Dengue-Fieber

Beim Dengue-Fieber handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch den Stich von infektiösen Mücken übertragen wird. Die Erstinfektion verursacht ein grippeähnliches Krankheitsbild. Erneute Infektionen sind selten, aber sie können einen schweren Krankheitsverlauf haben.

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Was ist das Dengue-Fieber?

Das Dengue-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch den Stich einer mit dem Denguevirus infizierten Mücke (Aedes aegypti und Tigermücke) verursacht wird. Der Krankheitsverlauf kann unterschiedliche Ausprägungsgrade haben. Manche entwickeln keinerlei Beschwerden. Andere leiden unter grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Gelenkschmerzen und einem Hautausschlag. Der schwerste und gefährlichste Verlauf ist das hämorrhagische Fieber, bei dem es zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen kommen kann. Das Risiko für einen solchen schweren Verlauf steigt mit der Anzahl der Infektionen.

Das Dengue-Fieber ist in Detuschland meldepflichtig bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod sowie bei direktem oder indirektem Erregernachweis in Verbindung mit einer akuten Infektion.

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Das Dengue-Fieber kommt in allen tropischen Gebieten vor, z. B. in Thailand, Indien, den Philippinen, in der Karibik, einschließlich Puerto Rico und Kuba, in Zentralamerika, Afrika und auf den Pazifik-Inseln. Zwei Fünftel der Weltbevölkerung leben in Dengue-Gebieten, und 50 bis 100 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr am Dengue-Fieber. Die Krankheit gilt als die weltweit größte insektenübertragene Viruserkrankung.

Die jährliche Erkrankungsrate (Inzidenz) nimmt in den endemischen Gebieten zu. In den letzten Jahren hat die Inzidenz in Lateinamerika deutlich zugenommen, u. a. gab es in den Jahren 2000–2001 und 2007–2008 Epidemien in Brasilien. In Indonesien stieg die Inzidenz mit mehr als 26.000 Fällen von Januar bis März 2004 stark an. Die Krankheit bricht mit einem Abstand von wenigen Jahren in Epidemien aus. Dengue-Fieber ist nach Malaria die zweithäufigste Tropenkrankheit.

Seit 2010 wurden auch isolierte Dengue-Erkrankungen in Kroatien, Frankreich (Nizza) und Griechenland sowie 2012 ein größerer Ausbruch auf Madeira gemeldet.

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Die Inzidenz unter Auslandsreisenden steigt ebenfalls. Dengue-Fieber ist eine der am häufigsten diagnostizierten tropischen Viruserkrankungen in Westeuropa und Nordamerika. Einer israelischen Studie zufolge betrug das Infektionsrisiko in endemischen Gebieten ca. 0,3 % pro Aufenthaltswoche. In Deutschland wurden 2015 663 Fälle (2014: 626, 2013: 878) gemeldet. Die überwiegende Mehrheit sind Erstinfektionen. Zweitinfektionen werden nur selten diagnostiziert und dann vor allem bei Migranten, die ihr Heimatland besucht haben. Die meisten westeuropäischen Touristen infizieren sich in Südostasien, vor allem in Thailand, Malaysia, Indonesien und den Philippinen.

Infektion

Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)
Gelbfiebermücke (Aedes aegypti)

Die Infizierung (mit dem Denguevirus) erfolgt durch Mückenstiche von infektiösen Mücken (Gelbfiebermücke). Die Mücke infiziert sich, indem sie das Blut von infizierten Menschen oder Affen saugt. Im Gegensatz zur Malariamücke sticht die Gelbfiebermücke tagsüber. Sie lebt in städtischen Gebieten und hält sich die meiste Zeit im Inneren der Gebäude auf. Der Stich der Gelbfiebermücke ist schmerzlos, aber er juckt, während der Stich der Malariamücke auch schmerzlos ist, aber keinen Juckreiz verursacht.

Das Dengue-Virus gehört zur Gattung der Flaviviren und ist eng mit dem Gelbfiebervirus, dem Japanische-Enzephalitis-Virus und dem Zika-Virus verwandt.

Der Mensch ist der Hauptwirt für das Virus. Es gibt vier Subtypen (Serotypen) des Denguevirus. Die Infektion verursacht nur gegen diesen bestimmten Serotypen eine lebenslange Immunität und nicht gegen die drei anderen. Dengue-Fieber kann nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Symptome

Symptome treten oft 2–5 Tage nach der Infektion auf. Einige Patienten haben milde Symptome, und die Krankheit geht schnell vorüber. Ein leichtes grippeähnliches Gefühl kommt bei vielen Patienten vor. Bei anderen Patienten können stärkere Beschwerden mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Kopf, hinter den Augen, im Rücken, in den Armen und Beinen, sowie Halsschmerzen und Erschöpfung entstehen. Die Schmerzen in den Gelenken und Muskeln sind oft so stark, dass die Krankheit auch als „Knochenbrecherfieber” bekannt ist. Die meisten Patienten bekommen im Gesicht, am Hals und auf der Brust einen rötlichen Hautausschlag.

Während der ersten Tage haben die Patienten oft rote Flecken im Gesicht. Nach ein paar Tagen tritt bei ca. der Hälfte ein Ausschlag auf; was Dengue von Malaria, Gelbfieber und Influenza unterscheidet. Der Ausschlag kann sehr ausgeprägt sein, und ihm folgen häufig Juckreiz und Abschuppung.

Die Symptome halten in der Regel etwa eine Woche an. Die meisten Patienten werden danach wieder gesund, aber einige bekommen nach ein paar Tagen erneut ähnliche Symptome. Die Erholungszeit kann lang sein und laut einer norwegischen Studie über eingeschleppte Dengue-Fälle können ca. vier Wochen nach der akuten Phase Haarausfall, mentale Depression und Lethargie in jeweils 45 %, 50 % und 100 % der Fälle auftreten. Haarausfall ist in der Regel das letzte Symptom, das auftritt. Er tritt oft ca. zwei Monate nach der vermeintlichen Genesung der Patienten ein und hält etwa einem Monat lang an.

Personen, die sich ein zweites Mal infizieren, können sehr krank werden. Sie können zu Beginn die üblichen Symptome haben, aber das Fieber lässt am dritten oder vierten Krankheitstag abrupt nach. Zur gleichen Zeit kommt es zu kleinen Blutungen in der Haut und zu schweren inneren Blutungen.

Diagnostik

In endemischen Gebieten wird die Diagnose oft auf Grundlage der Krankengeschichte und den Befunden der körperlichen Untersuchung gestellt. Die Diagnose kann aber durch den Nachweis spezifischer Antikörper bestätigt werden.

Gewöhnliche Blutuntersuchungen können oft eine verminderte Anzahl von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) zeigen. Die Leberwerte sind oft leicht erhöht. 

Präventive Maßnahmen

Die sicherste Präventionsmaßnahme ist der Schutz vor Mückenstichen. Im Gegensatz zu Malariamücken stechen Denguemücken tagsüber, vor allem am Morgen und am Nachmittag. Die Mücke lebt in städtischen Gebieten und hält sich die meiste Zeit im Inneren von Gebäuden auf. Sie sollten daher die Haut abdecken, z. B. mit langen Hosen und Socken. Darüber hinaus sollten Sie Insektenabwehrmittel auf die Haut auftragen, die Diethyltoluamid (DEET) oder ein entsprechendes Mittel enthalten.

Kleidung und Moskitonetze sollten mit Permethrin, das sowohl Mücken als auch andere Insekten wie Wanzen, etc. abwehrt, imprägniert werden. Am besten geschützt sind Sie, wenn Sie Moskitonetze über Ihr Bett und an Türen und Fenstern anbringen. Die Mücken verbergen sich oft unter Betten und Möbeln oder in Schränken. Einfache Unterkünfte, die Moskitonetze an den Fenstern haben, können von Mücken befreit werden, indem Sie den Raum mit einem Insektizid besprühen und den Raum ein paar Stunden lang dicht verschlossen halten. Danach haben Sie selber Kontrolle über Türen und Fenster und können das Zimmer über Fenster, die mit Moskitonetzen versehen sind, lüften. Hotelzimmer mit Klimaanlage sind meist frei von Mücken.

Es gibt keinen Impfstoff gegen Dengue.

Behandlung

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Dengue. Da die Krankheit durch ein Virus verursacht wird, helfen Antibiotika wie z. B. Penicillin nicht. Generell gelten die gleichen Verhaltensregeln wie bei einer Grippe; Sie sollten sich vor allem ein paar Tage lang schonen. Paracetamol kann zur Fiebersenkung verwendet werden. Jedoch sollten Sie auf keinen Fall Acetylcysteinsäure (Aspirin) einnehmen, da diese einen blutverdünnenden Effekt hat und eventuelle innere Blutungen im Falle eines schweren Verlaufs verschlimmern könnte. Wenn Sie eine Infektion vermuten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Manchmal kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Prognose

Die Prognose ist bei gesunden Personen gut. Das Dengue-Fieber heilt oft spontan aus und hat eine Letalität von weniger als 1 %. Die Krankheit führt zu einer lebenslangen Immunität gegenüber diesem bestimmten Serotypen (Typen 1–4), bewirkt aber keine Kreuzimmunität, was bedeutet, dass eine Infektion mit einem anderen Serotyp möglich ist.

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Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Dengue-Fieber. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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