Aspergillose

Bei Aspergillose handelt es sich um eine Erkrankung, die durch einen Pilz verursacht wird. Ist das Immunsystem geschwächt, kann der Pilz Infektionen verursachen, vor allem in den Atemwegen.

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Was ist Aspergillose?

Aspergillose ist eine Erkrankung, die durch eine Pilzart namens Aspergillus verursacht wird. Diese Pilzart ist in der Natur weit verbreitet: sie kommt im Erdreich, in Pflanzen und im Kompost vor. Auch in Gebäuden und beispielsweise in Hausstaub ist der Pilz zu finden. Staub aus feuchtem Heu und Gras enthält oft große Mengen Aspergillussporen. Die meisten Menschen atmen die Sporen im Laufe ihres Lebens deshalb mehrfach ein. In der Regel verträgt der Körper den Pilz ohne Probleme, und es kommt selten zu Erkrankungen.

Werden große Mengen dieser Pilzsporen bei geschwächtem Immunsystem eingeatmet, kann sich der Pilz im Körper festsetzen und vermehren. Dies kann sich als Lungeninfektion mit Husten und Auswurf manifestieren. Der Pilz kann auch andere Organe befallen und viele verschiedene Symptome verursachen, je nachdem, welche Organe angegriffen werden. In erster Linie sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem in Gefahr, beispielsweise nach Transplantationen, bei einer Chemotherapie gegen Krebs, während der Behandlung mit hochdosiertem Cortison oder bei AIDS betroffen.

Eine milde Variante der Aspergillose kann sich in einem akuten Asthmaanfall nach einer Staubexposition äußern. Dies ist eine allergische Reaktion auf die Pilzsporen, die beim Einatmen in die Luftwege gelangen. Hierbei setzt sich der Pilz nicht im Körper fest.

Beide Varianten der Krankheit – Infektion oder allergische Reaktion – sind in Deutschland selten, genauere Zahlen liegen aber nicht vor.

Diagnostik

Der Verdacht auf eine Aspergillos-Infektion liegt nahe, wenn bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem langwierige Infektionen auftreten, bei denen die Behandlung mit Antibiotika nicht die erwartete Wirkung zeigt. Der Pilz lässt sich aus Sputum kultivieren. In manchen Fällen zeigen Röntgenaufnahmen der Lunge oder Nasennebenhöhlen Veränderungen, die typisch für diesen Pilz sind.

Behandlung

Aspergillose werden mit oralen oder intravenösen Substanzen, die gegen Pilue wirken (Fungizide) behandelt. Maßgeblich für die Prognose ist auch, dass das Immunsystem des Patienten gestärkt werden kann. Bei optimaler Behandlung bestehen gute Aussichten auf Heilung.

Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Aspergillose. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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