Tetanus-Schutzimpfung

Jährlich erkranken weltweit mehr als eine Million Menschen an Tetanus. In Deutschland ist diese gefährliche Erkrankung dank Schutzimpfung selten.

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Was ist Tetanus?

Der Tetanus, umgangssprachlich auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine Infektionskrankheit, die nach einer Wundinfektion mit dem Bakterium Clostridium tetani auftritt. Dieses Bakterium produziert ein bestimmtes Gift, das eine lebensgefährliche Krankheit hervorruft. Die Infektion äußert sich durch Steifheit und starke Muskelkrämpfe, die auf die Atemmuskulatur übergehen und zum Tod führen können.

Mit jährlich mehr als einer Million Betroffenen weltweit zählt Tetanus zu den häufigen Erkrankungen. Am häufigsten tritt er in Entwicklungsländern auf. In Deutschland ist die Erkrankung vor allem dank der Tetanus-Schutzimpfung sehr selten.

Ursache

Die Sporen des Tetanusbakteriums befinden sich in der Erde sowie im Darmtrakt einiger Tiere. Jede verunreinigte Wunde kann daher zu einer Tetanusinfektion führen. Am höchsten ist das Infektionsrisiko bei großflächigen oder tiefen Wunden sowie bei einer Verunreinigung der Wunde mit Erde, Tierkot oder Ähnlichem. Aber auch kleine Verletzungen können Eintrittspforten für Tetanuserreger oder -sporen sein. Nach der Infektion entwickeln die Bakterien einen Giftstoff, der das Nervensystem des Menschen angreift und die typischen Krämpfe verursacht.

Impfprogramm (Deutschland)

Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut Schutzimpfungen nach einem festgelegten Impfschema, dem Impfkalender.

Auch Erwachsene sollten sich regelmäßig impfen lassen, um den erworbenen Schutz aufzufrischen. Ab einem bestimmten Alter empfiehlt die STIKO für Senioren zusätzliche Impfungen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss legt auf Basis dieser STIKO-Empfehlungen fest, für welche Impfungen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen.

STIKO-Impfkalender Tetanus

  • Die Grundimmunisierung für Tetanus umfasst normalerweise vier Dosen (G1–G4), die zwischen dem zweiten und 14. Lebensmonat verabreicht werden.
  • Nachholimpfungen (N), d. h. Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften bzw. Komplettierung einer unvollständigen Impfserie, werden bis zur Vollendung des vierten Lebensjahres durchgeführt.
  • Auffrischimpfungen (A1–A2) sollten im fünften bis sechsten Lebensjahr (A1) und im neunten bis 17. Lebensjahr (A2) erfolgen, danach alle zehn Jahre.

Was ist eine Boosterdosis?

Eine Boosterdosis oder Boosterimpfung bedeutet dasselbe wie Auffrischimpfung. Sie erhalten also eine erneute Einzeldosis des Impfstoffs und sind damit wieder für mindestens zehn Jahre vor einer Tetanusinfektion geschützt. Die Boosterimpfung wird Erwachsenen verabreicht, um die Immunität gegen die Erkrankung aufrechtzuerhalten. Die allgemeine Empfehlung in Deutschland lautet, den Impfschutz alle zehn Jahre aufzufrischen. Oftmals geschieht dies aber lediglich im Zusammenhang mit Wundverletzungen, wenn eine Verunreinigung der Wunde nicht ausgeschlossen werden kann. Bei unzureichendem Impfstatus ist in diesem Fall eine erneute Grundimmunisierung mit drei Dosen im Abstand von jeweils mindestens einem Monat erforderlich. Bei einer vollständigen Grundimmunisierung ist normalerweise eine Auffrischimpfung ausreichend, die verabreicht wird, wenn die letzte Tetanus-Impfung mehr als fünf Jahre zurückliegt.

Besteht bei einer nicht geimpften Person die Gefahr, dass es infolge einer Infektion zum Wundstarrkrampf kommt, müssen zusätzlich andere Medikamente verabreicht werden. In dem Fall werden dem Patienten fertige Antikörper gegeben. Diese wirken sehr schnell, während eine Schutzimpfung erst nach einiger Zeit zu vollständiger Immunität führt.

Wieso impfen?

Der Tetanus ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die schlimmstenfalls zum Tod führen kann. Daher sollten Sie bei großflächigen oder tiefen Verletzungen stets einen Arzt konsultieren, sofern die Gefahr einer Infektion durch Verunreinigung besteht. Der Arzt wird anschließend beurteilen, ob eine prophylaktische Tetanusbehandlung notwendig ist.

Die Impfung kann Sie vor einer Infektion mit Tetanuserregern schützen. Vor Reisen, die mit einem erhöhten Infektionsrisiko einhergehen, sollten Sie sicherheitshalber im Vorfeld Ihren Impfstatus kontrollieren lassen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Tetanus. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Harrisons Innere Medizin. – Dt. Ausg. der 19. Aufl./in Zusammenarbeit mit der Charité. Hrsg. der dt. Ausg. Vogtmann M, Suttorp N. Thieme Verlag 2017, S.1200ff
  2. Robert Koch Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte: Tetanus. Berlin, Stand 2017. Zugriff 26.01.2018 www.rki.de
  3. Ständige Impfkommission: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epid. Bull 2018;34: 335-82. DOI 10.17886/EpiBull-2018-042.3 www.rki.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Tetanus. AWMF-Leitlinie Nr. 030-104, Stand 2017. www.awmf.org