Falten

Falten sind ein Teil des natürlichen Alterungsprozesses der Haut. Die Haut wird dünner und verliert mit der Zeit einige ihrer elastischen Eigenschaften. An der Oberfläche ist dies an feineren und größeren Falten zu erkennen. Alle Menschen sind davon mehr oder weniger betroffen, wobei Hellhäutige mit geringer Pigmentierung besonders empfänglich sind.

Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

Mehr erfahren

Ursache

Die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle, denn der Hauttyp wird von unseren Genen bestimmt. Blasse Haut, die nicht zum Sonnenbrand neigt, ist besonders anfällig für Faltenbildung. Allen Menschen gemein ist ein Prozess, bei dem die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung der Haut abnimmt. In der Folge wird die Haut dünner. Da der Konsum von Zigaretten die feinen Blutgefäße, die die Haut mit Nährstoffen versorgen, blockiert und schädigt, entwickeln sich bei Rauchern schneller Falten als bei Nichtrauchern. Neben den Lebensjahren ist das Sonnenlicht der wichtigste Faktor für den Alterungsprozess der Haut. Sowohl die UVA- als auch die UVB-Strahlen führen zu Veränderungen in der Unterhaut und bewirken schließlich, dass die Haut dünner wird. Sonnenlicht und Rauchen sind die hauptsächlichen äußeren Einflüsse für die Zunahme von Falten.

Wie kann man Falten vorbeugen?

Gegen die Vererbung können wir nichts tun. Das Hauptaugenmerk richtet sich daher auf den Verzicht von Zigaretten und den Schutz der Haut vor unnötiger Sonneneinstrahlung. Die wirksamste Vorbeugung besteht also darin, die Sonne zu meiden und nicht zu rauchen. Beim Thema Sonne ist es sicherlich ratsam, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und sich den Strahlen nicht übermäßig auszusetzen. Tragen Sie schützende Kleidung, und verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Es ist ungewiss, inwieweit die Faltenbildung durch diese Maßnahmen gestoppt werden kann, aber die allgemeine Erfahrung zeigt, dass sie durchaus hilfreich sind.

Welche Medikamente sind wirksam?

Wie gesagt: Falten sind ganz normal und brauchen nicht behandelt zu werden. Durch den verstärkten Fokus auf das Aussehen und auf die Kosmetik gibt es heute allerdings einen großen Markt für derartige Behandlungen.

Es gibt Hinweise darauf, dass die Haut mithilfe bestimmter Medikamente dicker wird und dass die feinen Linien abnehmen. Am besten dokumentiert ist die Stoffgruppe der Retinoide, darunter Vitamin-A-Säure. Um eine Wirkung zu erzielen, muss man sich mindestens drei bis vier Monate lang täglich eincremen. Danach sollte eine Langzeitbehandlung ausreichen, bei der an zwei bis drei Tagen der Woche gecremt wird. Auch wenn diese Behandlung nachweislich hilft, liegt keine gute Langzeitdokumentation vor. Zudem hat die Behandlung Nebenwirkungen. Vor allem in der ersten Zeit kann es zu Hautrötungen und -reizungen kommen.

Einige andere Medikamente werden ebenfalls getestet. So wurden beispielsweise Experimente mit Vitamin-C- und Vitamin-E-haltigen Cremes durchgeführt, es liegen aber keine Belege für die Wirksamkeit dieser Stoffe vor.

Andere Therapieformen

Schönheitskliniken werben mit den verschiedensten Behandlungsmöglichkeiten. Zu den bekanntesten modernen Methoden gehören sicherlich Injektionen mit Botox und Hyaluronsäure. Botox (Botulinumtoxin) ist ein Stoff, der von bestimmten Bakterien produziert wird (die gleichen Bakterien, die auch Botulismus verursachen) und zu Muskellähmungen führt. Weltweit wird dieses Präparat in großem Umfang verwendet, unter anderem, um schmerzhafte Krämpfe bei Menschen mit Hirnschäden und Lähmungen zu lösen. Das Mittel wird allerdings auch gegen Falten eingesetzt. Kleine Dosen werden direkt unter der Haut in die Muskulatur injiziert und lähmen diese. Größere und feinere Falten sind danach weniger sichtbar, und die Haut wird geglättet. Die Injektionen müssen ein paar Mal im Jahr wiederholt werden, um ein nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.

Hyaluronsäure ist eine weitere Substanz, die in die Faltenpartien gespritzt wird. Präparate mit Hyaluronsäure sorgen für mehr Volumen und füllen auf diese Weise Unebenheiten unter der Haut aus. Auch diese Art der Behandlung muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um bleibende Resultate zu erzielen.

In einigen Schönheitskliniken werden CO2-Laserbehandlungen angeboten. Bei dieser Behandlung erzeugen die Laserstrahlen eine oberflächliche Verbrennung der Haut und zerstören dadurch die äußere Hautschicht. Die anschließend gebildete neue Haut ist weicher und sieht jünger aus. Diese schmerzhafte Behandlung ist wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich. In der Phase, in der die Haut verbrannt ist, besteht die Gefahr von Hautinfektionen, und wenn der Laser die Haut zu tief schädigt, können Narben entstehen. Auch für diese Art der Behandlung fehlt eine adäquate Langzeitdokumentation.

Weniger drastisch ist das Auftragen chemischer Substanzen auf die Haut, um eine chemische Verbrennung zu verursachen, welche die Oberfläche der Haut zerstört. Nachdem die akute Verletzung überstanden ist und sich die äußere Schicht abgeschält hat, bildet sich neue Haut, die „jünger“ und gleichmäßiger ist als die alte. Auch diese Behandlung ist schmerzhaft und nicht ohne Komplikationsrisiko; auch hier ist über die langfristigen Auswirkungen nur wenig bekannt.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Falten. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Chien AL, Kang W. Photoaging. UpToDate, last updated Dec 01, 2015. UpToDate
  2. Lahmann C, Bergemann J, Harrison G, Young AR. Matrix metalloproteinase-1 and skin ageing in smokers . Lancet 2001; 357:
  3. Grady D, Emster V. Does cigarette smoking make you ugly and old?. Am J Epidemiol 1992; 135: 839-42. PubMed
  4. Affinito P, Palomba S, Sorrentino C, et al. Effects of postmenopausal hypoestrogenism on skin collagen. Maturitas 1999; 15: 239-47. PubMed
  5. Kang S, Bergfeld W, Gottlieb AB, et al. Long-term efficacy and safety of tretinoin emollient cream 0.05% in the treatment of photodamaged facial skin: a two-year, randomized, placebo-controlled trial. Am J Clin Dermatol 2005; 6:245. PubMed
  6. Phillips TJ, Symons J, Menon S, and the HT Study Group. Does hormone therapy improve age-related skin changes in postmenopausal women? J Am Acad Dermatol 2008; 59: 397-404. PubMed
  7. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie. AWMf-Leitlinie Nr. 013-077, Stand 2012. www.awmf.org