Erythema nodosum

Ein Erythema nodosum (Knotenrose) ist eine entzündliche Erkrankung des Unterhautfetts (Pannikulitis). Die Erkrankung zeigt sich zunächst als geschwollene rote Knötchen, die sehr druckempfindlich sind.

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Was ist ein Erythema nodosum (Knotenrose)?

Ein Erythema nodosum (Knotenrose) ist eine entzündliche Erkrankung des Unterhautfettgewebes (Pannikulitis). Die Erkrankung zeigt sich zunächst als geschwollene rote Knötchen, die sehr druckempfindlich sind. Die meisten Knötchen sind symmetrisch verteilt an der Vorderseite der Unterschenkel. Es ist nicht genau bekannt, wie ein Erythema nodosum entsteht, aber in vielen Fällen ist die Ursache eine zugrundeliegende Erkrankung. Es ist wichtig, diese zu erkennen und, wenn möglich, zu behandeln. Die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung ist der effektivste Weg, ein Erythema nodosum zu lindern. Die Erkrankung ist in den meisten Fällen selbstlimitierend.

Das Erythema nodosum kommt bei etwa 1–5 Personen pro 100.000 Personen vor. Bei Erwachsenen tritt das Erythema nodosum häufiger bei Frauen als bei Männern auf (6:1). Bei Kindern liegt das Geschlechterverhältnis zwischen Mädchen und Jungen bei 1,2:1. Am häufigsten ist die Erkrankung bei Menschen im Alter von 20–30 Jahren, kann jedoch in jedem Alter auftreten.

Symptome und Anzeichen

Erythema nodosum
Erythema nodosum

Die Erkrankung beginnt oft mit einem berührungsempfindlichen Hautausschlag an den Unterschenkeln, dem in der Regel Fieber, Schwäche und Gelenkschmerzen vorausgegangen sind. Die Knötchen bei einem Erythema nodosum variieren in der Größe von 1–10 cm Durchmesser und sind nicht deutlich abgegrenzt. Knötchen auf der Vorderseite der Unterschenkel sind am häufigsten, allerdings können auch Ausschläge auf den großen Flächen der Unterarme, der Oberschenkel und des Rumpfes auftreten. Zu Beginn sind diese Knötchen fest, werden aber mit der Zeit weicher. Einzelne Knötchen können zwei Wochen lang bestehen bleiben, während bis zu sechs Wochen lang neue hinzukommen können. Es kann etwa 1–2 Monate dauern, bis die Knötchen vollständig verschwunden sind. Die Farbe der Knötchen wechselt von leuchtend rot bis rot-violett und kastanienbraun, und in der letzten Phase ähneln die Knötchen häufig Blutergüssen. Die Knötchen entwickeln sich nicht zu wunden Stellen und bilden sich oft zurück, ohne eine dünne Haut (Atrophie) oder Narbengewebe zu hinterlassen.

Dem Ausbruch des Erythema nodosum gehen oft unterschiedliche Beschwerden (das Prodrom) voraus. Das Prodrom beginnt, abhängig von der Ursache, im Allgemeinen bereits 1–3 Wochen vor dem Ausbruch des Erythema nodosum. Spezifische Symptome können sein: Gewichtsverlust, Schwäche, leichtes Fieber, Husten und Gelenkschmerzen mit oder ohne Entzündung der Gelenke (Arthritis). Bei einigen Betroffenen können die Gelenkschmerzen bis zu zwei Jahre andauern, nachdem das Erythema nodosum abgeklungen ist.

Es können Symptome oder Anzeichen zugrundeliegender Erkrankungen vorliegen, so z.B. Sarkoidose, Leukämie, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa – oder Infektionen wie Halsentzündungen, Tuberkulose, HIV-Infektion.

Ursache

Das Erythema nodosum ist wahrscheinlich eine Form von allergischer Reaktion der Haut, die aufgrund einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung auftritt. Häufig (in bis zu 55 % der Fälle) wird die zugrundeliegende Ursache des Erythema nodosum nicht gefunden, aber es gibt viele mögliche Ursachen. Früher war die Erkrankung ein bekanntes Anzeichen für Tuberkulose, heute sind jedoch andere Ursachen häufiger. Eine Streptokokken-Infektion (Mandelentzündung) ist heutzutage der häufigste Auslöser (ca. 30–50 %), insbesondere bei Kindern. Andere Arten von Infektionen können ebenfalls ein Erythema nodosum auslösen. Medikamente (3–10 %) – z.B. die Antibaby-Pille – und hormonelle Reaktionen, chronische entzündliche Darmerkrankungen (1–4 %) und Sarkoidose (bis zu 25 %) sind häufige Ursachen bei Erwachsenen. Krebserkrankungen sind nur selten Ursache eines Erythema nodosum.

Diagnose

Die Diagnose wird auf Grundlage der vorliegenden typischen Symptome gestellt, mit den charakteristischen Knötchen in der Haut. Häufig ist eine Untersuchung des gesamten Körpers notwendig, um alle eventuellen zugrundeliegenden Ursachen zu erkennen. Zudem sind Blutproben sowie Bakterienproben aus dem Hals und den Ausscheidungen notwendig. Ein Tuberkulin-Hauttest kann ebenfalls erforderlich sein. Zudem kann es erforderlich sein, Röntgenaufnahmen von Lunge Brustkorb zu machen, da eine Tuberkulose oder Sarkoidose vorliegen kann.

Die Entscheidung, ob weitere Untersuchungen, wie z.B. Gewebeproben der Haut, durchzuführen sind, hängt davon ab, ob eine Erklärung für die Symptome gefunden wird.

Behandlung

Es existiert keine gute Behandlung für die Erkrankung, die Symptome können aber gelindert werden. Wenn eine zugrundeliegende Erkrankung die Ursache des Erythema nodosum ist, konzentrieren sich die Ärzte auf die Behandlung dieser Krankheit.

Sie können selbst zur Linderung der Symptome beitragen, indem Sie die Beine hoch lagern. Bei einigen Betroffenen helfen auch Stützstrümpfe und elastische Binden. In einigen Fällen ist Bettruhe notwendig, wobei längere Bettruhe aber nicht günstig ist. Eine Schmerzlinderung durch Medikamente kann notwendig sein.

Prognose

Das Erythema nodosum klingt in den meisten Fällen von selbst ab. Die Dauer der Erkrankung beträgt meist 6–8 Wochen, in Einzelfällen kann sich der Krankheitsverlauf jedoch länger hinziehen. Wenn die zugrundeliegende Ursache weiterhin vorliegt, kann auch die Hauterkrankung bestehen bleiben.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Erythema nodosum. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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