Instabile Angina pectoris

Als instabile Angina pectoris (Brustenge) bezeichnet man einen Anfall von Brustschmerzen, der stärker ist als gewöhnlich und oft zunächst nicht von einem Herzinfarkt zu unterscheiden ist.

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Was ist eine instabile Angina pectoris?

Bei der instabilen Angina pectoris (Brustenge) handelt es sich um einen Notfall von außergewöhnlich starken und anhaltenden Brustschmerzen. Im Gegensatz zu Anfällen von stabiler Angina pectoris treten die Beschwerden auch in Ruhe auf oder werden im Verlauf stärker. Wie bei der stabilen Form ist die Ursache für die Anfälle eine Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff, meist auf Grund von Einengung der Herzkranzgefäße durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Beim Herzinfarkt wird ein Gefäß vollständig verschlossen, wodurch das von diesem Gefäß versorgte Herzmuskelgewebe abstirbt. Die instabile Angina pectoris stellt die Vorstufe zu einem Herzinfarkt dar. Da sich beide Krankheitsbilder zunächst oft nicht unterscheiden lassen, werden sie unter dem Begriff akutes Koronarsyndrom zusammengefasst.

Verengtes Herzkranzgefäß bei koronarer Herzkrankheit
Verengtes Herzkranzgefäß bei koronarer Herzkrankheit

Diagnose

Der wichtigste Hinweis für die Diagnose einer instabilen Angina pectoris ist die Schilderung der Beschwerden durch den Patienten. Wenn Sie schnell zunehmende Brustschmerzen oder ungewöhnlich starke Brustschmerzen verspüren, sollten Sie einen Arzt verständigen. Wählen Sie im Zweifel den Notruf 112. Ein Patient mit instabiler Angina pectoris wird meist notfallmäßig ins Krankenhaus eingewiesen. Elektrokardiogramm (EKG) und Blutwerte wie Troponin sind entscheidend für die Unterscheidung von einem Herzinfarkt und das weitere Vorgehen. Außerdem werden oft ein Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) und gelegentlich weitere Untersuchungen wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt. Eine Herzkatheter-Untersuchung bietet den Vorteil, dass nicht nur Engstellen der Herzkranzgefäße direkt sichtbar gemacht werden können, sondern dass im gleichen Schritt auch eine Behandlung erfolgen kann (s.u.).

Behandlung

Die Behandlung soll die Beschwerden lindern und das Fortschreiten zu einem Herzinfarkt verhindern. Da es sich um ein lebensbedrohliches Ereignis handelt, wird der Patient auf einer Intensivstation oder einer auf Brustschmerzen spezialisierten Abteilung („Chest Pain Unit") überwacht. Zur Linderung der Beschwerden werden Nitro-haltige Medikamente, Betablocker und starke Schmerzmittel wie Morphin eingesetzt. Oft erhält der Patient auch Sauerstoff über einen Schlauch zur Nase oder eine Maske. Um die Bildung von Blutgerinnseln im verengten Gefäß zu verhindern, werden sogenannte Plättchenhemmer wie Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) und Clopidogrel gegeben. 

Je nach Ausprägung der Beschwerden, Befunden in den Untersuchungen und Risiko des Patienten wird im Krankenhaus eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt. Hierbei führt man einen dünnen Draht (Katheter) in ein Blutgefäß der Leiste oder des Handgelenks ein. Dieser wird bis zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben. Durch Gabe von Kontrastmittel und Röntgen werden die Einengungen der Herzkranzgefäße gezeigt. Das verengte Blutgefäß wird durch Aufblasen eines Ballons geweitet. Durch Einsetzen des Stents, eines Röhrchens aus Drahtgeflecht, versucht man das Gefäß dauerhaft offenzuhalten. Der Patient ist beim Eingriff bei Bewusstsein. Im Anschluss sollen viele Patienten zusätzlich zu ihren bisherigen Medikamenten Plättchenhemmer für einige Monate einnehmen, um ein Verschließen des Stents zu verhindern.

Ballondilatierung mit Stent-Einsatz bei verengtem Gefäß
Ballondilatierung mit Stent-Einsatz bei verengtem Gefäß

Weitere Behandlung und Prognose

Entscheidend für den Verlauf des Notfalls ist das schnelle Erkennen und die rechtzeitige Behandlung, um das Fortschreiten der instabilen Angina pectoris zu einem Herzinfarkt zu verhindern. Eine Gefahr stellen auch Störungen des Herzrhythmus dar, die in den ersten Stunden nach Beginn des Anfalls ausgelöst werden können. 

 

Auch wenn die größten Gefahr also in den ersten Stunden der Beschwerden besteht, so hat ein Patient auch in Monaten nach einem Anfall von instabiler Angina pectoris noch ein erhöhtes Risiko an einem Herzinfarkt zu versterben. Für die Prognose als auch die Linderung der Beschwerden ist deshalb die Behandlung der koronaren Herzkrankheit wichtig, welche Änderungen des Lebensstils (Rauchstopp, mehr Bewegung), vorbeugende Medikamente und eventuell eine Operation umfasst. 

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Angina pectoris, instabile. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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