Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen – Thrombophlebitis

Bei der Thrombophlebitis handelt es sich um eine Gefäßentzündung einer oberflächlich gelegenen Vene.

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Was ist eine Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen (Thrombophlebitis)?

Bei einer Thrombophlebitis handelt es sich um eine Gefäßentzündung einer oberflächlich gelegenen Vene, also eines Blutgefäßes, welches das Blut aus dem Körper zum Herzen zurückführt. Die Gefäßwand der betroffenen Vene ist in einem begrenzten Bereich (einige Zentimeter) entzündet und im Gefäß hat sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) gebildet.

Eine Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen ist in der Regel keine schwerwiegende Erkrankung. In den meisten Fällen sind die Gefäße der Beine betroffen, dann in der Regel in Verbindung mit Aussackungen der oberflächlichen Venen, auch Krampfadern (Varizen) genannt. Studien zufolge tritt eine Thrombophlebitis bei bis zu 10 % der Bevölkerung irgendwann im Leben auf, durchschnittlich im Alter von 60 Jahren. Frauen sind häufiger betroffen, da sie öfter unter Krampfadern leiden. 

Ursachen

Krampfadern (Varizen) sind sehr häufig die Ursache für eine Entzündung der oberflächlichen Beinvenen. Etwa 70 % aller Patienten mit einer Entzündung der oberflächlich gelegenen Venen weisen auch Krampfadern auf.

An den Venen der Arme wird eine Thrombophlebitis meist durch eine Venenverweilkanüle für eine intravenöse Infusion (Tropf) oder durch in das Gefäß injezierte Medikamente ausgelöst.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Faktoren, welche die Gerinnbarkeit des Blutes und hierdurch auch die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombophlebitis erhöhen, beispielsweise Ruhigstellung der Beine nach Operationen oder auf langen Flugreisen, Einnahme der Antibabypille und Rauchen. Das Gleiche gilt für einzelne chronische Erkrankungen wie z. B. Krebs und vererbte Erkrankungen der Blutgerinnung wie die Thrombophilie.

Symptome

Zu den typischen Beschwerden in diesem Bereich oder unterhalb des Gerinnsels zählen Schmerzhaftigkeit und ein unangenehmes Gefühl über der entzündeten Vene. Allmählich entsteht eine leichte Schwellung. Die Haut ist angespannt und es kommt zunehmend zu einer Erwärmung und Hautrötung. Häufig ist die verstopfte Vene als dicker Strang zu ertasten, z. B. an der Hand, am Arm oder Fuß. 

Diagnose

Die Symptome und Untersuchungsbefunde sind oft eindeutig. Gelegentlich wird darüber hinaus eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um auszuschließen, dass die tiefliegenden Venen ebenfalls betroffen sind. Weitere Abklärungen sind in der Regel nicht nötig.

Therapie

Eine oberflächliche Thrombophlebitis geht meist innerhalb von ein bis zwei Wochen vorüber. Sind die Beinvenen betroffen, so fördert Bewegung wie Spaziergänge die Auflösung des Blutgerinnsels und ein Abklingen der Entzündung. Eine früher oftmals empfohlene Bettruhe ist nicht hilfreich, sondern verstärkt im Gegenteil die Bildung von Blutgerinnseln! Auch Kompressionsverbände fördern die Abheilung. Ist die Thrombophlebitis erst vor Kurzem entstanden, so kann versucht werden, das Blutgerinnsel mit Hilfe eines kleinen Schnittes zu entfernen. War ein venöser Katheter die Ursache, so sollte dieser entfernt werden. 

Tritt Fieber auf, kann dies ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion des Blutgerinnsels hinweisen. In diesen Fälle ist möglicherweise eine weitere Abklärung und die Gabe von Antibiotika notwendig. Sind große oder tiefliegende Venen betroffen, oder ist der Patient bettlägerig, so wird eine Hemmung der Blutgerinnung empfohlen.

Prognose

Die meisten Entzündungsfälle der oberflächlich gelegenen Venen heilen, wie bereits erwähnt, unbehandelt ab. Ein Anschwellen des Beines deutet auf einen Befall der tiefliegenden Venen hin, und sollte schnellstmöglich abgeklärt werden. In seltenen Fällen kann ein Blutgerinnsel verschleppt werden und zu einer Lungenembolie führen.

Weiterführende Informationen

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Thrombophlebitis, oberflächliche. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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