Periorale Dermatitis (Hautausschlag um den Mund)

Periorale Dermatitis ist ein Hautausschlag um den Mund herum mit einer nicht betroffenen Zone nahe des Mundes. Die Erkrankung tritt hauptsächlich bei jungen Frauen auf.

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Was ist periorale Dermatitis?

Es handelt sich um einen Hautausschlag um den Mund herum, der aus roter Haut und oft pickelähnlichen kleinen Knötchen (Papeln) besteht. Um die Lippen herum gibt es eine symptomfreie Zone. Gelegentlich bilden sich mit Eiter gefüllte Bläschen (Pusteln). Der Ausschlag kann auch leicht schuppen. Obwohl er in erster Linie um den Mund herum auftritt, kann er auch um die Nase und seltener um die Augen anzutreffen sein.

Periorale Dermatitis kommt vor allem bei Frauen im Alter zwischen 16–45 Jahren vor. Die Rate der Neuerkrankungen pro Jahr liegt bei ca. 0,5–1 %. Frauen stellen mehr als 90 % der Fälle, doch scheint das Vorkommen unter Männern zu steigen – was möglicherweise mit veränderten Gewohnheiten der Männer im Gebrauch von Kosmetika zusammenhängen kann. Periorale Dermatitis kommt weltweit bei allen ethnischen Gruppen vor.

Die Erkrankung betrifft allein die Haut.

Ursachen

Die Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt, doch wird eine zugrunde liegende Bakterieninfektion vermutet. Die Erkrankung verschlimmert sich häufig durch die Verwendung von Kortisonsalben und -cremes.

Viele betroffene Personen haben Kortisonsalbe gegen den Ausschlag verwendet. Anfänglich führt Kortisonsalbe eine gewisse Linderung herbei, aber nach einiger Zeit wird der Hautausschlag schlimmer. Auch wenn versucht wird, mit der Anwendung der Kortisonsalbe aufzuhören, so verschlimmert sich der Hautausschlag. Insbesondere scheint die Verwendung starker Kortisonsalben diese Wirkung hervorzurufen. Die Erkrankung tritt teilweise auch nach der Einnahme von Kortikosteroiden in Tablettenform oder zur Inhalation ein.

Weitere Faktoren, die die Erkrankung begünstigen, sind Kosmetika, Zahnpasta, Empfängnisverhütungsmittel, Sonneneinstrahlung, Hitze, Wind und Hormonschwankungen bei Frauen.

Behandlung

Wenn Sie Kortisonsalben verwenden, sollten Sie deren Gebrauch nach und nach ausschleichen, um ein Aufflammen des Ausschlags zu verhindern. Ebenso sollten fetthaltige Hautpflegeprodukte und Parfums vermieden werden. Während der Behandlungszeit sollten Sie vorsichtig mit Kosmetika, Reinigungsprodukten und Feuchtigkeitscremes umgehen.

Der Ausschlag wird meist mithilfe einer 1–3-monatigen Antibiotikatherapie (z. B. mit Tetracyclin, Doxycyclin oder Erythromycin in Tablettenform) behandelt. Alternativ kann der Arzt Cremes zur Anwendung gegen die Erkrankung verschreiben: Sie enthalten Pimecrolimus (kostspielig), Erythromycin oder Metronidazol. Wahrscheinlich wirken diese Mittel nicht ganz so effektiv wie eine Behandlung mit Tabletten.

Prognose

Periorale Dermatitis wird prinzipiell als gutartige und selbstlimitierende Erkrankung eingestuft. Bei einigen Betroffenen geht die Erkrankung unbehandelt innerhalb einiger Monate zurück. Bei anderen hingegen kann die Erkrankung unbehandelt mehrere Jahre bestehen. Die Verwendung lokaler Kortikosteroide trägt dazu bei, dass die Erkrankung chronisch wird.

Die Erkrankung verschwindet nach einigen Wochen der Behandlung. Es besteht jedoch eine gewisse Neigung zum Wiederauftreten der Symptome.

Die Krankheit ist harmlos, die Prognose gut. Die Hautveränderungen gehen in der Regel ohne Narbenbildung zurück.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Periorale Dermatitis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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