Anorexia nervosa (Magersucht)

Zusammenfassung

  • Definition:Die Anorexia nervosa (Magersucht) ist gekennzeichnet durch die dauerhafte Einschränkung der Zufuhr kalorienhaltiger Nahrung, einem daraus resultierenden auffällig niedrigen Körpergewicht, die intensive Furcht vor Gewichtszunahme oder anhaltendes Verhalten, das eine Gewichtszunahme – trotz auffällig niedrigen Körpergewichts – behindert, eine gestörte Wahrnehmung des Gewichts oder der Form des eigenen Körpers, den übermäßigen Einfluss von Körpergewicht und -form auf die Selbstbewertung oder den anhaltenden Mangel an Einsicht in den Ernst der Lage angesichts des aktuell niedrigen Körpergewichts.
  • Häufigkeit:Die Häufigkeit registrierter Fälle liegt bei etwa 0,1–1 % und variiert stark von Land zu Land. Sie liegt für Frauen sehr viel höher als für Männer. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.
  • Symptome: Äußerung von Gewichtssorgen trotz fehlenden Übergewichts, Zyklusstörungen oder Amenorrhö, gastrointestinale Symptome, Wachstumsverzögerungen, Pubertas tarda. Häufig psychische Begleitsymptome wie Angst, Zwangsgedanken oder Stimmungsschwankungen.
  • Untersuchung: Niedriges Körpergewicht, atrophische trockene Haut mit Lanugobehaarung, periphere Durchblutungsstörungen, Hypothermie, arterielle Hypotonie, Mitralklappenprolaps, bradykarde Rhythmusstörungen, Muskelatrophie, klinische Hinweise auf wiederholtes Erbrechen oder Laxanzienabusus.
  • Diagnostik: Die Erstdiagnostik stützt sich in der Regel auf die Eigen- und möglichst auch Fremdanamnese sowie die körperliche Untersuchung, ergänzt durch Laboruntersuchungen und EKG. Die weiterführende Psychodiagnostik erfolgt im Rahmen von Symptomchecklisten oder strukturierten Interviews.
  • Therapie: Die wirksamste Therapiemethode ist die Psychotherapie. Störungsspezifische Verfahren scheinen von Vorteil zu sein. Darüber hinaus konnten im Vergleich verschiedender Psychotherapieverfahren keine Wirksamkeitsunterschiede nachgewiesen werden. Die Behandlung kann als Einzel-, Gruppen- oder Familientherapie erfolgen, je nach Schwere der Störung ambulant, in einer Tagesklinik oder vollstätionär. Bei mangelnder Krankheitseinsicht und Selbstgefährdung kann eine rechtliche Betreuung und als Ultima Ratio Zwangsbehandlung und -ernährung angezeigt sein.

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