Reflexsynkope/vasovagale Synkope

Zusammenfassung

  • Definition:Synkope, die durch eine Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems ausgelöst wird. In der Folge kommt es zu Bradykardie und Blutdruckabfall. Kann emotional induziert sein: durch Schmerzen, Angst und unangenehme Sinneseindrücke. Kann situativ induziert sein: bei älteren Patienten häufig bei der Miktion/Defäkation.
  • Häufigkeit:Die Reflexsynkope/vasovagale Synkope ist die häufigste Ursache für eine Synkope bei Kindern und Jugendlichen, häufig auch bei älteren Patienten.
  • Symptome:Tritt plötzlich auf, begleitet von Schwindel, Schweißausbrüchen, Übelkeit und Schwarzwerden vor den Augen. Schnelle Besserung in liegender Position.
  • Befunde:Niedriger Blutdruck und langsamer Puls während der Synkope. Der Patient ist häufig bei klarem Bewusstsein, fühlt sich nach der Ohnmacht jedoch erschöpft.
  • Diagnostik:Untersuchung bei unklarer Ursache der Synkope, z. B. Hb, EKG.
  • Therapie:Über die Harmlosigkeit aufklären und beruhigen. Bei Anzeichen einer Synkope hinlegen. Evtl. Vorbeugen durch Anregung der Muskelpumpe.

Allgemeine Informationen

Definition

  • Die klassische Symptomatik der Synkope besteht in einer zumeist sehr kurzen Ohnmacht und einer zügigen Reorientierung nach dem Aufwachen. Häufig kommt es während der Ohnmacht zu mehr oder weniger komplexen motorischen Phänomenen, die leicht mit ähnlichen epileptischen Phänomenen verwechselt werden können.2
  • Synkopen und damit assoziierte Kreislauffehlregulationen lassen sich ätiologisch in 3 Klassen differenzieren:2
    1. kardiale Synkopen
      • bradykarde Herzrhythmusstörungen
        • Sick-Sinus-Syndrom
        • AV-Blockierungen 2. und 3. Grades
      • tachykarde Herzrhythmusstörungen
        • supraventrikuläre Tachykardien
        • Kammertachykardien/Kammerflimmern
    2. orthostatische Hypotension2
      • anhaltender systolischen Blutdruckabfall um ≥ 20 mmHg (bzw. ≥ 30 mmHg bei Vorliegen eines Liegendhypertonus) und/oder
      • diastolischer Blutdruckabfall um ≥ 10 mmHg innerhalb von 3 Minuten nach dem Hinstellen.
      • Kann asymptomatisch sein, orthostatische Intoleranz bewirken oder eine Ursache von Stürzen durch Synkope darstellen.
      • Wird nur dann als neurogen bezeichnet, wenn sie Symptom einer autonomen Dysfunktion ist (z. B. bei M. Parkinson, Diabetes mellitus).
        • Hat dann unzureichende sympathisch vermittelte Vasokonstriktion als primäre Ursache.
      • Kann nicht neurogene Ursachen haben, z. B. Blutvolumenmangel.
    3. „Reflexsynkope“ und „vasovagale Synkope“ werden synonym verwendet und können nach den Auslösern unterschieden werden in:2
      • neurokardiogene Synkope (nach längerem Stehen)
      • emotional induzierte Synkope (vor allem durch Blut-/Verletzungsassoziationen)
      • Karotissinussynkope (durch Massage auf dem Karotissinus)
      • sonstige situative Synkopen (z. B. Schlucksynkope, Miktionssynkope)
      • Synkopen ohne erkennbaren Trigger.

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Patienteninformationen