Sonnenbrand

Sonnenbrand ist eine Verbrennung 1. Grades. Wird das Sonnenbad nach einer solchen Verbrennung fortgesetzt, entsteht ein starker Sonnenbrand mit einer Verbrennung 2. oder 3. Grades.

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Was ist Sonnenbrand?

Sonnenbrand ist die häufigste akute Auswirkung, die UV-Strahlung auf helle Haut hat. Er wird als Verbrennung 1. Grades eingestuft. Es handelt sich hierbei um eine entzündliche Reaktion, die mit Hautrötung, Schwellung, Jucken, Brennen und Schmerzen einhergeht und nach einigen Tagen allmählich wieder abklingt. Wenn Sie sich weiterhin der Sonne aussetzen, verschlimmert sich der Sonnenbrand und es entsteht eine Verbrennung 2. oder 3. Grades.

Ein Sonnenbrand wird hauptsächlich durch UVB-Strahlung verursacht. UVA kann ebenfalls zu Verbrennungen der Haut führen, jedoch erst ab einer 1000-fach höheren Energiemenge als UVB-Strahlen. UVB-Strahlen stimulieren die Produktion des Farbstoffs Melanin in der Haut, während UVA-Strahlen durch das bereits vorhandene Melanin die Bräune erzeugen. Ob die Strahlung zu Bräunung oder roter Haut führt, hängt vom Hauttyp ab. Hellhäutige Menschen werden selten braun, ohne sich auch zu verbrennen. Andererseits ist bei Menschen mit einem Hauttyp, der die Sonne besser verträgt, der Bräunungseffekt größer als die Entwicklung von Hautrötungen.

Akuter Sonnenbrand

Dies ist die häufigste Form der Hautschädigung durch Sonnenstrahlen, und die meisten Menschen hatten bereits ein oder mehrere Male einen akuten Sonnenbrand. Rund 41 % aller Deutschen erleiden einmal im Jahr einen Sonnenbrand. Die Hautreaktion tritt in der Regel innerhalb von 6 Stunden nach dem Sonnenbad auf und erreicht nach 12–24 Stunden ihren Höhepunkt. Die Haut rötet sich und schmerzt. Bei schwereren Verbrennungen können sich äußerst schmerzhafte Bläschen bilden. Nach einigen Tagen lässt die Rötung nach und die Haut beginnt sich zu schälen.

Sonnenekzem

Manche Menschen entwickeln beim Sonnenbaden ein Sonnenekzem. Dabei handelt es sich um eine Immunreaktion in überempfindlicher Haut. Frauen sind häufiger als Männer von Sonnenekzemen betroffen. Das Ekzem tritt nach dem ersten Kontakt mit der Sonne im Frühjahr oder Sommer auf und wird nur auf dem Teil der Haut beobachtet, der den Sonnenstrahlen ausgesetzt war. Das Ekzem kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgeprägt sein, am häufigsten sind jedoch stark juckende Bläschen und rote Flecken auf der Haut vorzufinden.

Die Sonnenreaktion kann auch durch Arzneimittel ausgelöst werden

In der Haut finden chemische Reaktionen zwischen den UV-Strahlen der Sonne und verschiedenen Stoffen aus Medikamenten oder Kosmetika statt, die Ausschläge verursachen können. Es wird unterschieden zwischen Reaktionen, bei denen das Sonnenlicht zu direkten Schäden führt (fototoxische Dermatitis), und solchen, bei denen das Sonnenlicht allergische Reaktionen auslöst (fotoallergische Dermatitis).

Eine fototoxische Dermatitis sieht aus wie ein Sonnenbrand. An den sonnenexponierten Stellen rötet sich die Haut und wird schmerzempfindlich. Diese Reaktion tritt innerhalb kurzer Zeit nach dem ersten Kontakt mit der Sonne auf.

Bei einer fotoallergischen Dermatitis reagiert die Haut allergisch auf Substanzen in Medikamenten oder Kosmetika, die von den UV-Strahlen der Sonne umgewandelt werden. Die der Sonne ausgesetzte Haut rötet sich, und häufig entwickelt sich ein juckendes Ekzem. Bei einer typischen fotoallergischen Reaktion tritt der Ausschlag in der Regel erst nach Tagen bis Wochen auf.

Ursache

Die UV-Anteile der Sonnenstrahlen beeinflussen unsere Haut in vielerlei Hinsicht. Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen sorgen für Sonnenbräune, doch es sind nur die UVB-Strahlen, die die Haut vor den negativen Effekten der Sonnenstrahlen schützen: Sie machen die Haut dicker und steigern die Pigmentproduktion. UVA-Strahlen tragen jedoch auch zur Bräunung der Haut bei. Wahrscheinlich lösen die UVB-Strahlen den Sonnenbrand aus, während die UVA-Strahlen für das Sonnenekzem verantwortlich sind.

Zusätzlich zu Sonnenbrand und möglichen Ausschlägen fördert übermäßiges Sonnenbaden die Hautalterung bzw. Faltenbildung und erhöht das Risiko für Hautkrebs.

Fototoxische und fotoallergische Ekzeme sind auf Reaktionen zwischen UV-Strahlen und Medikamenten zurückzuführen, die bei manchen Menschen in der Haut stattfinden. Zahlreiche Medikamente können solche Reaktionen verursachen, darunter auch einige Antibiotika, Schmerzmittel (NSAR), Antidepressiva und Antipsychotika. Außerdem können Salben, Cremes und Parfüms, die auf die Haut aufgetragen werden, sowie Hautkontakt mit bestimmten Pflanzen mit einer vermehrten Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht einhergehen.

Diagnose

Sonnenbrand ist die Folge eines Sonnenbads. Die typischen Symptome auf Hautflächen, die der Sonne ausgesetzt waren, und die jeweilige Jahreszeit des erstmaligen Auftretens des Ausschlags ermöglichen in der Regel eine einfache Diagnostizierung. Eine Übersicht über die verwendeten Medikamente und Kosmetika ist hilfreich, um einen Teil der Reaktionen richtig zu interpretieren.

Was können Sie zur Vorbeugung tun?

Um Sonnenbrand zu vermeiden, müssen Sie in erster Linie beim Sonnenbaden Vorsicht walten lassen. Wenn Sie die Haut mit Kleidung und einem Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 und einem UVA-/UVB-Filter schützen und nicht zuletzt den gesunden Menschenverstand einsetzen, haben Sie schon das Entscheidende getan. Denken Sie daran, Sonnenschutzmittel richtig und reichlich zu benutzen!

Sonnen Sie sich vorsichtig und gewöhnen Sie die Haut nach und nach an die Sonne. Dies ist besonders wichtig, um Sonnenekzeme zu vermeiden. Da für die Bräune aus dem Sonnenstudio ausschließlich UVA-Strahlen verantwortlich sind, bietet sie nur einen geringen Schutz vor UVB-Strahlen und Sonnenbrand. Am besten lässt sich die UVB-Strahlung reduzieren, wenn Sie sich der Sonne in den Stunden vor und nach ihrem Höchststand (d. h. im Sommer etwa von 11.00 bis 15.00 Uhr) fernhalten. Das Bedecken der Haut bietet teilweise Schutz; UV-Strahlen können aber dünne Stoffe durchdringen.

Therapie

Alle Hautschädigungen durch Sonne werden im Prinzip auf die gleiche Weise behandelt:

  • Verwenden Sie kühlende Cremes.
  • Bei starkem Juckreiz oder Brennen können Sie ein juckreizstillendes Medikament verwenden, entweder als Gel oder Tabletten.
  • Bei Schmerzen können rezeptfreie schmerzstillende Medikamente helfen.
  • Auf die verbrannten Hautpartien oder das Ekzem kann Kortisoncreme aufgetragen werden. In den meisten Fällen wird die mildeste Form, das rezeptfreie Hydrocortison, verwendet, doch dessen Wirksamkeit ist nicht erwiesen.
  • Als wirksame, schmerzlindernde Erste-Hilfe-Maßnahme können Sie feuchte Tücher auf die sonnenverbrannte Haut legen.
  • Wenn bei fotoallergischen Reaktionen keine Möglichkeit besteht, den Aufenthalt in der Sonne zu vermeiden, sollte in Erwägung gezogen werden, das allergieauslösende Medikament abzusetzen.

Bei einem Sonnenekzem erlebt die Hälfte der Patienten eine Verbesserung, wenn sie die Haut mithilfe einer Lichttherapie beim Hautarzt abhärten.

Prognose

  • Akuter Sonnenbrand klingt nach ein paar Tagen ab, kann aber besonders am ersten Tag sehr schmerzhaft sein. Bei einem starken Sonnenbrand können sich Blasen und Krusten bilden und eventuell Narben zurückbleiben.
  • Eine fotoallergische Reaktion auf ein Arzneimittel kann in chronisches Kontaktekzem übergehen.
  • Ein leichtes Sonnenekzem verschwindet dagegen bei den meisten Patienten im Verlauf des Sommers.
  • Die Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenstrahlung bleibt oft über viele Jahre bestehen, wobei die Beschwerden zu Beginn jeder neuen Saison zurückkehren können.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Lichtdermatosen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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