Rehabilitation nach dem Schlaganfall

Die Rehabilitation ist ein wichtiger Teil der Behandlung nach einem Schlaganfall. Sie hilft dabei, Kraft, Koordination, Ausdauer und Selbstvertrauen zu stärken. So soll sie eine Rückkehr in einen selbstständigen Alltag erleichtern.

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Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mit Blut versorgt. Wenn die Blutzufuhr zum Gehirn aufhört, sterben die Hirnzellen in diesem Teil des Gehirns ab. Ursächlich sind Verschlüsse der hirnversorgenden Blutgefäße und Blutungen. Da das Gehirn kontrolliert, wie Sie sich bewegen, fühlen, denken, verhalten, kann ein Schlaganfall eine oder mehrere dieser Funktionen beeinträchtigen.

Schlaganfall durch Gefäßverschluss
Schlaganfall durch Gefäßverschluss
Schlaganfall durch Blutung
Schlaganfall durch Blutung

Welche Folgen kann ein Schlaganfall haben?

Die häufigsten Folgen eines Schlaganfalls sind:

  • Schwäche oder Ungeschicklichkeit auf einer Seite des Körpers
  • Sprechschwierigkeiten, Störungen des Sprachverständnis
  • Schlechtes Gleichgewichtsgefühl und ungeschickte Bewegungen
  • kein Gefühl in einer Hälfte des Körpers
  • Schluckbeschwerden
  • Kontrollverlust bei Harnentleerung und Stuhlgang
  • Schwierigkeiten beim Erinnern, Denken und beim Lösen von Problemen
  • Veränderungen des Sehvermögens

Etwa drei Viertel der Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, sind nach einem halben Jahr noch körperlich beeinträchtigt. 15–20 % der Patienten sind so schwer betroffen, dass sie im Pflegeheim versorgt werden müssen. 

Schlaganfallrehabilitation

Die Rehabilitation ist ein wichtiger Teil des Trainings nach einem Schlaganfall. Sie hilft, Kraft, Koordination, Ausdauer und Selbstvertrauen zu stärken. Die Rehabilitation soll Sie dabei unterstützen, Funktionen wieder zu erlangen, die durch den Schlaganfall verschwunden sind. Auch werden gezielt Alltagstätigkeiten geübt, um ein selbstständiges Leben wieder zu ermöglichen. Das Rehabilitationsteam ist breit zusammengesetzt und besteht häufig aus Ärzten, Pflegepersonal sowie Physio- und Ergotherapeuten.

Der Arzt und andere Mitglieder des Rehabilitationsteams entscheiden mit Ihnen gemeinsam, ob eine Schlaganfallrehabilitation für Sie sinnvoll und welche Form der Rehabilitation geeignet ist. Bei den meisten Schlaganfallpatienten verbessert sich der Zustand in den ersten Monaten nach dem Ereignis. Wie schnell und wie viel besser er wird, lässt sich oft nicht vorhersagen. Der Prozess, die Fertigkeiten wiederzuerlangen, beginnt unmittelbar nachdem der Schlaganfall überstanden ist und der Zustand sich stabilisiert hat. Deshalb fängt die Rehabilitation unmittelbar im Krankenhaus an. Später setzt sie sich in einer spezialisierten Rehabilitationseinrichtung fort. 

Können Sie erneut einen Schlaganfall bekommen?

Ja. Bei Personen, die einen Schlaganfall hatten, besteht ein erhöhtes Risiko, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden. Das Risiko ist im ersten Jahr nach dem Schlaganfall am größten.

Wie können Sie das Risiko für einen erneuten Schlaganfall verringern?

Viele Faktoren, die das Risiko für Schlaganfälle erhöhen, können von Ihnen selbst beeinflusst werden:

  • Rauchen: Falls Sie rauchen, hören Sie möglichst ganz damit auf. Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle.
  • Bewegung: Schon mildes körperliches Ausdauertraining, beispielsweise durch Spaziergänge und Fahrradfahren, beugt Schlaganfällen vor.
  • Ernährung: Ernähren Sie sich ausgewogen. Empfohlen werden mindest fünf Mal pro Tag frisches Obst und Gemüse, reichlich Ballaststoffe und mindestens 1-2 Mal pro Woche Fisch. Verzichten Sie auf Softdrinks und Fruchtsäfte. 
  • Übergewicht: Bei starkem Übergewicht wirkt sich eine Gewichtsabnahme positiv auf Ihr Schlaganfallrisiko aus. 
  • Alkohol: Als Grenze für einen unbedenklichen Alkoholkonsum gelten bei Frauen 1 Glas, bei Männern 2 Gläser alkoholhaltiger Getränke pro Tag.
  • Grunderkrankungen: Andere Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen mit erhöhten Blutfetten und Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für Schlaganfälle. Durch korrekte Behandlung dieser Erkrankungen lässt sich auch das Schlaganfallrisiko senken.

Zögern Sie nicht, Ihren Hausarzt diesbezüglich anzusprechen. Auch viele Krankenkassen bieten Programme an, die Sie durch Änderungen des Lebensstils dabei unterstützen können, weiteren Schlaganfällen vorzubeugen.

Depression nach einem Schlaganfall?

Niedergeschlagenheit tritt nach einem Schlaganfall als Folge eines Hirnschadens und dem Verlust von Körperfunktionen häufig auf. Ein Ereignis wie ein Schlaganfall stellt einen Einschnitt ins Leben dar, der erst verarbeitet werden muss. Vielen Patienten fällt es schwer, Einschränkungen im Alltag zu akzeptieren. Außerdem berichten sie von Angst vor erneuten Schlaganfällen.

Oft nehmen körperliche als auch seelische Probleme mit der Zeit ab. Sprechen Sie gezielt Ihren Arzt oder andere vertraute Personen an, wenn Sie das Gefühl haben, Hilfe zu benötigen!

Kann ich wieder Auto fahren?

Auto fahren gibt ein Gefühl von Unabhängigkeit und ist bei vielen Menschen fester Bestandteil des Alltags. Für manche Patienten ist es deshalb sehr wichtig, bald wieder am Steuer zu sitzen. Ein Schlaganfall kann allerdings Ihre Geschicklichkeit, Ihr Seh- und Denkvermögen sowie die Möglichkeit zu kommunizieren beeinflussen. Auch die Reaktionszeiten können langsamer werden. Überlegen Sie genau, wie diese Veränderungen Ihre eigene Sicherheit und die der anderen beeinflussen können. Ihr Arzt kann Ihnen helfen zu entscheiden ob und eventuell wann Sie wieder in der Lage sind, Auto zu fahren. Wenn das Ergebnis ist, dass Sie nicht mehr Auto fahren können, sollten Sie damit zufrieden sein, dass Sei eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen haben.

Wie kann ich als Angehöriger beitragen?

Wenn in Ihrer Familie eine Person einen Schlaganfall überlebt hat, sollten Sie dieser unterstützend zur Seite stehen. Besuchen Sie Ihren Angehörigen im Krankenhaus oder Rehabilitationszentrum. Wenn der Schlaganfallpatient Schwierigkeiten hat zu sprechen, fragen Sie beim Pflegepersonal, wie Sie helfen können. Sie können mit ihm zusammen entspannen, Karten spielen, fernsehen, Musik hören, Spiele spielen usw.

An einigen Orten gibt es Informationsveranstaltungen für Schlaganfallpatienten und ihre Angehörigen. Fragen Sie, ob Sie an einer Trainingsstunde im Rehabilitationszentrum teilnehmen können (z.B. Krankenhaus, Pflegeheim). Dies ist eine gute Möglichkeit um zu lernen, was bei der Rehabilitation passiert und wie Sie helfen können, den Zustand Ihres Angehörigen zu verbessern.

Ermuntern und helfen Sie ihm, die Fertigkeiten zu üben, die in der Reha trainiert werden. Stehen Sie dem Rehabilitationsteam bei, indem Sie Aktivitäten vorschlagen, die Ihr Angehöriger sich wünscht und ihn interessieren. Finden Sie heraus, was er selbst machen kann, wobei er Hilfe braucht oder was er gar nicht machen kann, um ihn dabei zu unterstützen. Sein Selbstbild wird mit jeder Aufgabe, die er ohne Hilfe bewältigt hat, gestärkt.

Reden Sie mit dem Arzt und dem Pflegepersonal, die das Training Ihres Angehörigen betreuen, damit Sie wissen, wie es aussieht. Denken Sie jedoch auch daran, auf sich selbst zu achten. Essen Sie gut, achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Ruhe bekommen, und nehmen Sie sich Zeit, Dinge zu tun, die Ihnen Freude bereiten.

Weitere Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Schlaganfall, Rehabilitation. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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