So beugen Sie Zeckenstichen vor

Die meisten Zeckenstiche lassen nur eine kleine Rötung zurück und sind vollkommen ungefährlich. Manchmal kann eine Zecke aber auch Träger von bestimmten Krankheiten oder Viren sein, die sie auf den Menschen übertragen kann. Zeckenstichen können Sie effektiv vorbeugen, indem Sie einige wenige Regeln befolgen.

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Erkrankungen, die durch Zeckenstiche übertragen werden

Zecken sind in Deutschland häufig anzutreffen, vor allem südlich der Mainlinie. Mit steigenden Temperaturen vergrößert sich auch das Verbreitungsgebiet der Zecken. Sie können allerdings auch über Vögel in andere Gegenden eingeschleppt werden. Daher sind sie gelegentlich weit über ihr eigentliches Verbreitungsgebiet hinaus anzutreffen. In einigen eher untypischen Gebieten kann über mehrere Jahre eine Zeckenpopulation bestehen, die später wieder verschwindet. Der gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, ist in Europa weit verbreitet.

Die meisten Zeckenstiche hinterlassen lediglich eine winzige Rötung, wie ein gewöhnlicher Insektenstich, und sind vollkommen ungefährlich. Einige Zecken können allerdings Bakterien oder Viren in sich tragen, die auf den Menschen übertragen werden können, sobald die Tiere sich festsaugen. Zu den bekanntesten Bakterien gehören die Borrelien, welche die sogenannte Lyme-Borreliose auslösen können. Etwas seltener ist das FSME-Virus, das zum Ausbruch der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) führt. Auch die humane granulozytäre Anaplasmose (früher als humane granulozytäre Ehrlichiose bezeichnet) kann von Zecken übertragen werden.

Die Sorge vor einem Zeckenstich steht im Zusammenhang mit dem Risiko, sich mit einer der genannten Erkrankungen zu infizieren. Zur Übertragung der Krankheitserreger kann es erst dann kommen, wenn sich die Zecke festgesaugt hat.

Prävention

In entsprechenden Risikogebieten, wo die Gefahr, auf infizierte Zecken zu treffen, besonders groß ist, können Sie bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:

  • Wählen Sie auf Ausflügen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen. Ziehen Sie die Socken über die Hosenbeine und tragen Sie idealerweise Gummistiefel. Zecken halten sich bevorzugt in hohem Gras, niedrigen Büschen und im Unterholz auf.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel. Diese halten nicht nur lästige Stechmücken, sondern auch Zecken für eine Weile fern. Insektenabwehrmittel mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) zeigen auch bei Zecken Wirkung. Zeckenschutz für Hunde und Katzen erhalten Sie beim Tierarzt oder im Tierfachhandel.
  • Wenn Sie sich in Risikogebieten aufhalten, sollten Sie abends stets Ihren gesamten Körper auf Zecken absuchen. Neben allgemein bevorzugten dünnen Hautstellen wie den Kniekehlen, Knöcheln, Bauch- und Brustbereich sowie der Leistengegend sollten Sie insbesondere bei Kindern auch Kopf, Haaransatz und Nacken genaustens inspizieren. Sofern Sie die Möglichkeit haben, empfiehlt es sich, nach einem Aufenthalt im Freien zu duschen. Zecken können, unabhängig von der Menge Blut, die sie gesaugt haben, zwischen ein und zehn Millimeter groß sein. Auch die winzigen Zecken im sogenannten Nymphenstadium können Blut saugen und Krankheiten übertragen.
  • Suchen Sie Ihre Kleidung sowohl auf der Außen- als auch auf der Innenseite nach Zecken ab. Dadurch verhindern Sie, dass diese sich später festsaugen können. Zecken lassen sich am einfachsten auf heller Kleidung entdecken.
  • Zur Zeckenentfernung greifen Sie die Zecke möglichst hautnah mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte, einem Zeckenlasso oder – sofern entsprechende Hilfsmittel nicht zur Hand sind – mit einer Pinzette bzw. den Fingernägeln von Daumen und Zeige- oder Mittelfinger und ziehen Sie sie langsam und kontrolliert heraus. Achten Sie darauf, keinen Druck auf den Hinterleib der Zecke auszuüben! Auf die Anwendung von Öl, Nagellack, Alkohol oder ähnlichen Substanzen sollten Sie in jedem Fall verzichten – sie erleichtern die Entfernung der Zecke nicht, sondern erhöhen vielmehr das Risiko, dass diese im Stress ihre Körperflüssigkeit an den Wirt abgibt und somit Krankheiten überträgt. Machen Sie sich keine Sorge, wenn Sie nicht die gesamte Zecke entfernt bekommen! Der „Zeckenkopf“ bzw. vielmehr der Stechapparat der Zecke stellt allein keine Gefahr dar und wird in der Regel vom Körper nach einiger Zeit automatisch abgestoßen. Auch wenn aktuellen Erkenntnissen keine unmittelbare Infektionsgefahr besteht, sofern die Zecke innerhalb von 24 Stunden nach dem Befall entfernt wird, sollten Sie die Einstichstelle täglich untersuchen und genaustens beobachten.
  • Tiere wie Hunde und Katzen können ebenfalls infiziert werden. Im Fell befindliche Zecken können zudem auf den Menschen übergehen. Auch Hunde können an einer Borreliose erkranken. Typische Symptome einer Borreliose-Infektion bei Hunden sind Appetitlosigkeit, Antriebslosigkeit, Gelenkschmerzen oder Humpeln sowie Fieber.

Komplikationen

Auch wenn Sie von einer Zecke gestochen werden und sich diese festsaugt, ist die Infektionsgefahr relativ gering. Zum einen sind nur wenige Zecken Infektionsträger, zum anderen erfolgt die Übertragung von Krankheitserregern erfahrungsgemäß frühestens nach 24 Stunden. Schätzungsweise führt lediglich einer von 100 Zeckenstichen zu einer Infektion.

Nachdem die Zecke entfernt wurde, kommt es normalerweise zu einer leichten Rötung an der Einstichstelle, so wie bei einem gewöhnlichen Insektenstich. Diese ist vollkommen normal und unbedenklich. Falls sich der Zeckenstich entzündet, es zu Schmerzen und Schorfbildung kommt, empfiehlt es sich, die entsprechende Stelle über mehrere Tage zweimal täglich mit einer antibiotischen Salbe einzureiben.

Sollte sich ein bis zwei Wochen nach dem Vorfall eine Rötung im Bereich der Einstichstelle bilden, die sich nach und nach kreisförmig rund um die Wunde ausweitet (sogenannte Wanderröte, Erythema migrans), weist dies auf eine Borreliose hin. Der Durchmesser der Rötung kann 10–15 cm oder mehr betragen. Häufig kommt es zugleich auch zu Fieber und einem Anschwellen der Lymphknoten, die der Einstichstelle am nächsten liegen. Falls Sie eine Wanderröte bei sich beobachten, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt. Eine Borreliose-Infektion kann effektiv mit Antibiotika bekämpft werden.

Impfstoff

Gegen eine Infektion mit dem FSME-Virus können Sie sich impfen lassen, eine Schutzimpfung vor Borreliose existiert nicht.

Der Impfschutz nach komplett durchgeführter Grundimmunisierung beträgt bis zu 95 %. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfdosen, die im Abstand von ein bis drei Monaten (mindestens jedoch 14 Tagen) verabreicht werden, sowie einer dritten Impfdosis nach weiteren fünf bis zwölf Monaten, also vor der darauffolgenden Saison. Bei Bedarf sollte nach drei bis fünf Jahren eine Auffrischimpfung erfolgen.

Weitere Informationen

Autoren

  • Caroline Beier, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hamburg

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Lyme-Borreliose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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