Aktinische Keratose

Aktinische Keratose

Aktinische Keratosen sind Tumoren in sonnengeschädigter Haut. Sie gelten als Vorstufe für Hautkrebs. Das Vorkommen steigt mit dem Alter und dem Grad der Sonneneinstrahlung. Menschen mit heller Haut sind besonders gefährdet.

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Was ist aktinische Keratose?

Aktinische Keratose
Aktinische Keratose
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Bei der aktinischen Keratose handelt es sich um eine Hautveränderung, die aus einer Schädigung der Haut durch Sonneneinstrahlung hervorgeht. Sie wird auch solare Keratose oder Lichtkeratose genannt. Die Hautveränderungen bestehen aus kleinen Flecken, die rötlich, evtl. gelblich sind und schuppen. Sie können leicht hyperpigmentiert (hellbraun) sein, ihre Oberfläche ist oft etwas rau und etwas schmerzempfindlich. Die Veränderungen finden sich an sonnenexponierten Stellen, wobei es sich um einen einzelnen Fleck bis hin zu zahlreichen solcher Hautveränderungen handeln kann. Die Erkrankung kann von selbst zurückgehen, wenn eine fortdauernde Sonnenexposition vermieden wird, doch kann sie sich auch zu Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) weiterentwickeln. Diese Krebsart breitet sich nur selten auf andere Organe aus und ist daher einfacher zu behandeln und ungefährlicher als ein Melanom.

Häufigkeit

Menschen, die über viele Jahre hinweg intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, tragen das größte Risiko. Mehr als 80 % der aktinischen Keratosen kommen auf Hautpartien vor, die dem Sonnenlicht am stärksten ausgesetzt sind, wie der Kopf, der Hals, die Unterarme und die Hände. Die Erkrankung tritt häufiger mit zunehmendem Alter auf und zeigt sich vermehrt bei Männern und Menschen mit heller Haut. In Deutschland betrifft die Erkrankung 11,5 % der 60- bis 70-Jährigen.

Ursachen

Die Erkrankung wird durch langjährige Sonneneinstrahlung hervorgerufen. Meist tritt sie bei Menschen mit heller Haut auf, bei einer hohen Gesamtbelastung von Sonnenstrahlung auf der Haut kommen solche Veränderungen jedoch auch bei dunkler Haut vor. Typischerweise sind Personen betroffen, die sich überdurchschnittlich viel im Freien aufhalten. Auch Patienten mit unterdrückter Immunantwort, insbesondere nach Transplantationen, bekommen häufig aktinische Keratosen. Die genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle.

Symptome

In der Regel treten ein oder mehrere rötliche oder gelblichbraune, raue, schuppige Hautveränderungen mit einem Durchmesser von 1 mm bis zu mehreren Zentimetern auf. Die Veränderungen sind oft leichter zu fühlen als zu sehen und finden sich in Bereichen, die der Sonne ausgesetzt sind: Handrücken, Gesicht, Hals, Ohrläppchen und Kopfhaut. In frühen Stadien ist die Haut rau und sandpapierartig, doch allmählich wird sie dicker und bildet Schuppen. Die meisten Flecken verursachen keine Beschwerden, einige rufen jedoch Juckreiz oder ein leichtes Brennen oder Stechen in der Haut hervor.

Krebsrisiko?

Aktinische Keratose kann sich zu einem Plattenepithelkarzinom (Hautkrebs) entwickeln. Die meisten Fälle aktinischer Keratose entwickeln keinen Krebs, wobei 15–63 % sich sogar von selbst zurückbilden. Dennoch ist festzustellen, dass bis zu 60 % der Fälle des sogenannten Plattenepithelkarzinoms der Haut aus aktinischen Keratosen entstehen.

Ein Plattenepithelkarzinom, das aus einer aktinischen Keratose hervorgegangen ist, bildet selten Tochtergeschwulste (Metastasen).

Behandlung

Die Patienten sollten weitere Schädigungen durch Sonnenstrahlen vermeiden. Tragen Sie Kopfbedeckungen, die Schatten auf Gesicht und Ohren werfen, und verwenden Sie Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor, wenn Sie sich in der Sonne aufhalten. Meiden Sie die Mittagssonne und halten Sie sich möglichst im Schatten auf.

Es gibt drei wesentliche Behandlungsformen aktinischer Keratosen:

  1. Die lokale Behandlung mit Cremes: Eine solche eignet sich am besten, wenn viele kleine Veränderungen vorliegen.
  2. Die Vereisung (Kryotherapie) mit flüssigem Stickstoff wird häufig angewendet, um vereinzelt auftretende Veränderungen zu entfernen.
  3. Die fotodynamische Therapie kann bei jeder aktinischen Keratose angewendet werden.

Bei besonders dicken Hautveränderungen oder aber zur Entnahme einer Gewebeprobe bei ungewisser Diagnose kann auch eine Operation nötig sein. Eine Kombination verschiedener Behandlungsformen ist möglich.

Lokale Behandlung mit Cremes

Es gibt vier infrage kommende lokale Arzneimittel: Imiquimod, Ingenolmebutat, Fluorouracil und Diclofenac. Studien zeigen, dass all diese Präparate wirksamer sind als Placebos (Scheinmedikamente) und in circa 50 % der Fälle zu einer Heilung der Veränderungen führen. Der Nachteil dieser Behandlungsformen ist ihre Langwierigkeit (mit Ausnahme von Ingenolmebutat) und ihre relativ zahlreichen Nebenwirkungen mit Rötung und Empfindlichkeit der Haut.

Für eine lokale Behandlung mit Cremes kommen alle betroffenen Hautpartien infrage, was sich besonders eignet, wenn größere Bereiche behandelt werden sollen.

Imiquimod wird 1- bis 3-mal pro Woche über insgesamt 8–16 Wochen aufgetragen. Dieser Wirkstoff aktiviert das Immunsystem der Haut. Lokale Nebenwirkungen treten häufig auf.

Ingenolmebutat wirkt, indem Hautzellen abgetötet werden und das körpereigene Immunsystem lokal rund um die Hautveränderungen zu gesteigerter Aktivität stimuliert wird. Bei diesem Wirkstoff reicht eine 2- oder 3-tägige Anwendung aus, abhängig von der Stärke des Medikaments und an welcher Stelle sich die Veränderungen befinden. Auch dieses Medikament führt oft zu vorübergehenden Hautreaktionen der behandelten Partien.

Fluorouracil ist ein Zellgift, das die Zellvermehrung hemmt. Die Therapie dauert gewöhnlich 3–6 Wochen. Nebenwirkungen sind Schmerzen, Entzündungsreaktionen und Wundbildung, was die Anwendung im Gesicht womöglich nicht wünschenswert macht. Die Creme darf zudem nicht mit gesunder Haut, den Schleimhäuten oder mit den Augen in Kontakt kommen.

Diclofenac-Hyaluronsäure-Gel ist eine lokale Therapie mit relativ wenigen Nebenwirkungen und guten Ergebnissen bei bis zu 50 % der Patienten. Dies erfordert eine Anwendung über einen langen Zeitraum – 60–90 Tage lang –, führt aber zu weniger Hautirritationen. 

Weitere Behandlungen

Eine einfache und schnelle Behandlung einzelner aktinischer Keratosen besteht im Vereisen (Kryotherapie). Beim Vereisen sprüht das ärztliche Personal in zwei Durchgängen von je 5–10 Sekunden Dauer flüssigen Stickstoff auf die Hautveränderungen, mit zwischenzeitlichem Auftauen.

Bei höhergradigen Keratosen und zum Ausschluss eines Plattenepithelkarzinoms wird die Hautveränderung abgetragen oder ausgeschnitten. Das so entfernte Gewebe kann anschließend im Labor untersucht werden. 

Die fotodynamische Therapie beinhaltet das Auftragen einer lichtempfindlichen (fotosensibilisierenden) Creme auf die Flecken, gefolgt von der Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge. Hierdurch stirbt das Gewebe ab. Die fotodynamische Therapie ist gut verträglich und führt zu guten kosmetischen Ergebnissen, ist jedoch kostenintensiver und bedarf viel technischer Ausstattung. Bei 69–93 % führt eine solche Behandlung nachgewiesenermaßen zu einer Heilung. Lokale Nebenwirkungen können auftreten.

Prognose

Aktinische Keratose
Aktinische Keratose

Die therapeutische Wirkung ist gut, doch können neue Veränderungen der der Sonne ausgesetzten Haut auftreten. Es kann an derselben Stelle wie zuvor auch zu einem Rückfall kommen. Bleiben die Hautveränderungen unbehandelt, entwickeln sich einige von ihnen zu Hautkrebs (siehe oben), das Risiko dafür ist jedoch gering. Rund die Hälfte der aktinischen Keratosen bilden sich spontan zurück.

Wichtig ist die Verwendung von Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor, um sich vor der Sonne zu schützen. 

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Aktinische Keratose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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