Psoriasis-Arthritis

Psoriasis-Arthritis ist eine Form von Arthritis, die bei 5–10 % der Patienten mit der Hautkrankheit Psoriasis auftritt.

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Was ist eine Psoriasis-Arthritis?

Psoriasis-Arthritis ist eine Erkrankung mit rheumatischer Gelenkentzündung (Arthritis), eine Form von Arthritis, die bei Menschen mit der Hautkrankheit Psoriasis auftritt.

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Akute Gelenkentzündung (Arthritis)

Psoriasis-Arthritis entwickelt sich meist langsam mit Schwellungen, erhöhter Empfindlichkeit und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit in den betroffenen Gelenken. Die meisten Menschen, die an Psoriasis-Arthritis leiden (70 %) haben bereits die Diagnose Psoriasis, bei 15–20 % tritt die Hauterkrankung nach der Gelenkentzündung auf. Unter den Patienten, die zuerst an der Hautkrankheit erkranken, tritt Psoriasis-Arthritis in der Regel ca. zehn Jahre nach den ersten Anzeichen von Psoriasis auf, es können aber auch bis zu 20 Jahre vergehen.

Die Krankheit kann mild verlaufen und nur zu mäßigen Beschwerden führen, bei manchen entwickelt sich die Erkrankung aber zu einer ernsthaften Arthritis, die die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen kann.

Psoriasis-Arthritis kommt gleich häufig bei Frauen und Männern vor. 1–2 % der Bevölkerung haben Psoriasis, von diesen entwickeln etwa 5–10 % eine Psoriasis-Arthritis. Die Krankheit beginnt in der Regel zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Ursachen

Es wird angenommen, dass das Immunsystem des Körpers zu einer Entzündungsbildung beiträgt. Psoriasis-Arthritis wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Vermutlich wird die Krankheit sowohl durch erbliche Veranlagung (genetisch) als auch durch Umwelt- und Immunfaktoren ausgelöst. Der Verlauf der Krankheit kann stark variieren und es gibt verschiedene Formen der Psoriasis-Arthritis. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, welche Gelenke hauptsächlich betroffen sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass grob eingeteilt ca. 70 % der Patienten eine Entzündung in den äußeren Gelenken der Hände und Füße (periphere Gelenke) haben, während ca. 30 % an Hauptproblemen in Rücken- und Beckengelenken leiden.

Diagnostik

Psoriasis-Arthritis entwickelt sich meist über viele Jahre mit Gelenkschmerzen, Schwellungen, Empfindlichkeit und Bewegungseinschränkung in den betroffenen Gelenken. Darüber hinaus kann es zu Schmerzen an den Ansatzpunkten von Sehnen und Bändern von Händen und Füßen sowie an der Wirbelsäule kommen. Typischerweise tritt die Gelenkentzündung nicht symmetrisch am Körper auf wie bei der gewöhnlichen Arthritis. Häufig tritt auch eine Entzündung der äußersten Fingergelenke auf, was bei Arthritis ungewöhnlich ist. Die meisten Menschen mit Psoriasis-Arthritis haben nur leichte Symptome, manche leiden aber auch so sehr darunter, dass ihre Lebensqualität eingeschränkt ist. Bei etwa 20 % der Patienten entwickeln sich Funktionsstörungen mit reduzierter Beweglichkeit der Gelenke. Oft besteht eine Entzündung eines ganzen Fingers oder Zehs. Bis zu 30 % der Patienten sind von einer solchen Entzündung, die im Volksmund auch „Wurstfinger“ genannt wird, betroffen.

Andere Befunde bei Psoriasis-Arthritis sind z. B. Nagelerkrankungen (u. a. Tüpfelnägel), entzündliche Erkrankung der Augen und Fersenschmerzen (Entzündung eines Sehnenansatzes).

Es gibt keine spezifischen diagnostischen Tests für die Psoriasis-Arthritis. Der Arzt schaut bei der Untersuchung nach den typischen Mustern der Gelenkveränderungen, die bei Psoriasis-Arthritis auftreten. Wichtig ist, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie Hautveränderungen haben oder hatten, die auf die Psoriasiserkrankung zurückgeführt werden könnten.

Typisch für Arthritis bei Psoriasis ist, dass die Blutuntersuchungen keine spezifischen Veränderungen aufzeigen. BSG, CRP und der Hb-Wert im Blut können Auskunft darüber geben, wie stark die Erkrankung ist.

Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke können typische Befunde liefern, jedoch lässt sich nicht immer mit Röntgenaufnahmen eine sichere Diagnose stellen. Falls erforderlich, können MRT-Bilder erstellt werden, die zusätzlich nützliche Informationen liefern.

Behandlung

Behandlungsziele sind die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden, eine Reduzierung der Krankheitsaktivität sowie die Erhaltung einer möglichst guten Funktionsfähigkeit.

In der Regel besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen der Aktivität der Hauterkrankung und der Gelenkerkrankung, und die effektive Behandlung der einen Krankheit wird sich auch günstig auf die andere auswirken. Die Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen und Beschwerden zu lindern, Entzündungen einzudämmen und Gelenkschäden zu verhindern.

Dabei ist es von Vorteil, so normal wie möglich mit gesunder Ernährung und viel körperlicher Bewegung zu leben. Viele erleben Reisen in wärmere Regionen als hilfreich, sowohl zur Verbesserung der Hauterkrankung als auch zur Linderung der Gelenkbeschwerden.

NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) sind die erste Wahl bei den Medikamenten. Sie bieten Schmerzlinderung und wirken entzündungshemmend. NSAR können von Ihrem Hausarzt verschrieben werden. Sollten NSAR keine zufriedenstellende Wirkung zeigen, werden gewöhnlich andere Basistherapeutika (DMARD) oder immunsuppressive Medikamente in Betracht gezogen. Die letztgenannte Medikamentengruppe darf nur von Fachärzten für Rheumatologie verschrieben werden. Es wird empfohlen, dass Patienten mit Psoriasis-Arthritis frühzeitig einen Spezialisten aufsuchen.

Die Phototherapie (PUVA) wirkt ebenfalls gegen Psoriasis und kann sich günstig auf die Psoriasis-Arthritis auswirken. Physiotherapie und Ergotherapie stellen zudem wirksame Behandlungsformen bei Psoriasis-Arthritis dar. In seltenen Fällen kann eine operative Therapie nötig sein.

Prognose

Die Psoriasis-Arthritis ist eine lebenslange, wiederkehrende (rezidivierende) Erkrankung. Der Schweregrad kann über die Zeit variieren. In den meisten Fällen ist Psoriasis-Arthritis eine leichte Krankheit, die keine großen Veränderungen in der Arbeit oder im sozialen Leben mit sich bringen muss. Schwere Arthritis mit chronischen Beschwerden und Zerstörung der Gelenke kommt jedoch auch vor und kann in einigen Fällen zu verminderter Lebensqualität und Funktionseinschränkungen führen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Marie-Christine Fritzsche, Ärztin, Freiburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Psoriasisarthritis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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