Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Die Röschenflechte wird auch als Schuppenröschen bezeichnet und äußert sich durch ovale Flecken auf dem Oberkörper.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Was ist die Röschenflechte?

Primärmedaillon
Primärmedaillon
Leichte Form der Röschenflechte
Leichte Form der Röschenflechte
qr-code_30633.png

Die Röschenflechte (Pityriasis rosea) wird auch als Schuppenröschen bezeichnet. Diese harmlose Erkrankung äußert sich in einem Hautausschlag in Form von hellroten, leicht schuppenden ovalen Flecken, die 0,5–2 cm groß sein können. In der Regel ist vor allem der Oberkörper vom Ausschlag betroffen, Gesicht, Hals, Arme und Beine bleiben frei.

In seltenen Fällen tritt die Röschenflechte an Armen und Beinen auf.

Bei über 50 % der an Röschenflechte erkrankten Personen erscheint zunächst ein 2–10 cm großer ovaler Fleck, das sogenannte Primärmedaillon, worauf 1–2 Wochen später der restliche Ausschlag folgt. In der Regel verläuft der Ausschlag beschwerdefrei, kann allerdings in den ersten Wochen Juckreiz verursachen. Dem Ausschlag können Symptome wie Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen vorausgehen. Gelegentlich können auch Lymphknotenschwellungen auftreten. Manchmal bestand vorher eine Infektion der Atemwege. 

Die meisten Patienten sind zwischen 10 und 35 Jahre alt. Die Röschenflechte kommt bei Frauen etwas häufiger vor als bei Männern und betrifft in der Regel ansonsten gesunde Personen. Die Erkrankung tritt vor allem im Frühjahr und Herbst auf und dauert 6–8 Wochen.

Ursache

Die Ursache ist weitgehend unbekannt, aber es wird ein Zusammenhang mit bestimmten Herpesviren vermutet. Verlauf und Auftreten in Frühjahr und Herbst können darauf hinweisen, dass der Ausschlag als Reaktion der Haut auf eine Virusinfektion entsteht. In manchen Fällen berichten Patienten über eine vorhergegangene Atemwegsinfektion oder diffuse Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Bestimmte Medikamente können zu Ausschlägen führen, die der Röschenflechte ähneln, z. B. Bismut, Captopril, Clonidin, Diphtherie-Impfstoffe, Gold, Isotretinoin, Metronidazol, D-Penicillamin. Eine durch Medikamente hervorgerufene Röschenflechte scheint länger anzudauern als die normale Erkrankung.

Weitere auslösende Faktoren sind vermutlich Stress und imprägnierte Kleidungsstücke.

Diagnose

Ihre Ärztin/Ihr Arzt begutachtet den Hautauschlag, der ein typisches Aussehen hat. Um die Diagnose von anderen Erkrankungen abzugrenzen, kann eine Hautprobe untersucht werden.

Therapie

Die Erkrankung ist harmlos und heilt von selbst aus. Um einen eventuellen Juckreiz zu mildern, können Sie Folgendes tun:

  • Da die Haut nicht gereizt werden sollte, sind eng sitzende Kleidung oder Wollmaterialien zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie außerdem übermäßiges Schwitzen und Sonnenlicht.
  • Verzichten Sie auf zu viel sowie auf intensive Seife und auf zu häufiges Duschen.
  • Verwenden Sie eine Feuchtigkeitscreme und meiden Sie stark fettende Salben.
  • Bei starkem Juckreiz können Sie eine leichte Kortisonsalbe auftragen oder Medikamente gegen Allergien (Antihistaminika) einnehmen.
Röschenflechte
Röschenflechte

Prognose

Die Krankheit geht von selbst innerhalb von 1–3 Monaten vorüber, manchmal bleiben die Ausschläge aber 3–6 Monate lang bestehen. In seltenen Fällen kann der Ausschlag zu einem späteren Zeitpunkt erneut auftreten. In den vom Ausschlag betroffenen Hautpartien können sich vorübergehende Pigmentveränderungen bilden.

Schwangere bis zur 15. Schwangerschaftswoche sollten den Kontakt zu Patienten mit Röschenflechte vermeiden, da die Erkrankung zu einem erhöhten Risiko für Fehl- und Frühgeburten führen kann.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Pityriasis rosea. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. P. Altmeyer.E. Die Online Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. Zugriff 14.11.2018 www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  2. Stulberg DL, Wolfrey J. Pityriasis rosea. Am Fam Physician 2004; 69: 87-92. PubMed
  3. Prantsidis A, Rigopoulos D, Papatheodorou G, Detection of Human Herpesvirus 8 in the Skin of Patients with Pityriasis Rosea. Acta Derm Venereol. 2009 Nov; 89(6):604-6. www.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Browning JC. An update on pityriasis rosea and other similar childhood exanthems. Curr Opin Pediatr. 2009 Aug. 21(4):481-5. www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Schwartz RA. Pityriasis rosea. Medscape, last updated März, 2018. emedicine.medscape.com
  6. Sharma PK, Yadav TP, Gautam RK, Taneja N, Satyanarayana L. Erythromycin in pityriasis rosea: a double-blind, placebo-controlled clinical trial. J Am Acad Dermatol 2000;42(2 pt 1):241-4. www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Chuh AAT, Dofitas BL, Comisel G, Reveiz L, Sharma V, Garner SE, Chu FKM. Interventions for pityriasis rosea. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 2. Art. No.: CD005068. DOI: 10.1002/14651858.CD005068.pub2. DOI
  8. Monastirli A et al. Gestational Pityriasis Rosea: Suggestions for Approaching Affected Pregnant Women. Acta Dermatovenerol Croat 24:312-313. 2016 www.ncbi.nlm.nih.gov
  9. Chuh A, Chan H, Zawar V. Pityriasis rosea - evidence for and against an infectious aetiology. Epidemiol Infect 2004;132:381-390. PubMed