Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom wird auch als „Weißfingerkrankheit“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Erkrankung mit einer zeitweiligen Durchblutungsstörung der Finger, Zehen und in selteneren Fällen auch der Nasenspitze oder Zungenspitze.

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Was ist das Raynaud-Syndrom?

Raynaud-Syndrom
Raynaud-Syndrom

Das Raynaud-Syndrom wird auch als „Weißfingerkrankheit“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Erkrankung mit einer zeitweiligen Durchblutungsstörung der Finger, Zehen und in selteneren Fällen auch der Nasenspitze oder Zungenspitze. Die anfallsweise Verengung der Blutgefäße wird häufig durch Kälte oder emotionalen Stress ausgelöst. Die Finger sind am stärksten betroffen und werden weiß und steif. Sie können sogar eine blaugraue (zyanotische) Färbung annehmen, nach einer Weile werden sie aber rot und geschwollen. Die Erkrankung kann Schmerzen, in manchen Fällen auch Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen. Häufig bewirkt Wärme eine gewisse Linderung. Zwischen den Anfällen sind die Finger in der Regel völlig normal.

Das Raynaud-Syndrom ist häufig (4–8 % der Bevölkerung) und tritt ein wenig häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Die Erkrankung beginnt meist im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Über 70 % der Betroffenen bemerken die ersten Symptome vor dem Alter von 40 Jahren.

Ursache

Die eigentliche Ursache ist unbekannt. In bestimmten Fällen scheint eine erbliche Disposition vorzuliegen, insbesondere bei Betroffenen mit frühem Einsetzen der Krankheit. Die Arbeit mit Schlag-/Vibrationswerkzeugen erhöht das Risiko, am Raynaud-Syndrom zu erkranken.

Während der Anfälle zieht sich die Muskulatur um die Arterien in den Fingern oder Zehen zusammen. Das bedeutet, dass weniger Blut in diese Bereiche gelangt: Sie werden weiß und steif. Nach einer Weile öffnen sich die Blutgefäße weiter als gewöhnlich: Die betroffenen Bereiche schwellen an und werden rot.

Das Raynaud-Syndrom tritt in den allermeisten Fällen (80–90 %) isoliert auf, es gibt aber auch eine sogenannte sekundäre Form, die auf einer anderen, zugrunde liegenden Erkrankung beruht. Das sekundäre Raynaud-Syndrom kann als Folge anderer seltener entzündlicher Erkrankungen in Blutgefäßen oder im Bindegewebe nach Verletzungen, Vergiftungen, Infektionen oder Erfrierungen auftreten.

Therapie

Es gibt einige Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können:

  • Sowohl bestimmte Medikamente als auch Tabakkonsum verringern die Durchblutung der Haut, sollten also unbedingt vermieden werden.
  • Die wichtigste Therapiemaßnahme ist es, die Hände und Finger warm zu halten, also häufig Handschuhe zu tragen. Möglicherweise lassen sich die Handschuhe mit anderen Warmmachern wie Schuhwärmern und ähnlichen Hilfsmitteln kombinieren.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit Verletzungen oder Schrammen an den Fingern.
  • Falls Ihre Haut trocken oder rissig ist, beugen Sie Verletzungen mit Feuchtigkeitscrème vor.

Die Wirkung von Medikamenten ist begrenzt, und es gibt keine Medikamente, mit denen sich die Erkrankung heilen lässt. Da der Verlauf im Großen und Ganzen ungefährlich ist und die meisten Patienten jung und sonst gesund sind, sollte eine Linderung durch Medikamente nur bei Patienten mit schweren Symptomen versucht werden. In diesen Fällen sind sogenannte Kalziumantagonisten das Mittel der Wahl, z. B. der Wirkstoff Nifedipin, der gefäßerweiternd wirkt.

In sehr schweren Fällen, in denen die Durchblutung bei einem Anfall so ausgeprägt gestört ist, dass sich Wunden und Hautverletzungen bilden, können möglicherweise stärkere Medikamente oder eine operative Therapie zum Einsatz kommen. Diese Therapie besteht darin, einige Nervenfasern zu den betroffenen Blutgefäßen zu durchtrennen. Bei über zwei Dritteln der Patienten stellt sich nach einem solchen Eingriff eine Besserung ein.

Prognose

Die Erkrankung ist in der Regel ungefährlich und hat keine anderen Folgen als die Schmerzen während der Anfälle. Die meisten Betroffenen erleben über die Zeit allerdings eine langsame Verstärkung der Erkrankungssymptome.

Jungen Patienten mit Raynaud-Syndrom wird unter Umständen empfohlen, bei der Berufswahl auf ihre Erkrankung Rücksicht zu nehmen. So sollten sie zum Beispiel vermeiden, bei starker Kälte außer Haus zu arbeiten. Auch von Berufen, bei denen die Anwendung vibrierender Werkzeuge erforderlich ist, wird abgeraten.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Raynaud-Syndrom. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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