Risikofaktoren für Herzrhythmusstörungen

Bestimmte Faktoren können die Gefahr für die Entwicklung von Rhythmusstörungen (Arrhythmien) erhöhen.

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In einem gesunden Herzmuskel wird die Kontraktion der einzelnen Anteile des Herzens (2 Vorhöfe und 2 Kammern) sehr genau gesteuert; nur so ist eine effektive Pumpfunktion möglich und das Herz kann die Blutzirkulation im Körper ausreichend gewährleisten. Für diese Funktion ist zu einen ein gesunder Herzmuskel und zum anderen ein funktionsfähiges sog. Reizleitungssystem im Herzen nötig: Dieses System aus Nervenknoten und Fasern im Herzen ist dafür zuständig, die Nervensignale, die von außen auf den Herzmuskel eintreffen, so weiterzuleiten, dass eine koordinierte Pumparbeit (also ein regelmäßiger Herzschlag) entsteht. 

Verschiedene Krankheiten und andere Faktoren können den Herzmuskel selbst oder das Reizleitungssystem vorübergehend beeinträchtigen oder permanent schädigen. Dies kann zu Herzrhythmusstörungen führen.

Zu diesen Faktoren gehören folgende: 

Alter. Im Laufe der Zeit wird der Herzmuskel geschwächt und büßt an Flexibilität ein. Dies kann die Leitung der elektrischen Impulse durch das Herz beeinträchtigen.

Veranlagung: Ein angeborener Herzfehler oder eine (fälschlicherweise) zusätzlich vorhandene Leitungsbahn (z. B. beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom) kann die elektrische Funktion des Herzens beeinträchtigen.

Koronarerkrankung. Verengte Herzkranzgefäße, Herzinfarkt oder eine andere Herzschädigung können zu verschiedenen Formen von Rhythmusstörungen führen.

Stoffwechselprobleme. Der Stoffwechsel erhöht sich, wenn die Schilddrüse zu viel Hormon ausschüttet (Hyperthyreose). Dies kann zu schnellen und unregelmäßigen Herzschlägen führen und ist häufig mit einem Vorhofflimmern verknüpft. Im umgekehrten Fall ist der Stoffwechsel verlangsamt, weil die Schilddrüse zu wenig Hormon ausschüttet (Hypothyreose). Dies kann zu einem langsamen Puls (Bradykardie) führen.

Medikamente Bestimmte Medikamente und/oder Drogen können Herzrhythmusstörungen verursachen.

Stimulanzien. Stimulanzien wie Koffein und Nikotin können Extrasystolen auslösen und in seltenen Fällen zu ernsthaften Arrhythmien führen. Narkotische Präparate wie Amphetamine und Kokain können das Herz stark beeinflussen und zu verschiedenen Formen von Arrhythmien oder zum plötzlichem Herztod aufgrund von Kammerflimmern führen.

Bluthochdruck Dies erhöht die Gefahr dafür, eine Herzkranzgefäßerkrankung zu entwickeln. Der Bluthochdruck kann außerdem zu einer Verdickung der linken Herzkammerwand führen. Dies kann wiederum die elektrische Impulsleitung im Herzen verändern.

Diabetes. Die Gefahr für die Entwicklung einer Herzkranzgefäßerkrankung und Bluthochdruck erhöht sich insbesondere bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus. Darüber hinaus können Episoden mit einem niedrigen Blutzucker Arrhythmien auslösen.

Erkrankungen von Herzmuskel und Leitungssystem. Angeborene oder erworbene Krankheiten des Herzmuskels (Kardiomyopathie) oder auch des elektrischen Systems der Reizweiterleitung im Herzen sind ebenfalls Ursachen für Rhythmusstörungen.

Elektrolytstörungen. Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium sind in geringem Umfang im Blut enthalten; ihre Konzentration ist genau reguliert und entscheidend für viele Funktionen des Körpers. Mengenveränderungen dieser Substanzen können auch Arrhythmien induzieren.

Obstruktive Schlafapnoe. Diese Schlafstörung kann einen langsamen Puls und ein Vorhofflimmern hervorrufen.

Alkohol. Ein hoher Alkoholkonsum kann die elektrische Impulsleitung des Herzens beeinträchtigen und die Gefahr dafür erhöhen, ein Vorhofflimmern zu entwickeln. Chronischer Alkoholmissbrauch kann das Herz schädigen und zu einer Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) führen. Beides kann die Entwicklung einer Arrhythmie begünstigen.

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Autoren

  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen
  • Thomas Fühner, PD Dr. med., Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, Hannover