Herzklopfen und Herzrasen

Wenn man von Herzklopfen spricht, bedeutet das, man spürt den eigenen Herzrhythmus und wird davon beunruhigt.

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Was sind Herzklopfen und Herzrasen?

  • Wenn man von Herzklopfen spricht, bedeutet das, man spürt den eigenen Herzrhythmus und wird davon beunruhigt. Das kann daran liegen, dass das Herz:
    • schneller als normal schlägt
    • langsamer als normal schlägt
    • ständig unregelmäßig schlägt
    • Extraschläge macht
    • oder sich konkret bemerkbar macht (zum Beispiel bei Panik).

Vorkommen

  • Herzklopfen ist eine häufige Ursache für ärztliche Beratung; die Betroffenen befürchten oftmals eine ernsthafte Erkrankung.
  • Aufzeichnungen der elektrischen Aktivitäten des Herzens (EKG) zeigen täglich bei den meisten Personen Extraschläge an, die aber nur in Ausnahmefällen spürbar sind. 

Ursache

Häufige Ursachen

  • Extraschläge:
    • Extraschläge sind die häufigste Ursache und ein harmloses Phänomen bei im Übrigen gesunden Personen ohne Herzfehler.
  • Panik oder Verspannung:
    • Dies führt zu einem Adrenalinausstoß und schnellerem Pulsschlag. Bei Panik nimmt man seinen Herzschlag außerdem bewusster wahr als sonst. Dies erhöht die Unruhe, wodurch steigen Adrenalinausstoß und Herzaktivität wiederum ansteigen. Ein unangenehmer, aber völlig harmloser Zyklus
  • Blutarmut, Anämie:
    • Enthält das Blut zu wenig roten Blutfarbstoff (Hämoglobin, "Hb-Wert"), so kann es nicht genug Sauerstoff aufnehmen. In der Folge muss das Herz schneller schlagen, um den den Sauerstoffmangel durch eine bessere Durchblutung auszugleichen.
  • Bestimmte Medikamente oder Anregungsmittel:
    • Asthma-, Erkältungsmedizin
    • Bestimmte Blutdruckmedikamente
    • Kaffee, Tabak, Drogen
  • Fieber:
    • Bei einer Infektion, verbunden mit Fieber, ist eine der Reaktionen des Körpers ein schnellerer Herzschlag
  • Herzrhythmusstörungen:
    • Vorhofflimmern:
      • Vorhofflimmern kommt vor allem bei älteren Menschen recht häufig vor. Typisches Zeichen ist ein unregelmäßiger Puls.
    • Langsamer Puls (Bradykardie):
      • Durch regelmäßiges Training haben Leistungssportler einen langsamen Puls in Ruhe. Er kann aber bei älteren Menschen auch ein Anzeichen einer Erkrankung sein.
    • Schneller Puls (Tachykardie):
      • Dieser Zustand ist bei ansonsten gesunden Personen im Alter unter 50 Jahren harmlos. Wenn die Tachykardie jedoch in Attacken auftritt, kann dies auf eine elektrische Seitenbahn im Herzen hindeuten, welcher eine Abklärung erfordert. Der Zustand kann bei älteren Menschen ebenfalls ein Anzeichen für eine Erkrankung sein, die behandelt werden sollte.
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche):
    • Insbesondere ältere Menschen sind von einem geschwächten Herz betroffen. Da die Kraft des Herzens nicht ausreicht, um das nötige Blut zu pumpen, schlägt das Herz schneller. 

Seltene Ursachen

Was können Sie selbst tun?

  • Die häufigsten Ursachen des Herzklopfens sind Panik oder Verspannungszustände, die Einnahme von Anregungsmitteln wie Kaffee oder Tabak, sowie harmlose Extraschläge. Empfinden Sie das Herzklopfen als sehr unangenehm, so vermeiden Sie möglichst solche Situationen oder Stoffe, die dieses erfahrungsgemäß auslösen.
  • Extraschläge kommen häufig vor, auch wenn das Herz gesund ist. Insbesondere aktive Sportler können direkt nach dem Training oder Wettkampf Extraschläge des Herzens spüren, wenn der Adrenalinspiegel im Körper noch sehr hoch ist. Andernfalls spürt man die Extraschläge am ehesten, wenn sich der Körper in einem ausgeglichenen Ruhezustand befindet.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

  • Falls Sie sich nicht sicher sind, ob das Herzklopfen krankheitsbedingt ist, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Unregelmäßiger Puls oder eventuelle Attacken mit schnellem oder langsamem Puls sollten vom Arzt untersucht werden.
  • Sie sollten zudem einen Arzt aufsuchen, wenn Sie sich in Verbindung mit dem Herzklopfen krank und unwohl fühlen.
  • Im Falle einer Bewusstlosigkeit in Verbindung mit Herzklopfen sollte sofort der Notarzt gerufen werden (Notruf 112).

Wie geht der Arzt vor?

Anamnese

Der Arzt wird Ihnen eventuell folgende Fragen stellen:

  • Wie lange hatten Sie diese Beschwerden schon?
  • Wie oft treten sie auf?
  • Leiden Sie an anderen Erkrankungen?
  • Leiden Sie unter folgenden Symptomen:
    • Übermäßige Atemnot
    • Brustschmerzen
    • Gesteigerter Harndrang in Verbindung mit Herzrasen
    • Schwindelgefühl
    • Ohnmachtsanfälle
  • Geraten Sie leicht in Panik?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente oder Drogen ein?

Ärztliche Untersuchung

  • Der Arzt hört Herz und Lungen ab, misst den Puls und den Blutdruck und beurteilt Ihren Kreislauf.

Andere Untersuchungen

  • Es wird ein EKG durchgeführt.
  • Eventuell werden einfache Blutuntersuchungen gemacht, wie eine Bestimmung des roten Blutfarbstoffes (Hb-Wert) und der Blutsalze (Elektrolyte).

Überweisung an einen Spezialisten oder ein Krankenhaus

  • Bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen werden Sie üblicherweise zu einem niedergelassenen Kardiologen oder in die kardiologische Abteilung eines Krankenhauses überwiesen.

Autoren

  • Dietrich August, Arzt, Freiburg im Breisgau

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Palpitationen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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