HIV-Infektion, Diagnose

Ein HIV-Test ist die einzige Möglichkeit zu erfahren, ob man mit HIV infiziert ist. Wenn man sich unsicher ist, ob man sich möglicherweise mit HIV infiziert hat, sollte zügig ein Test durchgeführt werden, sowohl um eine entsprechende Behandlung einzuleiten als auch um zu verhindern, dass man das Virus weiter verbreitet.

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Bei einer Infektion mit dem HI-Virus kann es viele Jahre dauern, bis sich die ersten Symptome entwickeln. Deswegen kann eine körperliche Untersuchung keinen Aufschluss über den Status geben. Um eine Infektion auszuschließen oder zu bestätigen, erfolgt ein HIV-Test, für den Blutproben erforderlich sind.

Warum sollten Sie sich auf HIV testen lassen?

Die meisten scheuen sich, einen HIV-Test zu machen. Wenn man allerdings bedenkt, welche schweren Konsequenzen durch diese Infektion auftreten, die mit einer entsprechenden Therapie verhindert werden könnten, ist das Unterlassen eines Tests sehr fahrlässig. Die Gewissheit über eine bestehende Infektion wirkt sich nicht nur auf die eigene Person aus, sondern dient auch dem Umgang mit Anderen, die vor Infektionen durch ein entsprechendes Verhalten geschützt werden. Falls Sie HIV positiv sind und schwanger sind oder schwanger werden möchten gibt es Therapien, die das Risiko einer Übertragung auf das Kind fast völlig ausschließen.

Wie viel Zeit muss nach einer Infektion vergehen, bis der HIV-Test positiv ausfällt?

Es gibt viele verschiedene HIV-Tests. Normalerweise kommen Kombinationstests zum Einsatz, die sowohl HIV-Viruspartikel als auch Antikörper gegen HIV nachweisen. Die Viruspartikel finden sich schon relativ kurz nach einer Ansteckung, üblicherweise nach durchschnittlich 11 Tagen im Blut. Die Antikörper werden in Reaktion auf das Virus produziert, diese Produktion läuft aber nur langsam an, sodass sich Antikörper erst 6 bis 12 Wochen nach der Ansteckung nachweisen lassen, manchmal früher, manchmal auch noch später. Kombinationstests schlagen in der Regel 2 bis 3 Wochen, spätestens aber 6 bis 8 Wochen nach einer Ansteckung positiv aus. Anders gesagt, kann man sich 8 Wochen nach einer Risikosituation auf die Aussage des Testergebnisses verlassen. Bei allen positiven Testergebnissen wird erneut ein Test durchgeführt mit einer frischen Blutprobe, bei dem andere Analyseverfahren als beim ersten Test zum Einsatz kommen. So kann man falsche Testergebnisse aufgrund von Analysefehlern oder z. B. vertauschten Blutproben vermeiden.

An vielen Stellen werden HIV-Schnelltests angeboten. Ein Schnelltest bedeutet, dass bereits nach wenigen Minuten das Ergebnis eines Kombinationstests vorliegt. Schnelltests sind aber nicht so zuverlässig wie die Tests, die zur Untersuchung in Labore eingesendet werden.

Wie wird die HIV-Infektion diagnostiziert?

HIV kann durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Dabei gibt es verschiedene Verfahren. Eine Methode, bei dem Antikörper gegen HIV (Proteine, die vom Körper gegen das Virus gebildet werden) im Blut nachgewiesen werden, nennt sich ELISA. Hier kann der Test nach bereits vier bis sechs Wochen nach der Ansteckung positiv ausfallen. Manchmal kann eine Antikörperbildung aber auch länger als angegeben dauern. Deswegen müssen zur endgültigen Bestätigung nach 3 Monaten nochmals Tests durchgeführt werden.

Beim Verdacht auf eine sogenannte primäre HIV-Infektion, die ungefähr zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung entsteht, kann ein anderes Testverfahren eingesetzt werden. Dieses Verfahren wird als Antigentest bezeichnet – man sucht dabei nach Bestandteilen des Virus selbst. Der Antigentest fällt bei einer primären HIV-Infektion positiv aus.

Inzwischen kommt meist ein Kombinationstest zum Einsatz, mit dem sowohl Antikörper gegen HIV als auch HIV-Antigene ermittelt werden können. Die Antigene lassen sich nachweisen, bevor sich Antikörper entwickelt haben. Somit lässt sich eine HIV-Infektion auch in einem frühen Stadium diagnostizieren. Bei einem positiven Testergebnis werden dann umfassendere Blutuntersuchungen durchgeführt, um beurteilen zu können, wie weit das Virus bereits das Immunsystem angegriffen hat. Die beiden wichtigsten dieser Untersuchungen sind die Bestimmung der sogenannten Viruslast und die Auszählung der CD4-Zellen (T-Helferzellen).

Was bedeutet ein positives HIV-Testergebnis?

Ein positiv ausfallender HIV-Test bedeutet, dass Sie das HIV-Virus in sich tragen und auch möglicherweise auf andere Personen übertragen können. Der positive Test bedeutet nicht, dass Sie AIDS haben.

Direkt nach der Ansteckung mit HIV beginnt das Virus, das Immunsystem anzugreifen, welches mit seinen Zellen eigentlich den Schutz gegen Infektionen gewährleisten soll. Dabei handelt es sich aber um einen langsamen Prozess, und es dauert viele Jahre, bevor er sich auf die Gesundheit auswirkt. Außerdem gibt es effektive Medikamente, mit denen Sie viel länger gesund bleiben können.

Viruslast-Messung

Bei diesem Test wird die Menge der Viruspartikel (HIV-RNA) im Blut gemessen. Anhand des Testergebnisses kann man feststellen, wie gut der Körper mit der HIV-Infektion zurechtkommt. Wenn die Viruslast hoch ist, befinden sich viele Viren im Körper – die Immunabwehr kommt also schlecht mit der HIV-Infektion zurecht. Wenn die Viruslast gering ist, hat das Immunsystem das HI-Virus gut unter Kontrolle.Solche Messungen erfolgen regelmäßig im Abstand von einigen Monaten, um die Entwicklung der Erkrankung zu verfolgen. Auch bei einem Wechsel der HIV-Medikamente oder wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert, sollte ein solcher Test erfolgen. Ärzte nutzen die Werte der Viruslast, um zu bestimmen, wann die medikamentöse Behandlung beginnen soll, oder vor einem möglichen Wechsel der Präparate. Bei einer erfolgreichen Therapie ist die Viruslast gering, möglicherweise lässt sich das Virus auch überhaupt nicht nachweisen. Dabei geht man davon aus, dass bei weniger als 50 Viruspartikeln pro ml nach 24 Wochen die Therapie erfolgreich ist und unverändert fortgeführt werden kann.

CD4-Bestimmung

Die CD4-Zellen (eine Gruppe der T-Lymphozyten), auch als T-Helferzellen bezeichnet, sind ein wichtiger Teil des Immunsystems und tragen dazu bei, Infektionen zu bekämpfen. HIV zerstört CD4-Zellen. Je weniger CD4-Zellen vorhanden sind, desto stärker hat HIV das Immunsystem angegriffen. Bei gesunden Menschen befinden sich normalerweise ca. 1000 CD4-Zellen in einem Milliliter Blut, die Variationsbreite ist aber hoch. Mit sinkender Zahl der CD4-Zellen steigt die Anfälligkeit für Infektionen und gewisse Krebsarten. Die Ärzte bestimmen anhand der CD4-Zahl, welche Therapie am besten eingesetzt werden sollte.

Wenn Sie mehr als 500 Zellen/ml haben, ist das Risiko für opportunistische Infektionen gering. Bei einer Zahl zwischen 350 und 500 Zellen/ml ist die Gefahr für Infektionen wahrscheinlich ein wenig erhöht, aber nicht so hoch, dass man ohne weiteres eine Behandlung empfehlen würde. Wenn die CD4-Zahl unter 350 Zellen/ml liegt, wird das Immunsystem als so geschwächt beurteilt, dass generell eine Behandlung empfohlen wird.

Andere Blutuntersuchungen

Außer den typischen, oben beschriebenen HIV-Bluttests werden auch weitere Blutuntersuchungen durchgeführt, um den allgemeinen Gesundheitszustand zu überprüfen.

Es kann auch sinnvoll sein, Tests auf andere sexuell übertragbare Krankheiten durchzuführen, z. B. Chlamydien, Gonorrhö und Syphilis. Eine weitere Infektion, die immer mehr HIV-Positive betrifft, ist Hepatitis C. Da HIV-Medikamente die Funktion der Leber beeinträchtigen können, ist es wichtig, die Hepatitis-C-Erkrankung zu behandeln, solange die Leber noch nicht eingeschränkt in ihrer Funktion ist.

Unter Umständen werden auch Röntgenaufnahmen der Lunge gemacht, um zu erkennen, ob eine Tuberkulose vorliegt – eine Erkrankung, die im Zusammenhang mit einer HIV-Infektion erneut aktiv werden kann.

Impfung nach der Diagnose

HIV zerstört nach und nach das Immunsystem, also die Zellen, die gegen Infektionen ankämpfen. Um den Schutz gegen Infektionskrankheiten zu stärken, können Impfungen gegen einige Infektionen sinnvoll sein, die bei einer fortgeschrittenen HIV-Erkrankung zu Problemen führen könnten. Das betrifft Hepatitis B, Hepatitis A, Influenza (jährlich) und Pneumokokken (eine häufige Ursache für Lungenentzündungen).

Weitere Informationen

Patientenorganisationen

Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br. 

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel HIV-Infektion und AIDS. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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