Fußpilz

Fußpilz (Tinea pedis) ist eine häufige Pilzinfektion. An öffentlichen Orten wie Dusch- und Umkleideräumen oder Fitnessstudios wird diese Krankheit leicht übertragen.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist Fußpilz?

Fußpilz in den Zehenzwischenräumen
Fußpilz in den Zehenzwischenräumen
qr-code_30636.png

Fußpilz (Tinea pedis) ist eine häufige Pilzinfektion der Haut. An öffentlichen Orten wie Dusch- und Umkleideräumen oder Fitnessstudios wird diese Krankheit leicht übertragen. In der Regel tritt die Pilzinfektion zwischen zwei Zehen auf (meist zwischen den beiden äußeren Zehen), sie kann sich aber auch auf Zehennägel, Fußsohlen und -seiten ausdehnen.

Fußpilz kommt vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen vor, bei Kindern eher selten. In Deutschland leiden schätzungsweise 10 Mio. Menschen an Fußpilz. Besonders häufig tritt Fußpilz bei Sportlern auf und wird deshalb im Englischen auch „Athlete's Foot“ genannt. Auch bei Menschen mit Diabetes ist Fußpilz häufig, vor allem an der Fußsohle. Das regelmäßige Wechseln von Strümpfen und Schuhen kann helfen, Fußpilz vorzubeugen.

Symptome und Beschwerdebilder

Fußpilz, chronischer Verlauf (Hyperkeratose)
Fußpilz, chronischer Verlauf (Hyperkeratose)

Fußpilz kann sich anhand vielfältiger Symptome äußern, in der Regel treten aber nur einige auf:

  • Juckreiz, Stechen und Brennen zwischen den Zehen, vor allem zwischen den beiden äußersten Zehen
  • Juckreiz, Stechen und Brennen an den Fußsohlen
  • Hautrötung
  • juckende Bläschen
  • rissige und schuppende Haut, vor allem zwischen den Zehen und an den Sohlen
  • trockene Haut an den Fußsohlen und -seiten

Ursache

Fußpilz wird durch eine Infektion mit Hautpilzen (Dermatophyten) verursacht. Als Reaktion auf die Pilzinfektion bildet die Haut mehr Zellen als üblich, die Haut wird dick und schuppig. Fußpilz entsteht vor allem in feuchten Umgebungen und bevorzugt die Zehenzwischenräume, da sich hier leicht Feuchtigkeit sammelt.

Dermatophyten verursachen auch andere Pilzerkrankungen der Haut, wie Nagelpilz, Ringelflechte, Pilzinfektionen der Leistengegend und der Kopfhaut.

Risikofaktoren

Die Fußpilz verursachenden Dermatophyten gedeihen besonders in feuchten, warmen Umgebungen. Tragen von engen Schuhen und Sportschuhen, Fußschweiß, feuchte Strümpfe und Schuhe begünstigen die Infektion mit Fußpilz. Der Pilz heftet sich an Hautschuppen oder andere Partikel an, die sich auf dem Boden, in Teppichen, Bettwäsche, Schuhen und auf anderen Oberflächen befinden können. Auch wenn die Übertragung zu Hause erfolgen kann, breitet sich die Infektion häufiger in öffentlichen Räumen aus: in Umkleideräumen, Saunen, Schwimmbädern und Duschanlagen. Haustiere können den Pilz ebenfalls übertragen.

Nicht alle Personen, die mit dem Pilz in Kontakt kommen, entwickeln Symptome von Fußpilz. Durchblutungsstörungen, periphere Neuropathie, Typ-1- und Typ-2-Diabetes, Rauchen und Fußfehlstellungen begünstigen die Infektion. Männer bekommen häufiger Fußpilz als Frauen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Haut zwischen den Zehen oder an der Fußsohle rissig ist und juckt, kann es ratsam sein, einen Arzt aufzusuchen. Dies gilt insbesondere, wenn Ihre Haut rot wird und anschwillt und wenn Sie ein Stechen oder Brennen verspüren. Wenn Sie bereits früher Fußpilz hatten und sich der Diagnose sicher sind, können Sie auf rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen.

Diagnose

Anhand der Position und des Aussehens des Ausschlags ist die Diagnose in der Regel leicht zu stellen. Ihr Arzt kann dabei eine spezielle Lampe (Wood-Licht) zu Hilfe nehmen. Außerdem kann Ihr Arzt etwas von den trockenen Hautschuppen entfernen und sie unter dem Mikroskop betrachten. Häufig ist erkennbar, ob ein Pilz die Ursache ist. Zusätzlich kann eine Hautprobe an ein mikrobiologisches Labor geschickt werden, um eine Pilzkultur anzulegen. Auf diese Weise wird ermittelt, um welche Art von Pilz es sich handelt.

Komplikationen

Infolge einer Pilzinfektion kann eine Umgebung entstehen, in der sich leichter eine bakterielle Infektion ansiedelt. Die Haut entzündet sich dann stärker, und es bilden sich nässende Hautveränderungen. Fußpilz erhöht auch das Risiko für Wundrosen (Erysipel).

Therapie

Bei leichten Fällen reicht die lokale Behandlung mit einer Creme gegen Fußpilz aus. Besoders schnell wirksam ist Terbinafin-Creme, die 1- bis 2-mal täglich für 1 Woche angewandt wird. Clotrimazol wird 1- bis 2-mal täglich für 3–4 Wochen aufgetragen. Generell wird empfohlen, die Behandlung etwa 3–4 Wochen fortzusetzen, wenn die Haut wieder ihren Normalzustand erreicht hat, um Rückfälle zu vermeiden. Arzneimittel gegen Hautpilze werden auch als Salbe, Lösung, Gel oder Puder angeboten.

Bei einer bakteriellen Infektion ist zusätzlich eine Antibiotikatherapie erforderlich.

Wenn die Pilzinfektion besonders ausgedehnt ist oder nicht mit lokaler Behandlung geheilt werden kann, kann Ihr Arzt antimykotische Tabletten zum Einnehmen verschreiben. Terbinafin-Tabletten (250 mg) werden einmal täglich für 2–4 Wochen eingenommen, alternativ Itraconazol-Tabletten (100 mg) einmal täglich für 4 Wochen.

Vorbeugende Maßnahmen

Hier sind einige Tipps, wie Sie Fußpilz vermeiden können bzw. wie Sie im Falle einer Infektion die Beschwerden lindern:

  • Halten Sie Ihre Füße trocken, vor allem zwischen den Zehen. Achten Sie darauf, nach dem Duschen die Zehenzwischenräume gründlich abzutrocken, eventuell mit einem Haarfön.
  • Tragen Sie nach Möglichkeit luftige Sandalen, die an den Zehen offen sind, und Baumwollsocken.
  • Wechseln Sie häufig Ihre Strümpfe und wählen Sie dafür saugfähige, nicht-synthetische Materialien. Wenn Sie starken Fußschweiß haben, sollten Sie die Strümpfe zweimal täglich wechseln.
  • Auch Ihre Schuhe sollten Sie häufig wechseln, damit diese zwischendurch trocknen können. Wenn möglich, ziehen Sie beengende Schuhe zwischendurch aus.
  • Die Zehenzwischenräume können Sie gegebenenfalls mit etwas Puder oder Spray mit Antipilzmittel behandeln.
  • Schützen Sie Ihre Füße in öffentlichen Bädern und Umkleideräumen und tragen Sie Badeschuhe.
  • Leihen Sie keine Schuhe von anderen Personen aus.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Tinea pedis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Robbins CM. Tinea pedis. Medscape, last updated Nov 19, 2015. emedicine.medscape.com
  2. P. Altmeyer.E. Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. Zugriff 3.4.2017 www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  3. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Tinea der freien Haut. AWMF-Leitlinie Nr. 013-002, Stand 2008. www.awmf.org
  4. Crawford F, Hollis S. Topical treatments for fungal infections of the skin and nails of the foot.. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 3. Art. No.: CD001434. DOI: 10.1002/14651858.CD001434.pub2. DOI
  5. Bell-Syer SEM, Khan SM, Torgerson DJ. Oral treatments for fungal infections of the skin of the foot. Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 10. Art. No.: CD003584. DOI: 10.1002/14651858.CD003584.pub2. DOI
  6. Roldan YB et al. Erysipelas and tinea pedis. Mycoses 2000; 43: 181. PubMed