wasserfester“. Diese Talgdrüsen befinden sich überall in der Haut, am meisten jedoch auf der Kopfhaut, im Gesicht, auf der Brust und im Schambereich. Fußsohlen und Handinnenflächen sind frei von Talgdrüsen.

Ursache

Manchmal können die Ausgänge der Talgdrüsen oder Haarfollikel verstopfen. Der Grund dafür ist nicht bekannt. Der Talg bzw. das Sebum gelangen nicht an die Hautoberfläche. Die Drüse produziert weiterhin Talg und allmählich bildet sich ein Knoten oder eine kleine Beule unter der Haut. In der Fachsprache wird dies als Atherom (Talgzyste) bezeichnet. Der Knoten ist weich, gelb, oft breit und ein wenig uneben und kann gelegentlich eine mittige Vertiefung haben. Mit Ausnahme von kosmetischen Aspekten verlangt dieser Zustand keine Behandlung, außer wenn eine Entzündung entsteht.

Vergrößerte Talgdrüsen dieser Art treten häufig bei Personen mittleren Alters und älteren Menschen auf.

Diagnose

Die Diagnose ist auf Grundlage des Aussehens leicht zu stellen. Man findet unter der Haut weiche, gelbe, oft breite und leicht unebene Knoten. Häufig treten die Talgzysten auf Stirn, Wangen, Nase, Genitalien und Rücken auf. Die meisten Knoten sind 2–4 mm im Durchmesser, aber sie können bis auf 5 cm anwachsen.

Therapie

Oft ist keine Behandlung erforderlich. In vielen Fällen wird der Knoten kaum sichtbar und auch nicht entstellend. Manchmal kann der Knoten auffälliger sein. Manche Personen möchten eine Talgzyste dann entfernen lassen. Der dabei notwendige Eingriff ist klein. Der Arzt wird versuchen, den gesamten Knoten zu entfernen. Dieser ist durch eine Kapsel abgegrenzt und der Arzt kann eventuell den Knoten ohne Durchschneiden der Kapsel entfernen. Wenn der Arzt die gesamte Kapsel entfernt, ist auch die Drüse für immer entfernt. Wenn Teile der Kapsel unter der Haut bleiben, besteht ein größeres Risiko für eine wiederholte Knotenbildung. Der Inhalt der Talgdrüse hat ein käsiges Aussehen.

Entzündete Talgdrüsen sind schwierig in ihrer Gesamtheit zu entfernen, da sie in die umgebende Haut hineingewachsen sind.

Prognose

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich vergrößerte Talgdrüsen entzünden. Dabei treten typische Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung, Empfindlichkeit und lokale Erhitzung auf. Oft wird daraus eine Beule (Abszess), aus der man den Eiter herauslassen kann.

Manchmal genügt es, den Eiter selbst herauszudrücken. Dabei kann viel eitrige Masse austreten. Manchmal muss der Zustand von einem Arzt behandelt werden. Der Arzt kann den Abszess dann chirurgisch öffnen und den Eiter entfernen.

In Ausnahmefällen sind Antibiotika erforderlich.

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

 

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Atherom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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