Rauchen und koronare Herzkrankheit

Mit dem Rauchen aufzuhören, verringert sehr schnell das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch nach einem Herzinfarkt ist es von Vorteil, mit dem Rauchen aufzuhören.

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Koronare Herzkrankheit ist die häufigste Ursache für Angina pectoris und Herzinfarkt. Die Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, die sogenannten Herzkranzgefäße (Koronararterien), sind hierbei verengt oder gänzlich verschlossen. Rauchen erhöht das Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit. Rauchen ist deshalb einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt.

Durch eine Verengung des Herzkranzgefäßes durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) kommt es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff
Durch eine Verengung des Herzkranzgefäßes durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung) kommt es zu einer Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff

Erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheit

Unter Patienten, die einen Herzinfarkt erleiden, sind wesentlich mehr Raucher als Nichtraucher. Raucher sind zum Zeitpunkt ihres ersten Herzinfarkts jünger als Nichtraucher. Bei rauchenden Männern der Altersgruppe 35–54 Jahre ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, viermal höher als bei Nichtrauchern. Eine große britische Studie hat gezeigt, dass unter Rauchern im Alter von 30–49 das Rauchen bei vier von fünf Herzinfarkten die Ursache war. Bei Rauchern in den Altersgruppen 50–59 und 60–79 waren es zwei von drei bzw. einer von zwei. 

Das Risiko der Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit nimmt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten zu. Auch Nichtraucher, die passiv Rauch ausgesetzt sind, sind von den gesundheitlichen Auswirkungen des Zigarettenrauchs betroffen. Berechnungen zufolge sterben in Schweden jährlich 400–500 Nichtraucher an Herzerkrankungen infolge von Passivrauchen.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Substanzen aus Zigarettenrauch schädigen die Gefäßinnenwand und führen hierdurch zu einer Verengung der Gefäße durch Fett- und Kalkablagerungen an den Innenwänden und Entzündungen dieser (Arteriosklerose). Betrifft dies die Herzkranzgefäße, so spricht man von einer koronaren Herzkrankheit. 

Das Blut hat bei Rauchern eine höhere Gerinnungsneigung (Bildung von Thrombosen), gleichzeitig ist das Vermögen des Körpers, kleine Blutgerinnsel von alleine aufzulösen (die sogenannte Fibrinolyse), herabgesetzt. Bei Rauchern ist auch der Fettstoffwechsel gestört; die „schlechten" Fette im Blut (Triglyzeride) sind vermehrt und die „guten" (HDL-Cholesterin) vermindert. Bei Rauchern entwickelt sich außerdem häufiger als bei Nichtrauchern Altersdiabetes (Typ-2-Diabetes), was wiederum das Risiko für Herzerkrankungen erhöht.

Hilft es, mit dem Rauchen aufzuhören?

Mit dem Rauchen aufzuhören, verringert sehr schnell das Risiko für einen Herzinfarkt. Man schätzt, dass das Risiko eines Rauchers einen Herzinfarkt zu erleiden 5 Jahre nach dem Rauchstopp so hoch ist wie das eines Menschen, der nie geraucht hat. Auch nach einem Herzinfarkt ist es von Vorteil, mit dem Rauchen aufzuhören. Eine größere Kontrollstudie mit Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten, zeigte, dass diejenigen, die mit dem Rauchen aufhörten, dadurch ihr Risiko, in den folgenden zwei bis zehn Jahren zu versterben, um die Hälfte reduzieren konnten.

Schlusssatz

Rauchen erhöht das Risiko für die koronare Herzkrankheit. Es gilt als bewiesen, dass Raucherinnen und Rauchern früher erkranken und versterben als Nichtraucher. Auch das erstmalige Auftreten eines Herzinfarkts erfolgt bei Rauchern durchschnittlich deutlich früher als bei Nichtrauchern. Patienten, die einen akuten Herzinfarkt erlitten haben und mit dem Rauchen aufhören, leben länger als solche, die weiter rauchen. Mit dem Rauchen aufzuhören hat einen ähnlichen oder besseren Effekt auf den Verlauf der koronaren Herzkrankheit wie die konsequente Einnahme der empfohlenen Medikamente. 

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten und hierbei Hilfe benötigen, informieren Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Krankenkasse über Raucherentwöhnungsprogramme.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau