Herzinfarkt, Thrombolyse

Ein Herzinfarkt beruht in den meisten Fällen auf einem Gefäßverschluss, der durch ein Blutgerinnsel verursacht wird. Die – heutzutage nur noch selten durchgeführte – medikamentöse Behandlung zur Auflösung von Blutgerinnseln wird als Thrombolyse bezeichnet.

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Hintergrund

Bei einem Herzinfarkt kommt es durch einen Gefäßverschluss zu einer Unterversorgung eines Teils des Herzmuskels mit Sauerstoff. Wird das Gefäß nicht rechtzeitig wiedereröffnet, so stirbt der betroffene Teil der Herzmuskulatur ab und wird durch Bindegewebe ersetzt, welchem die Fähigkeit fehlt sich zusammenzuziehen. In der Akutphase eines Herzinfarkts ist ein Behandlungsziel deshalb, die Durchblutung wieder herzustellen und auf diese Weise den Schaden am Herzen zu begrenzen. Eine Möglichkeit, ein Gefäß wiederzueröffnen ist die Auflösung des Blutgerinnsels, welches das Gefäß verstopft, mit Hilfe von Medikamenten. Dieser Prozess wird auch Thrombolyse genannt. Eine Alternative zur Thrombolyse ist die, mittlerweile deutlich häufiger angewandte, Herzkatheter-Untersuchung mit Einsetzen eines Stents.

Herzinfarkt durch Verschluss des linken Herzkranzgefäßes
Herzinfarkt durch Verschluss des linken Herzkranzgefäßes

Wie funktioniert eine Thrombolyse?

Bei einer Thrombolyse werden dem Patienten über ein Blutgefäß Medikamente verabreicht, welche Blutgerinnsel auflösen. Dies ist umso erfolgreicher, je früher die Medikamente gegeben werden. Idealerweise sollte mit der Behandlung nur wenige Minuten bis maximal sechs Stunden nach Auftreten der ersten Symptome begonnen werden. Nach zwölf Stunden oder mehr ist eine Thrombolyse oft kaum noch effektiv – das entsprechende Herzmuskelgewebe ist bereits endgültig geschädigt. 

Die Vorteile der Thrombolyse Therapie müssen abgewogen werden gegen ihre Nebenwirkungen. Nach Thrombolyse treten gehäuft Blutungen auf. Patienten, die in der Vergangenheit schon eine Hirnblutung hatten oder vor Kurzem operiert wurden, sollten aus diesem Grund nicht mittels Thrombolyse behandelt werden.  

Die Thrombolyse bei Patienten mit Herzinfarkt wurde in den letzten Jahren weitgehend durch eine notfallmäßige Herzkatheter-Untersuchung abgelöst, da die Wiedereröffnung der betroffenen Gefäße hierbei häufiger gelingt und die Nebenwirkungen geringer sind. In Situationen, in welchen das nächste Krankenhaus nicht rechtzeitig zu erreichen ist, ist die Thrombolyse aber nach wie vor die Therapie der Wahl.

Alternativen zur Thrombolyse

Bei einer Herzkatheter-Untersuchung führt man einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) in ein Blutgefäß der Leiste oder des Handgelenks ein. Dieser wird bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben. Durch Gabe von Kontrastmittel und Röntgen werden die Verschlüsse der Herzkranzgefäße gezeigt. Das verstopfte Blutgefäß wird durch Aufblasen eines Ballons geweitet. Durch Einsetzen des Stents, eines Röhrchens aus Drahtgeflecht, versucht man das Gefäß dauerhaft offenzuhalten. Der Patient ist beim Eingriff in Regel bei Bewusstsein. Im Anschluss sollen viele Patienten Plättchenhemmer für einige Monate einnehmen, um ein Verschließen des Stents zu verhindern. 

Ballondilatation mit Einsetzen eines Stents
Ballondilatation mit Einsetzen eines Stents

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Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau