Tiefe Venenthrombose (TVT)

Zusammenfassung

  • Definition:Thrombenbildung in den großen tiefen Venen, insbesondere in Oberschenkel, Becken und Unterschenkel sowie in der Arm- und Schulterregion.
  • Häufigkeit:Die Inzidenz liegt bei ca. 1 pro 1.000 Erwachsene im ambulanten Bereich. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter. TVT bei Patienten im Krankenhaus sind deutlich häufiger und abhängig von der Erkrankung bzw. dem operativen Eingriff.
  • Symptome:Schmerz, Überwärmung, Rötung, Schwellung und Funktionsbeeinträchtigung einer Extremität können auftreten, oft sind die Symptome jedoch unspezifisch.
  • Befunde:Einseitiges (Unterschenkel-)Ödem, Rötung und Temperaturanstieg an der betroffenen Seite sowie Venenstauung.
  • Diagnostik:Bestätigung der Diagnose durch Ultraschall (Kompressionssonografie) der Venen, D-Dimer-Test und ggf. CT/MRT-Phlebografie.
  • Therapie: Art und Dauer der Antikoagulation (Heparin, VKA, DOAK/NOAK) je nach Ausmaß und Lokalisation. Kompressionstherapie. Rekanalisation (Lyse oder Thrombektomie) wird kaum noch angewandt (schlechtes Outcome).

Allgemeine Informationen

Definition

  • Eine akute tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose (TVT) stellt eine partielle oder vollständige Verlegung der Leit- und/oder Muskelvenen durch Blutgerinnsel dar, die bei fortbestehendem Risiko appositionell wachsen und in die Lunge embolisieren können.2
  • Eine frühzeitige Therapie unterbricht das appositionelle Thrombuswachstum, reduziert die Gefahr von Lungenembolien und
    vermindert die Schwere eines postthrombotischen Syndroms (PTS).
  • Thrombenbildung in den großen tiefen Venen, insbesondere im Oberschenkel, Becken und Unterschenkel sowie in der Arm- und Schulterregion
    • Eine Lungenembolie (LE) lässt sich bei bis zu 50 % aller Fälle einer proximalen Bein-/Beckenvenenthrombose nachweisen (mit oder ohne Symptome).
    • Der Begriff der venösen Thromboembolie (VTE) fasst tiefe Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) zusammen.3
  • Der Krankheitsverlauf kann vom spontanen Rückgang bis hin zum Tod durch eine Lungenembolie reichen. 
  • Isolierte Unterschenkelthrombosen stellen ein deutlich geringeres Risiko als proximale TVT dar, die Antikoagulation kann deutlich kürzer gehalten werden, und alle Patienten sollten sich zügig mobilisieren.4
  • Chronische Folgen einer TVT können einerseits entstehen durch die unvollständige Rekanalisation (bei bindegewebiger Organisation der Thromben) und andererseits durch die vollständige Rekanalisation mit Hinterlassung von insuffizienten Venenklappen und Refluxen.
    • In beiden Fällen kann die chronische Abflussstörung aus den tiefen Venen zur venösen Hypertonie führen.
    • Auf dem Boden eines postthrombotischen Syndroms (PTS) kann sich eine chronische venöse Insuffizienz (CVI) entwickeln.
  • TVT der oberen Extremitäten treten zumeist als sekundäre Thrombosen (z. B. bei Krebserkrankungen oder nach Anlage von Kathetern oder Schrittmachern auf). Primäre TVT der oberen Extremität sind selten (z. B. beim Thoracic-outlet-Syndrom oder Paget-von-Schroetter-Syndrom).2,5
    • Die Mortalität von Patienten mit TVT der oberen Extremität ist hoch, wobei diese häufig durch die Grunderkrankung bestimmt wird.
    • Randomisierte kontrollierte Studien zur Behandlung einer TVT der oberen Extremität fehlen, als Therapie wird eine Antikoagulation in Anlehnung an die der TVT der unteren Extremität empfohlen.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Weitere Informationen

Patienteninformationen

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