Lungenembolie (LE)

Zusammenfassung

  • Definition:Als Lungenembolie bezeichnet man den partiellen oder vollständigen Verschluss von Lungenarterien durch ein Blutgerinnsel aus der peripheren venösen Strombahn. Bei etwa 90 % der Fälle stammt der Embolus aus dem Einzugsbereich der V. cava inferior nach tiefer Venenthrombose der Bein- oder Beckenvenen.
  • Häufigkeit: Die Lungenembolie ist die dritthäufigste kardiovaskuläre Erkrankung, die jährliche Inzidenz beträgt 100–200/100.000 Einwohner. In Deutschland werden etwa 55.000 Patienten pro Jahr mit der Diagnose Lungenembolie stationär behandelt. In der Frühphase beträgt die Letalität etwa 10 %, bis zu 90 % der Todesfälle ereignen sich akut in den ersten 2 Stunden nach Symptombeginn. Lungenembolie ist eine Hauptursache für die Letalität nach Krankenhausaufenthalten und die häufigste Ursache mütterlicher Letalität in Schwangerschaft und Wochenbett in den Industrieländern. 
  • Symptome:Breites Symptombild: Häufig sind Dyspnoe, Brustschmerz, Tachypnoe und Husten, seltener Hämoptysen und Synkopen. Fehldiagnosen sind häufig, die einzelnen Symptome haben eine niedrige Spezifität.
  • Befunde:Mögliche klinische Befunde sind Tachypnoe, Tachykardie, Hypotonie bis zum Schock, unilaterale Beinschwellung, Unruhe und Erschöpfung. 
  • Diagnostik:Zur Basisdiagnostik zählen Vitalparameter, EKG, Blutgasanalyse und D-Dimere. Röntgenthorax vor allem zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen. Sicherung der Diagnose im Allgemeinen durch CT, bei Kreislaufinstabilität Nachweis einer Rechtsherzbelastung mittels transthorakaler Echokardiografie. 
  • Therapie:In der Akutphase Antikoagulation mit Heparinen oder direkten oralen Antikoagulanzien, Thrombolyse bei Patienten im Schock. Rezidivprophylaxe im Allgemeinen mit Vitamin-K-Antagonisten oder direkten oralen Antikoagulanzien, bei Tumorpatienten primär mit niedermolekularem Heparin.

Allgemeine Informationen

Definition, klinische Problematik

  • Als Lungenembolie (LE) bezeichnet man den partiellen oder vollständigen Verschluss von Lungenarterien durch eingeschwemmte Blutgerinnsel aus der peripheren venösen Strombahn.2
  • Herkunft des Embolus2
    • meistens (in etwa 90 % der Fälle) Einschwemmen eines Embolus aus dem Einzugsbereich der V. cava inferior nach tiefer Venenthrombose (TVT) der Bein- oder Beckenvenen
    • selten aus dem Einzugsgebiet der Vena cava superior
      • Begünstigung von Thrombembolien durch zentrale Venenkatheter und Schrittmachersonden 
  • Häufig schwierige Diagnose bei vager, atypischer Symptomatik oder Überlagerung durch Komorbidität
  • In der Akutphase Letalität etwa 10 %3
    • Frühletalität abhängig vom Ausmaß der LE, dem Vorliegen und Schweregrad einer rechtsventrikulären Dysfunktion und den kardiopulmonalen Begleiterkrankungen2
  • Bis zu 90 % aller Todesfälle innerhalb von 1–2 Stunden nach Symptombeginn2
  • Notwendigkeit einer unverzüglich und konsequent durchgeführten Diagnostik bei klinischem Verdacht auf akute LE
    • durch adäquate Antikoagulation Senkung der LE-bedingten Letalität in den ersten 3 Monaten auf < 2 %2

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen

Illustrationen