HIV-Infektion und AIDS

Zusammenfassung

  • Definition:HIV ist eine chronische Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus. AIDS ist eine HIV-Infektion, die schwere klinische Symptome einer zellulären Immunschwäche zeigt. Sie wird durch sexuellen Kontakt oder über Blut, Blutprodukte, Gewebs- und Organtransplantationen sowie perinatal von der Mutter auf ihr Kind übertragen.
  • Häufigkeit:In Deutschland lebten 2015 ca. 84.700 Menschen mit HIV oder AIDS. Die Zahl der Neuinfektionen im selben Jahr wurde auf 3.200 geschätzt.
  • Symptome:Bei 50–70 % löst eine akute Infektion etwa 2–6 Wochen nach der Ansteckung Symptome wie Fieber, Halsentzündung, geschwollene Lymphknoten am Hals, Hautausschlag aus. Der akute Zustand geht von selbst vorüber.
  • Befunde:Die Immunschwäche entwickelt sich schrittweise und führt zu einem erhöhten Risiko für Infektionen und maligne Erkrankungen.
  • Diagnostik: Diagnosesicherung durch Nachweis von HIV-Antikörpern und Antigen sowie ggf. im Nukleinsäurenamplifikationstest; ggf. Serologie zur Subtypisierung. Quantifizierung von HIV-RNA und CD4-positiven T-Helferzellen für Verlaufsdiagnostik und Therapiemonitoring.
  • Therapie: Antiretrovirale Therapie (ART), d. h. Kombinationsbehandlung mit mindestens 3 Medikamenten. Behandlungsbeginn bei Zeichen einer Immuninsuffizienz oder früher zum Niedrighalten der Viruslast, z. B. bei serodiskordanten Paaren. In der Regel lebenslange Behandlung.

Allgemeine Informationen

Definition

  • HIV-Infektion
    • chronische Infektion verursacht durch das humane Immundefizienz-Virus (HIV, Human Immunodeficiency Virus)
  • AIDS
    • Aquired Immunodeficiency Syndrome (erworbenes Immundefizienzsyndrom)
    • klinische Symptome einer schweren zellulären Immunschwäche, verursacht durch eine HIV-Infektion
    • In den USA und einzelnen anderen Ländern umfasst die AIDS-Definition auch Patienten mit einer CD4-Zellzahl (CD4-positive T-Helferzellen) < 200/µl ohne klinische Manifestation einer zellulären Immunschwäche.
  • AIDS-definierende Erkrankungen
    • opportunistische Infektionen
    • bestimmte maligne Erkrankungen
    • Andere schwere klinische Manifestationen, die wahrscheinlich auf eine weit fortgeschrittene HIV-Infektion zurückgeführt werden, deren Pathogenese aber unsicher ist.
  • Paradigmenwechsel
    • In Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen kam es nach Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART, kurz ART) 1996 zu einer erheblichen Reduktion der durch HIV-Infektion verursachten Erkrankungen und Todesfälle.1-2
    • Die Erkrankung wird heute als eine chronische Infektion betrachtet.
      • Die Lebenserwartung ist bei Patienten, die eine adäquate Behandlung erhalten, nahezu normal.3
    • Das Vorkommen pulmonaler, kardialer, gastrointestinaler und renaler Erkrankungen, die nicht direkt mit der zugrunde liegenden HIV-Infektion verbunden sind, ist angestiegen.4-7

Diagnostik 

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen